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Fasten in Zeiten von Corona

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Die Corona-Pandemie fühlt sich für viele Menschen wie ein einziger großer Verzicht an. Verzicht auf Kontakte, Restaurantbesuche, Reisen und so vieles mehr. Sollen wir da in der Fastenzeit auch noch auf die heißgeliebte Schokolade verzichten, die uns den Lockdown versüßt? Tatsächlich ist Fasten 2021 trotz Lockdown so beliebt wie nie zuvor, wie eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK-Gesundheit zeigt.

Die Wochen zwischen Aschermittwoch und Ostern gelten traditionell als Fastenzeit, in der 40 Tage lang auf tierische Lebensmittel oder geliebte Genussmittel verzichtet wird. Doch nicht nur bei religiösen Menschen ist Fasten ein Thema. Knapp zwei Drittel der Deutschen haben schon mindestens einmal bewusst für längere Zeit auf Genussmittel oder Konsumgüter verzichtet. Das ist der höchste Wert in der inzwischen zehnjährigen Erhebung der DAK-Gesundheit und ein Anstieg um 25 Prozent seit 2012. Die große Mehrheit der Befragten hält eine Fastenzeit aus gesundheitlicher Sicht für sinnvoll. Am größten ist dabei der Wunsch auf Alkoholverzicht gefolgt von Süßigkeiten und Fleisch.

Vergleich: Fasten 2020/2021 – Hierauf wollen die Deutschen verzichten

 

Fasten im Lockdown?

Die zahlreichen Einschränkungen durch die Corona-Pandemie und den Lockdown lassen viele Menschen häufiger zu Genussmitteln greifen. 30 Prozent der Befragten gaben an, dass sie sich seit Beginn der Corona-Pandemie insgesamt weniger gesund verhalten haben als zuvor. Fasten kann also gerade jetzt eine gute Idee sein. „Die Pandemie führt bei vielen Menschen zu Ängsten, Stress oder Langeweile, wodurch der Alkoholkonsum offensichtlich steigt“, sagt Franziska Kath, Diplompsychologin der DAK-Gesundheit. „Rauschmittel wie Alkohol zu konsumieren ist in Krisenzeiten für manche eine Art Bewältigungsmechanismus. Die große Gefahr besteht darin, dass aus der Gewohnheit eine Abhängigkeit werden kann. Die Fastenzeit bietet einen guten Anlass, das eigene Verhalten kritisch auf den Prüfstand zu stellen.“

Tatsächlich hat der Lockdown nur wenig Auswirkungen auf die Bereitschaft zu fasten. Nach der DAK-Umfrage meint die überwiegende Mehrheit von 84 Prozent der Deutschen, dass die Corona-Situation generell keinen Einfluss darauf hat, ob und in welchem Umfang sie in diesem Jahr fasten möchten. Sieben Prozent aller Befragten geben an, dass sie angesichts der aktuellen Corona-Situation eher bereit sind, zu fasten. Acht Prozent sind demgegenüber weniger dazu bereit.

Von Fleischverzicht bis Plastikfasten

Haben Sie sich schon entschieden, ob Sie in diesem Jahr fasten möchten? Auf etwas zu verzichten, ist eine gute Gelegenheit, sich bewusst auf Wichtiges zu besinnen. Gerade in Zeiten von Corona kann das besonders wohltuend sein. Neben der Möglichkeit, dem Körper etwas Gutes zu tun und ihn zu reinigen, zum Beispiel durch Intervallfasten oder den bewussten Verzicht auf Alkohol, Süßigkeiten oder Fleisch, gibt es auch noch zahlreiche alternative Fastenformen, zum Beispiel Plastik- oder Smartphonefasten. Wir wünschen viel Freude beim Ausprobieren.

Nina Alpers