Was die Umstellung auf die Winterzeit mit uns macht
Gesund leben

Was die Umstellung auf die Winterzeit mit uns macht

Haben Sie Probleme mit der Winterzeit? Können Sie nach der Umstellung nicht zur gewohnten Uhrzeit einschlafen oder wachen Sie am nächsten Morgen zu früh auf? Oder genießen Sie die zusätzliche Stunde, schlafen aus, und am Montag geht es wie gewohnt weiter?

Eigentlich ist der Beginn der Winterzeit eine schöne Nachricht. Wir bekommen eine Stunde geschenkt. Das freut aber nicht alle. Wer nachts im Einsatz ist, muss eine Stunde länger arbeiten. Davon sind besonders Schichtdienstler betroffen. Die Umstellung bereitet auch sonst vielen Menschen Probleme. Zumindest vorübergehend. Unsere innere Uhr braucht für die Umstellung länger als die Zeiger der Uhren, die Sonntagnacht (29.10.) um 3 auf 2 Uhr zurückgestellt werden.

Was macht die Zeitumstellung mit uns?
Die Winterzeitumstellung stört unseren natürlichen Tagesablauf. DAK-Ärztin Elisabeth Thomas erklärt: „Der Biorhythmus stellt sich nicht von einem Tag auf den nächsten um – viele Menschen brauchen etwas Zeit, um wieder in den Takt zu kommen.“

Wen trifft die Zeitumstellung besonders?
Wie lange der Eingriff in den Tagesrhythmus jedem Einzelnen zu schaffen macht, ist individuell anders. Aber: Vor allem Frauen leiden darunter. Im Vergleich zu den Männern haben sie fast doppelt so oft Schwierigkeiten mit der Uhrenumstellung. Das ist das Ergebnis einer aktuellen und repräsentativen Umfrage der DAK-Gesundheit. 28 Prozent der befragten Frauen geben Probleme mit der Zeitumstellung an. Bei den Männern sind es gerade mal 16 Prozent.
Auch das Alter spielt beim Umgang mit der Zeitumstellung eine Rolle: Während Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14 und 29 Jahren selten über Probleme durch den Mini-Jetlag klagen (15 Prozent), setzt die Zeitumstellung den 45- bis 59-Jährigen besonders zu (29 Prozent). „Die meisten Menschen in diesem Alter haben einen Job und Kinder. Ihr Tagesablauf ist dadurch weniger flexibel als bei den Jüngeren und Älteren, deshalb fällt ihnen die Umstellung schwerer“, sagt die DAK-Ärztin.

Die Umstellung auf Winterzeit macht viele müde und schlapp

Wie kann sich die Zeitumstellung auswirken?
Drei Viertel der Betroffenen fühlen sich müde und schlapp – bei den befragten Männern sind es 70 Prozent, bei den Frauen sogar 79 Prozent. Insgesamt haben 60 Prozent Einschlafprobleme und mehr als ein Drittel kann sich schlechter konzentrieren. Zwölf Prozent gaben sogar an, depressive Verstimmungen zu haben. Jeder fünfte Berufstätige ist deswegen schon unpünktlich zur Arbeit gekommen.

Was können Sie tun?
Was dem Körper generell gut tut, hilft auch bei der Anpassung an die umgestellte Zeit: Bewegung, Entspannungsübungen, frische Lust und „ein bisschen Geduld“, empfiehlt DAK-Ärztin Elisabeth Thomas. Geben Sie Ihrem Körper Zeit, sich anzupassen. Machen Sie sich vor allem nicht verrückt, wenn Sie nicht einschlafen können oder nicht genug Schlaf bekommen. Meist verschwinden die Schlafstörungen schon nach wenigen Tagen.

Ist die Zeitumstellung ein gravierendes Problem?
In unserer Umfrage haben 78 Prozent der knapp 3.600 Befragten angegeben, sich nicht an Probleme mit der Zeitumstellung erinnern zu können. Schwierigkeiten hat entsprechend einer von fünf Befragten. Ernsthafte gesundheitliche Erkrankungen verursacht die Zeitumstellung im Normalfall nicht. Die Störungen im Biorhythmus sind in der Regel nach weniger als einer Woche überwunden.

Zeitumstellung: Sport hilft gegen Müdigkeit

Sollte die Zeitumstellung abgeschafft werden?
Fast drei Viertel aller Befragten halten die Zeitumstellung für überflüssig und plädieren dafür, sie abzuschaffen. Doch – Anpassungsschwierigkeiten hin oder her – es gibt auch Gründe für die Zeitumstellung. Nicht die Energieeinsparung, die man sich mit der Einführung der Zeitumstellung 1980 erhofft hatte, sondern die Anpassung des Tagesablaufs an das Sonnenlicht. Ohne Sommerzeit von Ende März bis Ende Oktober würde die Sonne im Sommer in der Spitze bereits gegen vier Uhr aufgehen und gegen 21 Uhr wieder untergehen. Durch die Sommerzeit verschiebt sich das auf fünf Uhr morgens und knapp 22 Uhr abends (Beispiel Hamburg). Durch die Sommerzeit verschiebt sich das auf fünf Uhr morgens und knapp 22 Uhr abends (Beispiel Hamburg). Bei einem normalen Tagesablauf haben wir durch die Sommerzeit also länger Sonnenlicht. Im Winter springen wir dann wieder zur Normalzeit zurück.

Dr. Christoph Prang

Leiden Sie unter der Zeitumstellung?

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Typische Beschwerden im Überblick

  • Einschlafprobleme
  • Durchschlafprobleme
  • Müdigkeit
  • Erschöpfung
  • Konzentrationsschwäche
  • depressive Verstimmung

Tipps zum Umgang mit der Zeitumstellung

  • Bewegung: Gehen Sie abends noch mal spazieren oder schieben Sie eine Sporteinheit ein
  • Entspannung: Machen Sie Übungen zur Entspannung
  • Frische Luft: Lüften Sie tagsüber reichlich und treten Sie öfter vor die Tür oder auf den Balkon
  • Essen: Wählen Sie gerade abends etwas Leichtes, verzichten Sie auf schwere Kost
  • Geduld: Machen Sie sich nicht verrückt

Die Café-Regel zur Zeitumstellung

Wer sich nicht merken kann, in welche Richtung die Zeiger wann gedreht werden, für den gibt's unsere Straßencafé-Faustregel: Im Frühling stellt der Wirt die Stühle vor das Café, im Herbst holt er sie zurück ins Haus.