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Fitness im Fokus

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Bewegungsmangel ist die Ursache vieler Krankheiten. Der Nationale Fitness Check (NFC) zeigt in nur vier Minuten, wie es um Ausdauer und Fitness bestellt ist und motiviert zu mehr Bewegung.

Eigentlich war sie immer sportlich. Doch dann kamen Phillip und Till, ihre beiden Jungs. Kathrin Schulz, Vermögensberaterin aus Burgwedel, hat sich auf den Sattel des Ergometers geschwungen und beginnt gerade, langsam in die Pedale zu treten. Sie macht beim Nationalen Fitness Check mit, eine Initiative des Expertenbeirats Fitness (TÜV Rheinland). Der zweistufige Test trifft in nur vier Minuten eine Aussage über ihren Fitnesszustand.

Individueller Werte-Check

Bevor es losgeht, misst Trainerin Sophia Lührmann, Sport- und Gesundheitswissenschaftlerin, den Ruhepuls und notiert Gewicht und Alter. Mit diesen Daten wird der Check individualisiert und die maximale Herzfrequenz ermittelt, die Kathrin Schulz beim Training nicht überschreiten darf. Zwei Minuten radelt die 46-Jährige bei geringer Belastung, dann soll sie kräftiger strampeln. Die Wattzahl wird für Stufe zwei gesteigert. Kathrin Schulz spürt ein Ziehen in den Beinen: „Mein Ziel ist es, jeden Morgen zehn Minuten Work-out mit Sit-ups einzubauen, doch meine Jungs halten mich auf Trab.“ Früher machte die berufstätige Mutter mit zwei Pferden abenteuerliche 50-Meilen-Ritte durch die USA. Heute ist die Zeit für Fitness knapp.

 

Treppe statt Fahrstuhl

Berufstätige und Alleinerziehende kennen die Herausforderung, wenn sie versuchen, Bewegung in ihren Alltag zu integrieren. Die Trainerin empfiehlt kleine Maßnahmen: „Öfter Wege zu Fuß zu erledigen oder die Treppe statt den Fahrstuhl zu wählen, auch mal einen Busstreckenabschnitt gehen statt zu fahren, das hilft bereits als Alltagstraining.“ Schon mit strammen Spaziergängen lässt sich die Ausdauer steigern.

 

Gut für Leib und Seele

Prof. Ingo Froböse und sein Team von der Deutschen Sporthochschule Köln möchten mit dem NFC daran erinnern, dass Bewegung gesund hält. Die Zahlen sind erschreckend: Mehr als die Hälfte der Menschen hierzulande leben „bewegungsarm“. Sie erreichen nicht die von der WHO empfohlenen 150 Minuten moderate Bewegung in der Woche beziehungsweise 75 Minuten mit höherer Intensität. Dabei ist Mangel an Bewegung die Ursache für Krankheiten wie Diabetes Typ 2, Herz-Kreislauf-Beschwerden, Rückenschmerz und Übergewicht. Sport wirkt nicht nur präventiv und kann vor Alzheimer und Demenz schützen, er steigert auch das Wohlbefinden. Die Feierabendrunde durch den Park reguliert Stress und gleicht aus, der Stoffwechsel und die Immunabwehr werden angekurbelt, sogar das Selbstbewusstsein steigt. Kurz: Leib und Seele profitieren gleichermaßen. Wer aktiv lebt, der schüttet Endorphine, körpereigene Glückshormone, aus. Probandin Schulz steigt vom Sattel. Sie hat die maximale Herzfrequenz beim Test nicht überschritten. „Ein gutes Zeichen“, sagt Trainerin Lührmann.

 

Dr. Stefanie Maeck

Drei Fragen an Prof. Ingo Froböse, Deutsche Sporthochschule Köln

Herr Prof. Froböse, welche Vorteile bietet der Nationale Fitness Check?

Es handelt sich dabei um ein niederschwelliges Angebot für alle Menschen, dass darüber hinaus schnelle Informationen bietet: Er ersetzt zwar keine Diagnostik bei einem Arzt, aber wir können ganz schnell Menschen und ihre Fitness einordnen. Das machen wir mit einem Ampelsystem: Du bist noch nicht fit, es lohnt sich für Dich, etwas zu tun, bzw. Du bist schon richtig fit. Die Botschaft: Es ist nicht zu spät. Bitte investiere in Deine Gesundheit, Fitness und Leistungsfähigkeit!

Nehmen wir an, jemand liegt im roten Bereich. Was soll er tun?

Für Untrainierte und Ältere eignen sich strammes Spazierengehen und Wandern zu Beginn. Auch ohne gestreiften Trainingsanzug kann man etwas für das Herz-Kreislauf-System tun. Wer Gelenkprobleme hat, dem raten wir zum Schwimmen oder Radeln. Wir würden die von der WHO empfohlenen 150 Minuten aufteilen: abends kann man einen 30- bis 40-minütigen Spaziergang unternehmen, am Wochenende eine längere Radtour. Es gilt, viele Bewegungspunkte im Alltag zu sammeln. Das Treppenhaus ist übrigens super. Studien zeigen, dass 40 Etagen pro Woche so fit halten, dass Herzinfarkt und Schlaganfall keine Chance haben. Zusätzlich kräftigen simple Kniebeugen im Wohnzimmer Muskeln für Mobilität.

Gibt es Anfängerfehler und verraten Sie Tipps zur Motivation?

Beim Herz-Kreislauf-Training sollte man lieber länger trainieren als zu schnell! Als Faustformel fürs Tempo gilt: Auf vier Schritte sollte man einmal einatmen und auf vier Schritte ausatmen. Es hilft, einen Vertrag mit sich zu schließen und sich kleine Ziele zu setzen. Nach sechs bis acht Wochen droht oft ein Motivationstief. Daher sollte man sich erreichbare Ziele stecken und belohnen. Man darf gern darüber reden, was man für ein aktives Leben beginnt. Häufig wird man gefragt: Wow, warum siehst du so gut aus? Weiht man die Mitmenschen ein, gibt das hilfreichen Druck. Übrigens: Schon nach zwei Wochen verbessert sich unsere Leistung, die Lunge vergrößert ihr Volumen, die Haut strafft sich. Manch einen motiviert das, richtig in Sport einzusteigen!

Innovative Angebote

Die DAK-Gesundheit bietet weitere unterhaltsame, motivierende und informative Gesundheitsangebote für Azubis oder den nächsten Firmen-Gesundheitstag. Spielerisch wird das Gesundheitsbewusstsein der Beschäftigten gestärkt. Kollegen können sich besser kennenlernen und der Teamgeist wird gefördert. Die Module eignen sich auch zum Auftakt eines Betrieblichen Gesundheits-Managements (BGM).

Weitere Informationen erhält Ihr Arbeitgeber unter der DAK-Hotline 040 325 325 750 zum Ortstarif.


Weitere spannende Eventmodule

Alterssimulation

So fühlt sich Alter an! Die Augen sehen schlechter, die Ohren hören vermindert, die Muskulatur der Hände beginnt zu zittern. Mit Altersanzügen bietet sich die Möglichkeit sich in die Lage von Senioren zu versetzen und altersbedingte Einschränkungen zu verstehen. Gleichzeitig motiviert der Anzug, präventiv aktiv zu werden und selbstvorzusorgen.

Smoothie-Bike

Während auf dem Bike gestrampelt wird, entsteht durch die Muskelkraft ein frischer Smoothie im Mixer. Selten war Gesundheits- und Ernährungsaufklärung so anschaulich wie auf dem beliebten Smoothie-Bike.

Gokart 2.0

Es ist ein bisschen verkehrte Welt. Lenkt der Fahrer sein Gokart nach rechts, bewegt sich das Gefährt nach links. Der Gokart-Parcours wird so zum aktiven und spielerischen Gehirn-Training und hilft, Reaktionen und Sinne gut zu schärfen. Wer kommt als Erster ins Ziel? Entscheidungen und Steuerung werden dabei mit viel Spaß trainiert und die Vernetzungsfähigkeit des Gehirns wird gefördert.

Fitlight

Folge dem Licht! Lichtimpulse steuern bei diesem softwaregesteuerten Tool die Bewegung. Mit viel Spaß kann die Koordination von Auge und Hand trainiert werden. Die Teilnehmer testen ihre Reaktionen, verbessern ihre Wahrnehmung und ihr Raumgefühl. Verschiedene Farbstufen steigern das Erlebnis.

Außerdem im Angebot:

das Carrera Bike, der Flugsimulator Icaros und der Escape Room.

Fotos Nationaler Fitness Check: Michael Kohls