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Gesund leben

Die besten Tipps gegen die Hitze

Hitzekollaps vermeiden: Wie wir uns vor der Hitze schützen können

Kaum frisch geduscht sind wir schon wieder durchgeschwitzt, jeder Schritt ist anstrengend, die Sonne knallt und Schattenplätze sind heiß begehrt – was für eine Hitze! Die Sonne brennt dieser Tage fast ohne Pause vom Himmel, die Temperaturen liegen vielerorts bei 30 Grad und mehr. Ein schöner Sommer – doch die für Deutschland absolut außergewöhnlichen Temperaturen bedeuten auch eine enorme Belastung für den menschlichen Körper. Wer nicht auf sich aufpasst, dem drohen Sonnenbrand, Hitzekollaps, Sonnenstich oder Hitzschlag!

Wie Sie die Hitzewelle am besten überstehen und Ihre Gesundheit schützen können

Um die dringendsten Fragen zur Hitzewelle zu beantworten, bot die DAK-Gesundheit darum am 1. und 2. August eine Hitze-Hotline an. Hunderte Anrufer nahmen das Angebot gerne wahr und stellten viele Fragen dazu, wie sie sich am besten vor der intensiven Sonne schützen können. Hier haben wir die häufigsten Fragen und die Antworten für Sie zusammengestellt und erklären, wie genau Erwachsene, Kinder und Babys sich am besten bei der Mega-Hitze verhalten sollten.

Wie sollte man sich während einer Hitzewelle verhalten?

Während einer Hitzewelle sollten wir uns am besten so wenig wie möglich der heißen Sonne aussetzen. Gerade bei drückender Hitze mittags und nachmittags ist es am besten, das schützende Haus nicht zu verlassen.

Außerdem helfen locker anliegende Kleidung, eine hellfarbene Kopfbedeckung und das Auftragen von Sonnenschutz. Für Erwachsene eignet sich ein Lichtschutzfaktor von mindestens 20, für (ältere) Kinder ein Lichtschutzfaktor von mindestens 30.

Einmal Abkühlung, bitte! Dem überhitzten Körper helfen gekühlte Lebensmittel mit hohem Wasseranteil, zum Beispiel Obstsalate, sowie reichlich, nicht zu kaltes, Mineralwasser. Auch das gelegentliche Abspritzen mit kühlem Wasser tut dem Körper während einer Hitzewelle gut.

Welche Hitzeschäden drohen?

  • Sonnenbrand: Ein Sonnenbrand lässt sich durch geeignete Kleidung, den Einsatz von Sonnenschutzmitteln und vernünftiges Verhalten meist vermeiden. Warnzeichen sind Rötung und erhöhte Schmerzempfindlichkeit der Haut. Allerspätestens dann gilt: raus aus der Sonne! Kühlende Umschläge können die Beschwerden lindern.
  • Hitzekollaps: Wer es zum Beispiel vermeidet, in der Hitze längere Zeit in größeren Menschenmengen zu stehen, kann einem Hitzekollaps entgegenwirken. Bei Muskelkrämpfen helfen mineralstoffreiche (zum Beispiel isotonische) Getränke.
  • Sonnenstich: Ein Hut tut gut! Einen Sonnenstich können Sie am besten durch eine geeignete Kopfbedeckung vermeiden. Kommt es zu Kopfschmerzen, Übelkeit, rotem Kopf und Bewusstseinseinschränkungen sollten Sie den Kopf mit feuchten Tüchern kühlen und dem Betroffenen – wenn möglich – vorsichtig zu trinken geben.
  • Hitzschlag: Lässt sich durch den Verzicht auf körperliche Überanstrengung während großer Hitze vermeiden. Betroffene hören meist auf zu schwitzen und zeigen einen hochroten Kopf sowie Körpertemperaturen über 40 Grad Celsius. Bewusstseinsverlust ist möglich. Ein Hitzschlag ist gefährlich. Betroffene brauchen eine sorgfältige Kühlung und am besten auch eine (ärztliche) Überwachung des Kreislaufs.

Was sollte man während einer Hitzewelle bei Arbeit im Freien beachten?

Besonders bei Handwerksarbeiten im Freien ist die Hitze sehr anstrengend und gefährlich. Dennoch gibt es – ähnlich wie bei der Arbeit im Büro – kein hitzefrei. Der Arbeitgeber kann und sollte sich jedoch darum bemühen, die Hitzebelastung seiner Arbeiter zu mindern. Folgende Maßnahmen können helfen:

  • Hilfreich ist eine flexible Gestaltung der Arbeitszeiten mit einer Verlagerung der Tätigkeit in die frühen Morgenstunden sowie die Vermeidung von Überstunden. Zusätzlich helfen kurze Pausen von je zehn Minuten im Schatten.
  • Die Einrichtung von Anlagen zur Beschattung, Belüftung oder Besprühung mit Wasser ist insbesondere auf Baustellen zu empfehlen.
  • Auch sollten Sonnenbrillen der Filterkategorie 2 oder 3 getragen werden.
  • Die Haut sollte regelmäßig mit einer Sonnenschutzcreme mit einem hohen Lichtschutzfaktor eingecremt werden.

Wie sollte der Sonnenschutz bei Säuglingen gehandhabt werden?

Babys sollten Sie am besten ganz aus der Sonne heraushalten! Doch selbst bei bewölktem Himmel dringen noch rund 90 Prozent des UV-Lichtes durch. Auch im Schatten von Bäumen oder unter Überdachungen kann die UV-Belastung erheblich sein. Für Säuglinge ist deshalb Kleidung mit UV-Schutz sinnvoll. Auf die freiliegende Haut sollten Sie eine mineralische Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 40 oder mehr auftragen. Die Creme wird in ausreichender Menge (nach Angaben des Herstellers oder Empfehlung des Kinderarztes) nicht einmassiert, sondern flächig aufgetragen. Alle 30 bis 60 Minuten sollten Sie nachcremen, besonders nach dem Kontakt mit Wasser ist dies wichtig. Bitte beachten: Dies gilt auch bei sogenannten „wasserfesten“ Sonnencremes.

Was ist zu beachten, wenn gleichzeitig Sonnen- und Mückenschutzmittel angewendet werden?

Am besten tragen Sie zuerst die Sonnencreme und danach erst das Mückenschutzmittel auf. Vorsicht bitte bei Mückenschutzmitteln mit ätherischen Ölen wie zum Beispiel Citronella-Öl. Diese Öle sind in vielen Naturprodukten zum Schutz vor Mücken enthalten – doch in Verbindung mit intensivem Sonnenlicht besteht ein erhöhtes Risiko für allergische Reaktionen. Eher empfehlenswert sind darum bei großer Hitze Präparate auf rein „chemischer“ Basis, wie etwa Mückenschutzmittel mit den Wirkstoffen „DEET“ oder „Icaridin“.

Wer seine Haut nicht mit den chemischen Substanzen belasten möchte, kann auch versuchen, die Mücken durch das Einsprühen der Kleidung mit mückenabweisenden oder -abtötenden Mitteln fernzuhalten.

Geht eine Hitzewelle mit einer erhöhten Ozonbelastung einher?

Ja, große Hitze bedeutet auch höhere Ozonbelastung. Leiden Sie unter Husten, Kopfschmerzen und Atembeschwerden? Dies können Anzeichen für eine erhöhte Ozonbelastung sein! Auf dem Land und in der freien Natur ist die Ozonbelastung bei dieser Hitze oftmals höher als in der Stadt. Das liegt daran, dass Ozon durch eine Reaktion von Stickoxiden der Autoabgase mit dem Sauerstoff der Luft entsteht. Durch Bestandteile der Autoabgase wird das Ozon aber auch schneller inaktiviert als außerhalb der Städte – deshalb ist die Ozonkonzentration auf dem Land und in der freien Natur oft höher und damit auch belastender als in der Stadt. Ab einem Ozonwert von 180 μg/Kubikmeter im Ein-Stunden-Mittelwert werden wir Bürger durch die Medien gewarnt und verstärkt dazu aufgerufen, vorsichtig mit der Sonne umzugehen. Tipp: Besonders hoch sind Ozonwerte am Nachmittag, daher sollten Aktivitäten, insbesondere Sport, auf den frühen Vormittag verlegt und eventuell sogar reduziert werden. Die Fenster sollten tagsüber geschlossen bleiben. Zum Lüften ist der frühe Morgen die beste Zeit.

Mirca Waldhecker