Bild zum Beitrag 'Zeitumstellung: 80 Prozent sind dagegen'
Zukunft gestalten

Zeitumstellung: 80 Prozent sind dagegen

Mehr als jeder Vierte berichtet von gesundheitlichen Problemen

Jedes halbe Jahr eine Stunde vor oder zurück? Bei den Menschen in Deutschland wächst der Unmut über das Drehen an der Uhr weiter. In einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK-Gesundheit sprachen sich aktuell 80 Prozent der Deutschen gegen die Zeitumstellung aus, das ist ein neuer Höchststand. 

Weitere Ergebnisse der Befragung zeigen, dass sich die Deutsche eine gemeinsame Zeit innerhalb aller EU-Länder wünschen. Die Zeitumstellung bedeutet zudem für viele Menschen eine enorme körperliche Belastung – so klagt jeder Vierte über gesundheitliche Probleme. Besonders häufig treten nach der Umstellung der Zeit Schlafstörungen, Müdigkeit und Depressionen auf.

EU-Referendum

Die Sommerzeit abschaffen oder beibehalten? Darum ging es auch bei der EU-Umfrage im August 2018 zur Sommerzeitregelung in Europa. 84 Prozent der Teilnehmer sprachen sich für eine Abschaffung der Zeitumstellung aus, wie die dpa berichtet. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker will dem klaren Votum folgen. Im ZDF-Morgenmagazin sagte er: „Die Menschen wollen das, wir machen das.“

Die DAK-Gesundheit begrüßt das deutliche Ergebnis der Umfrage. Vorstandschef Andreas Storm betont: „Wie repräsentative Umfragen seit Jahren zeigen, lehnt auch in Deutschland eine große Mehrheit der Bevölkerung den ständigen Wechsel zwischen Sommer- und Winterzeit ab. Es gibt zahlreiche Menschen, die dadurch gesundheitliche Probleme haben. Wichtig ist, dass das EU-Parlament die erforderliche Gesetzgebung vor der Europawahl abschließt. Dann ist die Zeitumstellung spätestens 2020 Geschichte.“

Insgesamt gaben 4,6 Millionen Teilnehmer ihre Stimme zur Abschaffung oder Beibehaltung der Sommerzeitregelung ab. Die EU-Kommission spricht von einer Teilnahmequote in Rekordhöhe. Nun wird in den Ländern der Europäischen Union über ein Zeitplan zur Abschaffung der Zeitumstellung diskutiert.

Geht es nach der EU-Kommission sollen die Uhren im kommenden März zum letzten Mal in allen Ländern der Europäischen Union auf Sommerzeit vorgestellt werden. Anschließend sollen die einzelnen Länder entscheiden, ob sie im Herbst 2019 wieder zur Winterzeit wechseln oder in der Sommerzeit bleiben.

Die Sommerzeit 

Ohne die Sommerzeit würde die Sonne in Deutschland in der Spitze schon um 4 Uhr aufgehen und gegen 21 Uhr wieder untergehen. Mit Sommerzeit verschieben sich Sonnenaufgang und Sonnenuntergang auf etwa 5 und 22 Uhr. Bei einem normalen Tagesablauf beschert uns die Sommerzeit also eine Stunde länger Licht.

In Deutschland wurde die Sommerzeit im Jahr 1980 infolge einer Ölkrise eingeführt. Ziel war es, Energie zu sparen. Der tatsächliche Nutzen in dieser Hinsicht ist allerdings sehr umstritten. Seit 1996 gilt die Sommerzeit in der gesamten EU und beginnt jeweils am letzten Sonntag im März. Am letzten Sonntag im Oktober werden die Uhren dann in allen Staaten der EU wieder auf die Winterzeit zurückgedreht.