Vorsicht bei Medikamenten mit Wechselwirkung
Gesund leben

Bloß nicht mischen!

Wussten Sie, dass die gesunde Grapefruit in Kombination mit Medikamenten krankmachen kann? Auch auf ein paar andere Mischungen sollten Sie lieber verzichten. Hier erfahren Sie, worauf Sie bei der Medikamenteneinnahme achten sollten.

1

Kaffee und Tee

Unruhe und Schlafstörungen nach der Antibiotika-Einnahme? Das ist ein häufiges Phänomen, denn die Arzneimittel verhindern, dass Koffein abgebaut wird. Wer sogenannte Gyrasehemmer einnimmt, verzichtet also besser auf Kaffee und schwarzen Tee.

2

Salami, Parmesan und Schokolade

Salami, Hartkäse, Kakao und Hülsenfrüchte wie Bohnen oder Soja enthalten viel Eiweiß. Das braucht der Körper für Muskeln, Knochen und das Immunsystem. Eiweiß setzt sich aus Aminosäuren wie beispielsweise Tyramin und Histamin zusammen. „Für depressive Menschen, die mit sogenannten MAO-Hemmern behandelt werden, sind eiweißhaltige Nahrungsmittel mitunter lebensgefährlich“, warnt Dr. Stefanie Schellhammer. So können Salami und Co. in Kombination mit den Medikamenten Herzrasen und Bluthochdruck auslösen. Im schlimmsten Fall drohen sogar Hirnblutungen.

3

Grapefruit

Die Vitaminbombe ist in puncto Wechselwirkungen ein echtes Problemkind: Die Früchte können die Wirkung von Arzneimitteln drastisch verstärken, aber auch abschwächen. Das gilt für Blutdrucksenker, Schmerz- und Schlafmittel sowie Cholesterinsenker. „Lassen Sie Grapefruits lieber weg, wenn Sie Medikamente nehmen“, empfiehlt unsere Arzneimittelexpertin.

4

Grünes Gemüse

Avocado, Spinat, Brokkoli – grünes Gemüse ist gesund. Es enthält viel Vitamin K, das gut für die Knochen und das Herz-Kreislauf-System ist. Wer Blutverdünner einnimmt, sollte es damit nicht übertreiben. Zu viel Vitamin K schwächt den Effekt der Medikamente. „Sie müssen keinesfalls auf grünes Gemüse verzichten, das gehört zu einer ausgewogenen Ernährung dazu“, erklärt unsere Arzneimittelexpertin Dr. Stefanie Schellhammer. „Aber Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin K sind nicht für Sie geeignet.“

Medikamente im Test

Ob Erkältungsmittel oder Blutdrucksenker – Stiftung Warentest informiert Sie zuverlässig über die Wirkung rezeptfreier und verschreibungspflichtiger Medikamente. Über 8.000 Produkte haben die Warentester analysiert und in einer einfach zu bedienenden Datenbank zusammengefasst. Sie finden wichtige Erklärungen zu Nebenwirkungen und Hinweise zu Wechselwirkungen, die durch die Kombination verschiedener Arzneimittel auftreten können. Außerdem gibt es einen Preischeck, mit dem Sie in der Apotheke bares Geld sparen können, wenn Sie rezeptfreie Medikamente benötigen. Das Beste daran: Sie als DAK-Versicherter können die Datenbank von Stiftung Warentest kostenfrei nutzen. Melden Sie sich einfach in unserer Online-Filiale „Meine DAK“ an. Dort finden Sie neben dem Medikamenten- Test von Stiftung Warentest viele weitere Angebote, die Sie beim Gesundbleiben und Gesundwerden unterstützen: www.dak.de/meinedak

5

Müsli

Jeder vierte Deutsche isst morgens Müsli. Angerührt werden die Getreideflocken meist mit Milch oder Joghurt. „Müsli ist eine gesunde Alternative zum Wurstbrot, hemmt aber die Wirksamkeit einiger Schmerzmittel, Antibiotika und Penicilline“, warnt DAK-Apothekerin Dr. Stefanie Schellhammer. Dafür gibt es zwei Gründe: Die Ballaststoffe quellen im Magen auf und behindern die Aufnahme der Wirkstoffe. Das in Milchprodukten enthaltene Kalzium kann außerdem das Aus für einige Antibiotika, Mittel gegen Osteoporose und Schilddrüsenerkrankungen sowie bestimmte Krebsmedikamente bedeuten. Das Mineral verbindet sich mit den Arzneimolekülen, die dann aufgrund ihrer Größe nicht mehr durch die Darmwand passen. Die wichtigen Medikamente wirken somit nicht mehr richtig.

6

Mineralwasser

Fast 150 Liter Mineralwasser trinkt der Durchschnittsdeutsche pro Jahr. „Vorsicht ist bei kalziumreichem Mineralwasser geboten“, sagt die DAK-Apothekerin. „Genau wie Milchprodukte hemmt es die Wirkung einiger Medikamente.“ Wer seine Tabletten mit Leitungswasser herunterschluckt und eine Stunde vor- bzw. zwei Stunden nachher keine kalziumreichen Lebensmittel zu sich nimmt, geht auf Nummer sicher.

Arzneimittel-Hotline: 040 325 325 842

Die Liste der Wechselwirkungen zwischen Medikamenten und Lebensmitteln ist lang.
„Fragen Sie Ihren Arzt ganz gezielt danach“, rät DAK-Apothekerin Dr. Stefanie Schellhammer. „Auch in der Apotheke oder über unsere Arzneimittel-Hotline bekommen Sie kompetente Antworten auf Ihre Fragen.“ Sie erreichen unsere Arzneimittel-Experten täglich rund um die Uhr zum Ortstarif unter der Telefonnummer 040 325 325 842. Weitere Informationen finden Sie im Internet auf: www.dak.de/arzneimittel-hotline