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Gesund durch Kräuter

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Ob Ölziehen, Meditation oder Waldbaden: Die Naturheilkunde nimmt im Leben von Franziska Rubin eine wichtige Rolle ein. In ihrem Buch „10 Kräuter gegen 100 Krankheiten“ zeigt die Ärztin, wie Kräuter die Schulmedizin optimal ergänzen.

Franziska Rubin ist davon überzeugt, dass man viele Krankheiten, egal ob chronisch oder akut, durch den Lebensstil positiv beeinflussen oder sogar verhindern kann. Für ihr Buch „10 Kräuter gegen 100 Krankheiten“ hat die Medizinerin Studien zu den zehn wirksamsten Kräutern gesichtet. Von der vielfältigen Wirkung der Küchenkräuter war sie überrascht: „Koriander hilft zum Beispiel hervorragend bei trockener, juckender Haut, bei Verdauungsbeschwerden und hat zudem eine antibiotische Wirkung.“ Viele Kräuter wirken unterschiedlich, je nachdem, ob man sie einnimmt oder äußerlich anwendet. Das Schöne: Ohne großen Aufwand kann sich jeder einen kleinen Kräutergarten auf dem Balkon, im Garten oder auf der Fensterbank anlegen. Das Gärtnern und Ernten bringt Freude und die Kräuter bereichern die Küche. „Ich fühle mich vitaler, kraftvoller und zufriedener“, freut sich Franziska Rubin.

Die Schulmedizin stellt sie dabei nicht infrage, im Gegenteil: „Die Medizin hat sich immens entwickelt und moderne Behandlungsmethoden sind unverzichtbar. Ich bin aber der Meinung, dass die Kombination aus Schulmedizin und Naturheilkunde die besten Erfolge bringt.“ Wenn die Beschwerden mit Hilfe naturheilkundlicher Verfahren nicht innerhalb von zwei bis drei Tagen besser werden, rät die Autorin jedoch zu einem Arztbesuch. „Denn das ist ein Zeichen dafür, dass ich auf dem falschen Pfad bin oder die Krankheit schon zu weit fortgeschritten ist. Dann schafft es der Körper nicht mehr aus eigener Kraft, sich zu heilen.“ Ein positiver Nebeneffekt der Naturheilkunde ist, dass Menschen lernen, ihren Körper besser wahrzunehmen und auf seine Zeichen zu hören. Das ermöglicht, dass man bei Symptomen rechtzeitig gegensteuern kann. „Bei chronischen Erkrankungen ist es oft so, dass Patientinnen und Patienten medikamentös bereits gut behandelt werden, jedoch unter Nebenwirkungen leiden. Auch hier können in Rücksprache mit Ärztinnen und Apothekern naturheilkundliche Behandlungen helfen. Ich freue mich darüber, dass immer mehr Medizinerinnen und Mediziner sich der Naturheilkunde öffnen und erkennen, wie wichtig der Lebensstil der Patientinnen und Patienten ist. Denn hier liegt Potential, medikamentöse Therapien zu unterstützen“, sagt die Ärztin. Für fit! hat Franziska Rubin uns einige ihrer Lieblingskräuter und Hausmittel verraten.

Kapuzinerkresse

Name: Große Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus)
Beinamen: Pfaffenkappe, Mönchskapüzchen, Kapuzinerli, Salatblume, Salatkresse
Familie: Kapuzinerkressegewächse (Tropaeolaceae)

 

Anwendung

Innerlich: Erkrankungen der Atemwege, grippale Infekte, Entzündungen der ableitenden Harnwege, Nasennebenhöhlenentzündung
Äußerlich: Stumpfe Verletzungen, Muskelschmerzen, Wunden

Wirkstoffe:
Blätter: sehr hoher Vitamin-C-Gehalt, viel Eisen, Schwefel, Senfölglykoside,
Blüten: zusätzlich verschiedene Carotinoide, Lutein, Anthocyane, hoher Vitamin-C-Gehalt
Die Samen enthalten verschiedene Öle wie Linolsäure

Wirkung: antibakteriell, antiviral, pilz- tötend, durchblutungsfördernd, entzündungshemmend, schleimlösend, schmerzlindernd, wundheilungsfördernd

Verwendete Teile: Blüten, Blätter (frisch und getrocknet), Samen (Früchte)

Anwendungsformen und Dosierung: Frische Pflanzenteile, Tinktur, Frischpflanzensaft, Fertigpräparate
Vorsicht: Nicht mehr als 15 g auf einmal und 30 g am Tag essen.

Gegenanzeichen: Magen-Darm-Geschwüre, Nierenerkrankungen, Schwangerschaft, Stillzeit, nicht bei Säuglingen anwenden.

Rosmarin

Botanischer Name: Salvia rosmarinus
Beinamen: Meertau, Brautkraut
Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)

 

Anwendung

Innerlich: Niedriger Blutdruck, funktionelle Herzbeschwerden, Migräne, Impotenz, nachlassende Gedächtnisleistung, Demenz, Verdauungsbeschwerden, Menstruationsbeschwerden
Äußerlich: Arthrose, Rheuma, Neuralgien, Durchblutungsstörungen, Akne, Unreine Haut, trockenes Haar, Kopfschuppen

Wirkstoffe:
ätherische Öle, unter anderem Oleum aethereum Rosmarini, das hohe Anteile des sogenannten Rosmarinkampfers ent hält, Gerbstoffe, Bitterstoffe, Saponine, Flavonoide

Wirkung: tonisierend, durchblutungsfördernd, krampf lösend, galleflussfördernd, gegen Lebergifte wirksam, hautreizend, leicht antiviral und antibakteriell

Verwendete Teile: Blätter (getrocknet oder frisch) und das dar aus gewonnene ätherische Öl

Anwendungsformen und Dosierung: Tee, ätherisches Öl.
Bei der Verwendung von Blättern als Teeaufguss beträgt die Tagesdosis 4 bis 6 Gramm für eine Tasse Tee. Bei der Einnahme von ätherischem Öl mit Zucker, auf Honig oder in einem Getränk beträgt die Dosis zehn bis maximal 20 Tropfen am Tag.

Gegenanzeichen: Rosmarinöl und -wein sollten nicht in der Schwangerschaft angewendet werden. Auch Menschen mit Bluthochdruck sollten Rosmarinöl meiden, da der hohe Gehalt an Kampfer den Blutdruck erhöht.

 

Tipp:

Auszug aus Rosmarinöl selbst herstellen

Junge, noch nicht verholzte Triebe sehr fein schneiden und damit ein Glas zu etwa zwei Dritteln befüllen. So viel Öl aufgießen, dass alles gut bedeckt ist. Geeignet sind Sonnenblumen-, Oliven- und Mandelöl. Die Pflanzenteile müssen auf jeden Fall vollständig mit Öl bedeckt sein.

Drei bis vier Wochen hell und warm stellen, dabei hin und wieder das Glas schütteln. Danach abseihen und das Seihtuch kräftig ausdrücken. Alles in dunkle Flaschen füllen und kühl stellen.

Melisse

Botanischer Name: Melissa officinalis
Beinamen: Zitronenkraut, Gartenmelisse, Bienenkraut- oder Honigkraut, Citronella
Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)

 

Anwendung

Innerlich: Erschöpfung, Abgeschlagenheit, funktionelle Verdauungsbeschwerden, nervöse Herzbeschwerden, Migräne, Schlafstörungen

Äußerlich: Herpes-Infektion, Akne, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit

Wirkstoffe:
Melissenblätter enthalten ätherisches Öl, außerdem typische Gerbstoffe der Lippenblütler (mit dem Hauptvertreter Rosmarinsäure) und Flavonoide sowie Glykosid, Saponin, Thymol und Vitamin C

Wirkung: Angstlösend, krampflösend, antiviral, beruhigend bei Blähungen, schlaffördernd

Verwendete Teile: Blätter und das daraus gewonnene ätherische Öl

Anwendungsformen und Dosierung: Blätter (getrocknet oder frisch), Tinktur, ätherisches Öl, Frischpflanzensaft, Fertigpräparate
Die Tagesdosis für Tee beträgt ein bis drei Tassen täglich, pro Tasse jeweils 1 TL, bei Frischpflanzensaft zwei bis vier EL, zwei bis drei Handvoll frische Blätter für ein Vollbad

Gegenanzeichen: Das ätherische Melissenöl kann reizend auf sehr empfindliche Haut wirken, deshalb vor dem Gebrauch einen Allergietest auf der ArmInnenseite durchführen. Dazu ganz wenig Öl auftupfen und abwarten, ob sich die Haut rötet oder juckt.

 

Janina Fortmann
Foto Franziska Rubin und Buchcover: Judith Buethe; Cover: Becker Joest Volk Verlag