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Beruf & Bildung

Ankommen in der „neuen Normalität“

Ob Geschäfte, Hotels, Bibliotheken, Schwimmbäder oder Friseure: Im ganzen Land öffnen nach dem großen Lockdown langsam wieder die Türen. Jetzt heißt es, sich einzurichten mit der „neuen Normalität“. Denn bei aller Corona-Müdigkeit – der Kampf gegen das Virus ist nicht gewonnen. Wir brauchen weiter Vorsicht und Achtsamkeit miteinander, um die Infektionsketten frühzeitig zu unterbrechen.

Eine besondere Rolle kommt dabei den Arbeitgebern zu, die jetzt Schritt für Schritt die Betriebe hochfahren und die Mitarbeiter aus dem Homeoffice zurückholen. Sie müssen Wege finden, die Viren auf Distanz und das Geschäft am Laufen zu halten. Wo treffen viele Kollegen zusammen? An welchen Stellen sollten Desinfektionsmittel bereitstehen? Und was ist mit Branchen, in denen Körperkontakt dazugehört? Jeder Betrieb ist anders und braucht deshalb ein eigenes Hygienekonzept, wenn in Büros, Werkshallen oder Geschäfte das Leben zurückkommt. Dafür müssen Abläufe durchleuchtet werden. Betriebsärzte und Experten für Arbeitssicherheit können beratend zur Seite stehen, wie die eingeübten Regeln auf Unternehmen anzuwenden sind.

Maßgeblich sind für Betriebe die Verordnungen der Bundesländer, denn sie enthalten Vorgaben zu Abständen und Hygiene. Hinweise zum Infektionsschutz liefern außerdem die Branchen- und Berufsverbände. Konkrete Anforderungen hat außerdem das Bundesarbeitsministerium im SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard definiert. Die wichtigsten Regeln daraus haben wir für Sie zusammengefasst:

Abstand halten

Mindestens anderthalb Meter Platz sollte zwischen zwei Menschen sein, um Ansteckungen zu vermeiden. Es sollten alle freien Büroplätze genutzt werden, damit Mitarbeiter auf Abstand sitzen können. An Aufzügen oder in der Kantine erinnern Markierungen am Boden an die notwendige Distanz. Viele Geschäfte machen gute Erfahrungen mit Plexiglas-Scheiben an den Kassen und „Einbahnstraßen“ in den Gängen. Wenn kein Abstand möglich ist, helfen Schutzmasken.

Hände waschen

Regelmäßiges Händewaschen hilft, das Ansteckungsrisiko zu minimieren. Damit das gelingt, müssen immer ausreichend Seife, Papier-Handtücher und Desinfektionsmittel vorrätig sein. Auch Dienstfahrzeuge sollten mit Desinfektionsmitteln und gegebenenfalls Schutzmasken ausgestattet werden. Idealerweise finden sich an allen zentralen Orten gut sichtbare Hinweise zur Etikette beim Niesen oder Husten.

Auf Hygiene achten

Damit Viren auch am Arbeitsplatz keine Chance haben, sollte die Reinigung intensiviert werden. Das gilt besonders für Kontaktflächen wie Türgriffe, Kopierer oder Handläufe. Ein verstärktes Augenmerk gilt Orten, an denen viele Menschen zusammenkommen wie Wasch- und Sanitärräume oder Teeküchen.

Möglichst wenig direkte Kontakte

Mitarbeiter, die im Homeoffice arbeiten können, sollten weiterhin zu Hause bleiben. Ansonsten sollte die Belegschaft in kleine, feste Teams aufgeteilt werden, die sich abwechseln und keinen persönlichen Kontakt untereinander haben. Versetzte Arbeits- und Pausenzeiten können zusätzlich dafür sorgen, dass möglichst wenig Menschen zusammenkommen.

Wer krank ist, bleibt zuhause

Auch wenn es in dieser Zeit eigentlich selbstverständlich ist: Wer sich krank fühlt, geht sofort nach Hause bzw. bleibt dort. Bei bestätigten Corona-Infektionen müssen schnellstmöglich alle anderen Kollegen informiert werden, damit diese sich gegebenenfalls testen lassen.

Teilen unerwünscht

Werkzeuge, Arbeitsmittel oder Betriebsautos sollen möglichst nur von einer Person benutzt werden. Wenn das nicht funktioniert, können Fahrzeuge oder Werkzeuge zumindest festen Teams zugewiesen werden. Auch eine gründliche Reinigung ist zwingend erforderlich. Arbeitskleidung und persönliche Schutzausrüstung wie Helme, Brillen oder Ohrschützer werden – selbstverständlich – nicht getauscht.

Frische Luft

Regelmäßiges Lüften hilft, die Anzahl der Krankheitserreger in der Luft zu reduzieren.

Besondere Reglungen für einzelne Branchen

Einzelne Branchen haben eigene Besonderheiten. Tipps und Infos bündeln die verschiedenen Branchen- und Berufsverbände, aber auch Gewerkschaften oder Unfallkassen.

Andrea Guthaus