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Haltet die Kurve flach!

Es sind drastische Maßnahmen, die aktuell das Leben in Deutschland bestimmen: Schulen und Kitas sind geschlossen, gastronomische und Kultureinrichtungen gesperrt, Büroangestellte zur Heimarbeit verpflichtet, weitere Kontaktsperren verkündet.

Alle Aktionen haben zum Ziel, die sozialen Kontakte zwischen den Menschen so weit wie möglich einzuschränken. Warum das so wichtig ist, zeigen wissenschaftliche Berechnungen aus Wien. An der dortigen Technischen Universität haben Experten untersucht, wie sich bestimmte Maßnahmen auf die Infektionszahlen auswirken. Falls nichts unternommen wird, breitet sich das Coronavirus rasant aus. Bis Ende Mai hätten sich dann etwa zwei Millionen Österreicher angesteckt. Wenn es die Österreicher schaffen, auf jeden zehnten Sozialkontakt zu verzichten, stecken sich bis zum Höhepunkt der aktuellen Welle noch 1,2 Millionen Menschen an, fällt ein Viertel aller Sozialkontakte weg, sind es „nur“ 360.000 Menschen.


Haltet

die Kurve

flach!

Die Zahlen der Technischen Universität Wien gelten für Österreich, lassen sich aber auf Deutschland übertragen. Sie zeigen deutlich: Eine rasante Corona-Ausbreitung lässt sich nur dann verhindern, wenn alle Menschen jegliche Kontakte auf das Notwendigste beschränken: Zu Hause bleiben, Abstand halten, bei unvermeidbaren Begegnungen auf Handschlag oder Wangenküsschen verzichten. Alles, was andere Menschen gefährden könnte, muss möglichst wegfallen. Je weniger Sozialkontakte, desto langsamer kann sich das Coronavirus ausbreiten. Die Wachstumskurve der Neuansteckungen wird flacher. Genau das meint die englische Aufforderung „Flatten the curve!“, auf Deutsch: „Haltet die Kurve flach!“.

Wie die Berechnungen aus Wien zeigen, werden sich bei einem gestreckten Infektionsverlauf nicht unbedingt weniger Menschen mit dem Coronavirus anstecken. Aber es wird eben über einen längeren Zeitraum passieren und einen entscheidenden Vorteil für die medizinische Versorgung bringen. Nach bisherigen Erfahrungen aus Italien nimmt die Erkrankung bei neun bis zehn Prozent aller Infizierten einen schweren Verlauf. Die Betroffenen leiden unter Atemnot oder entwickeln sogar Lungenentzündungen. Wenn solche schweren Fälle in sehr kurzer Zeit auf die Intensivstationen drängen, wissen Klinikmitarbeiter am Ende nicht mehr, wo sie noch Beatmungsgeräte und Schutzkleidung finden sollen. In einem solchen Szenario kämen Krankenhäuser über die Grenze ihrer Belastbarkeit. Deshalb haben alle drastischen Maßnahmen ein Ziel: Das Tempo der Corona-Ausbreitung zu verlangsamen und Ärzte und Kliniken zu entlasten. Damit sie diejenigen, die schwer erkranken, bestmöglich versorgen können.

Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus

Die Ministerpräsidenten der Länder haben sich am Sonntag mit Bundeskanzlerin Angela Merkel auf folgende Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus verständigt:

1.

Die Bürgerinnen und Bürger werden angehalten, die Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstands auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren.

2.

In der Öffentlichkeit ist, wo immer möglich, zu anderen als den unter 1. genannten Personen ein Mindestabstand von mindestens 1,5 m einzuhalten.

3.

Der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist nur alleine, mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstands gestattet.

4.

Der Weg zur Arbeit, zur Notbetreuung, Einkäufe, Arztbesuche, Teilnahme an Sitzungen, erforderlichen Terminen und Prüfungen, Hilfe für andere oder individueller Sport und Bewegung an der frischen Luft sowie andere notwendige Tätigkeiten bleiben selbstverständlich weiter möglich.

5.

Gruppen feiernder Menschen auf öffentlichen Plätzen, in Wohnungen sowie privaten Einrichtungen sind angesichts der ernsten Lage in unserem Land inakzeptabel. Verstöße gegen die Kontakt-Beschränkungen sollen von den Ordnungsbehörden und der Polizei überwacht und bei Zuwiderhandlungen sanktioniert werden.

6.

Gastronomiebetriebe werden geschlossen. Davon ausgenommen ist die Lieferung und Abholung mitnahmefähiger Speisen für den Verzehr zu Hause.

7.

Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege wie Friseure, Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios und ähnliche Betriebe werden geschlossen, weil in diesem Bereich eine körperliche Nähe unabdingbar ist. Medizinisch notwendige Behandlungen bleiben weiter möglich.

8.

In allen Betrieben und insbesondere solchen mit Publikumsverkehr ist es wichtig, die Hygienevorschriften einzuhalten und wirksame Schutzmaßnahmen für Mitarbeiter und Besucher umzusetzen.

9.

Diese Maßnahmen sollen eine Geltungsdauer von mindestens zwei Wochen haben.

Bund und Länder werden bei der Umsetzung dieser Einschränkungen sowie der Beurteilung ihrer Wirksamkeit eng zusammenarbeiten. Weitergehende Regelungen aufgrund von regionalen Besonderheiten oder epidemiologischen Lagen in den Ländern oder Landkreisen bleiben möglich.


#WirBleibenZuhause

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat eine klare Botschaft an uns alle: Lasst uns zu Hause bleiben, damit sich das Virus langsamer verbreitet.

 

 


 

 

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Dorothea Wiehe