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Coronavirus: Wann gilt ein Patient als genesen?

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Immer mehr Menschen gelten mittlerweile als von Covid-19 genesen. Nach Quarantäne oder gar Krankenhausaufenthalt können sie wieder an ihre Arbeitsplätze zurückkehren. Doch das verunsichert bisweilen deren Kolleginnen und Kollegen. Dabei sind die Sorgen vor einer Ansteckung bei Genesenen unbegründet.

Laut Robert Koch-Institut gilt ein Patient 14 Tage nach dem Beginn der Symptome als genesen, wenn er mindestens 48 Stunden lang keine Krankheitsanzeichen wie Husten oder Fieber hatte. War er oder sie wegen der Infektion im Krankenhaus, müssen darüber hinaus zwei Tests auf das Virus innerhalb von 24 Stunden negativ gewesen sein. Der betreuende Arzt oder das zuständige Gesundheitsamt haben dabei immer das letzte Wort. So soll sichergestellt werden, dass niemand als gesund gilt, der es noch gar nicht ist. Dabei setzt Deutschland im weltweiten Vergleich recht strenge Kriterien an.

Grundlage hierfür sind Kriterien des Robert Koch-Instituts, die auf eine chinesische Studie zur Ausscheidungsdynamik von Corona-Patienten gründen: Diese untersuchte die Anzahl der vermehrungsfähigen Viren in unterschiedlichen Körperausscheidungen der Infizierten. Dabei zeigte sich, dass Abstrichproben vom Rachen bis zum vierten Tag der Infektion vermehrungsfähige Viren enthielten. Im Sputum, also dem Auswurf der Infizierten, konnten diese bis zum achten Tag nach Symptombeginn nachgewiesen werden. Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch ist dann nicht mehr möglich.

Während der Infektion bildet der Organismus passgenaue Antikörper. Dabei sind sich die meisten Experten einig, dass diese zumindest vorübergehend zu einer Immunität führen: Eine erneute, eventuell auch unbemerkte Erkrankung ist somit ausgeschlossen. Daneben lässt sich durch den Nachweis von Antikörpern auch feststellen, ob eine überstandene Corona-Infektion vorliegt. Nicht alle Infizierten zeigen Symptome, deshalb ist es besonders wichtig, auch diejenigen zu entdecken, die nun immun sind, davon aber noch nichts wissen. Ein solcher Antikörpertest wird bereits in vielen Kliniken erprobt, beispielsweise im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE).

Neuesten Forschungen zufolge können die Antikörper aber vielleicht sogar noch mehr, nämlich denjenigen helfen, die akut am Virus erkrankt sind und mit schweren Verläufen zu kämpfen haben. Dabei werden den Genesenen über eine Blutplasmaspende die Antikörper entnommen. Diese werden dann anderen, schwer erkrankten Patienten per Infusion verabreicht. Sie helfen, so die Hoffnung der Forscher, die akute Infektion besser zu überstehen. Bisherige Tests sind dabei bereits vielversprechend verlaufen. Diese Art von Therapie ist nicht neu: Sie wurde schon zu Zeiten der Spanischen Grippe und während der Ebola-Epidemien eingesetzt. Noch aber ist diese Antikörpertherapie bei Covid-19 in der Erprobungsphase. Von Genesenen geht also keine Gefahr aus – sie können im Gegenteil vielleicht sogar beim Kampf gegen die Krankheit der entscheidende Faktor werden.

Florian Kastl