Das Gesundheits-Magazin
Bild zum Beitrag 'Fasten mal anders: 7 Ideen für den Verzicht'
Familie & Freizeit

Fasten mal anders: 7 Ideen für den Verzicht

Die Wochen zwischen Aschermittwoch und Ostern gelten traditionell als Fastenzeit, in der 40 Tage lang auf tierische Lebensmittel oder geliebte Genussmittel verzichtet wird. Doch nicht nur bei religiösen Menschen ist Fasten ein Thema. Immer mehr Menschen entscheiden sich, für eine bestimmte Zeit auf etwas zu verzichten. Und das müssen nicht immer nur Lebensmittel sein. Wir stellen einige alternative Fastenideen vor, die Körper, Geist und Umwelt guttun. Probieren Sie es doch mal aus.

Der Verzicht auf bestimmte Lebens- oder Genussmittel kann wie ein Frühjahrsputz für den Körper wirken und die Gesundheit und das Wohlbefinden steigern. Wer sich ohnehin schon sehr ausgewogen ernährt oder einfach mal etwas Neues ausprobieren möchte, hat noch unzählige weitere Möglichkeiten, die Fastenzeit zu begehen und sich selbst etwas Gutes zu tun. Denn Fasten bedeutet auch immer ein Stück Entschleunigung. Gleichzeitig ist es eine gute Gelegenheit, mehr über sich selbst zu erfahren und sich bewusst auf Wichtiges zu besinnen.

Hier sind unsere 7 Ideen für den Verzicht:

Social-Media-Fasten

Noch schnell ein Selfie auf Facebook posten, die neueste Story des Lieblings-Influencers auf Instagram anschauen, einen Tweet retweeten oder ein paar Fotos in den WhatsApp-Status laden. Social-Media-Dienste nehmen in unserem Leben oft viel Raum ein. Wie wäre es also in der Fastenzeit mit etwas Digital Detox? Verabschieden Sie sich für einige Wochen aus den sozialen Netzwerken und genießen Sie das reale Leben und echte Konversationen. Sie werden erstaunt sein, wie gut das tut.

Smartphone-Fasten

Immer und überall erreichbar – so sieht für die meisten von uns der Alltag aus. Dass das stressig ist, sollte eigentlich niemanden wundern. Alle paar Minuten geht ein reflexartiger Griff zum Smartphone. Gibt es eine neue Nachricht oder ist etwas Spannendes in der Welt passiert? Selbst wenn wir mit Freunden oder der Familie zusammensitzen, legen wir das Smartphone kaum aus der Hand. Ein bewusster Verzicht kann wie Urlaub sein. Vermutlich werden Sie es schon nach kurzer Zeit zu schätzen wissen, nicht ständig durch ihr Smartphone abgelenkt zu sein. Und vielleicht integrieren Sie feste handyfreie Zeiten auch danach in Ihren Alltag?

Gaming-Fasten
Gaming-Fasten ist eine gute Möglichkeit, auch Kinder und Jugendliche in die Fastenzeit mit einzubeziehen. Eine Studie der DAK-Gesundheit hat gezeigt, dass fast ein Viertel aller Schüler zwischen zwölf und 17 Jahren jeden Tag Computerspiele spielt. Statt also stundenlang vor dem Computer oder der Konsole zu sitzen, können wieder gemeinsame Aktivitäten, Sport oder andere Hobbys in den Vordergrund rücken. Damit das Fasten zum Erfolg wird, bieten Sie Ihrem Kind interessante Alternativen an. Am besten gehen Sie als gutes Vorbild voran und verzichten Sie selbst auch auf eine liebgewonnene Beschäftigung.
Streaming- und Fernseh-Fasten
Gerade in Zeiten, in denen Fernsehsendungen, Filme und Serien zu jeder Zeit verfügbar sind und gestreamt werden können, ist es schwer, den Absprung zu schaffen und das Fernsehgerät oder den Laptop auch mal auszuschalten. Aus einer Folge werden zwei, drei und mehr. Willkommen beim Binge-Watching. Durch das Streaming- und Fernseh-Fasten können Sie also vermutlich viel Zeit gewinnen. Satt in die Röhre zu gucken, können Sie mal wieder etwas unternehmen, Freunde treffen, Sport machen oder ein längst vergessenes Hobby pflegen. Und nach 40 Tagen wird Ihnen der Fernseher vielleicht gar nicht mehr fehlen.
Konsum-Fasten
Das Konsum-Fasten ist eine gute Möglichkeit, sich darauf zu besinnen, was wir im Alltag wirklich brauchen. In unserer modernen Konsumwelt, in der das aktuellste Smartphone, die trendige Hose oder das extravagante Wohn-Accessoires nur einen Mausklick entfernt sind, kaufen wir oft mehr, als wir benötigen. Das ist alles andere als nachhaltig. Konsum-Fasten bedeutet, einmal einige Wochen lang auf Shoppingtouren zu verzichten. Das schont nicht nur den Geldbeutel, sondern bietet die Gelegenheit, eine Bestandsaufnahme vorhandener Dinge zu machen und gründlich auszumisten. Sie werden erstaunt sein, wie wenig Sie wirklich brauchen.

Plastik-Fasten

Bereits seit einigen Jahren ruft der BUND zum Plastikfasten auf. Ein guter Anlass, um sich bewusst mit überflüssigen Verpackungen zu beschäftigen und diese zu vermeiden. Mit ein paar Basics für einen plastikfreien Einkauf, wie einem Textilbeutel und wiederverwertbaren Netzen für Obst und Gemüse, funktioniert das ganz gut. Beste Anlaufstellen für einen Zero-Waste-Einkauf sind Wochenmärkte und Unverpackt-Läden. Und für das schnelle Mittagessen to go bringen Sie am besten einen eigenen Behälter mit.

Auto-Fasten
Auto-Fasten kann in mehrfacher Hinsicht ein Gewinn sein: Es spart Geld, schont die Umwelt und verhilft uns zu mehr Bewegung. Kürzere Strecken lassen sich auch zu Fuß oder mit dem Fahrrad bewältigen – ein echtes Plus für die Gesundheit. Der Umstieg auf den öffentlichen Nahverkehr kann zur Entspannung beitragen, da der Kampf durch den stressigen Verkehr entfällt. Und wer nicht komplett aufs Auto verzichten kann, der kann die Fastenzeit nutzen, um sich eine Mitfahrgelegenheit oder Carsharing zu organisieren.

5 Tipps zum Durchhalten

  1. Das Vorhaben schriftlich fixieren und zum Beispiel in einen Kalender eintragen und abhaken. Es motiviert zu sehen, was Sie schon geschafft haben. 
  1. Möglichst vielen Freunden und Kollegen von den Fasten-Plänen erzählen. Je mehr Menschen davon wissen, desto peinlicher ist das Aufgeben.
  1. Sich einen Fastenpartner suchen. Gemeinsam ist vieles leichter und Sie können sich gegenseitig motivieren und am Ende zusammen den Erfolg feiern.
  1. Ein Fastentagebuch führen. Fasten ist eine spannende Selbsterfahrung. Beobachten Sie sich selbst und schreiben Sie auf, wie Sie sich fühlen. Dann können Sie auch für die Zeit danach viel für sich mitnehmen.
  1. Nicht zu streng zu sich selbst sein. Sie sind einen Tag schwach geworden? Niemand ist perfekt. Drücken Sie ein Auge zu und machen Sie am nächsten Tag weiter.

Nina Alpers