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Gute Vorsätze in Zeiten von Corona?

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Die Coronakrise bestimmt seit Monaten das Leben in Deutschland. Auch auf die guten Vorsätze und deren Umsetzung hat die Pandemie Einfluss. In Zeiten von Lockdown und Kontaktbeschränkungen fiel es über der Hälfte der Menschen in Deutschland schwer, ihre Vorhaben für 2020 umzusetzen. Was sind die Ziele für das neue Jahr? Und wie lassen sich diese umsetzen?

Das Jahr 2020 hatte es in sich. Klar, dass da gute Vorsätze eher hintenanstanden. Bei einer aktuellen und repräsentativen Forsa-Umfrage mit mehr als 3.500 Befragten im Auftrag der DAK-Gesundheit gaben 51 Prozent der Befragten an, dass es Ihnen im Jahr der Corona-Pandemie schwerer gefallen sei, die eigenen Vorhaben umzusetzen. Der Hälfte sei es gelungen, die gesteckten Ziele länger als drei Monate durchzuhalten, weitere 23 Prozent hielten zumindest zwei bis drei Monate durch. Für 29 Prozent hatten Lockdown und Kontaktbeschränkungen keinen Einfluss auf ihr Durchhaltevermögen. Nur 19 Prozent gaben an, dass es Ihnen leichter fiel als in den Vorjahren.

Top-Vorsätze für das neue Jahr
Was nehmen sich die Menschen also für 2021 vor? Auf der Hitliste der guten Vorsätze liegt Stressabbau mit 65 Prozent an der Spitze. Mehr Zeit für Familie und Freunde wünschen sich 64 Prozent der Befragten. 63 Prozent möchten sich umwelt- beziehungsweise klimafreundlicher verhalten. Auf Platz vier landet der Vorsatz, sich mehr zu bewegen oder Sport zu treiben (60 Prozent). 53 Prozent möchten sich gesünder ernähren.

Bewusst nichts vornehmen
Auf die Frage, ob sie sich manche Dinge für das Jahr 2021 bewusst nicht vornehmen, weil sie sich in diesen Zeiten nicht oder nur schwer umsetzen lassen, gibt es unter den Befragten ein geteiltes Bild. Für 49 Prozent trifft das zu, 51 Prozent hingegen verneinen die Frage. Etwas klarer ist die Haltung allerdings bei den älteren Befragten über 60 Jahre. Hier setzen sich 57 Prozent bewusst keine Vorsätze, weil sie der Meinung sind, diese in Zeiten von Corona nicht oder nur schwer umsetzen zu können.

Mit Eigenmotivation zu mehr Gesundheit
Mit Abstand am häufigsten (70 Prozent) motiviert die Befragten ihr persönliches Empfinden, sich verstärkt um ihre Gesundheit zu kümmern. Für etwa jeden Zweiten sind eine akute Erkrankung oder die Aufforderung vom Arzt der Grund, gesünder zu leben. 41 Prozent sind motiviert, wenn der Partner einen dazu Anstoß gibt. Mehr als jeder Vierte (28 Prozent) sieht Angebote der eigenen Krankenkasse als hilfreich an.

Schritt für Schritt
Das Problem beim Umsetzen guter Vorsätze: Wir wollen alles auf einmal. Top in Form sein, besser kochen können, für Freunde und Familie da sein, endlich befördert werden. Und wenn wir all das nicht möglichst schnell erreichen, fühlen wir uns als Versager. „Schritt für Schritt“ heißt die Lösungsformel! Setzen Sie Akzente, überlegen Sie, was Ihnen gerade am wichtigsten ist. Manchmal hat die Entscheidung für die eine Sache erstaunliche Nebeneffekte. Sprich: Wenn Sie mehr Sport treiben, haben Sie danach vielleicht mehr Lust auf einen Salat mit Hühnchen anstatt auf Pizza oder Burger. Oder wenn Sie nach der Arbeit einen Spaziergang machen oder meditieren, gelingt es Ihnen, im Feierabend besser vom Job abzuschalten.

Auf das richtige Timing kommt es an
Zum Jahreswechsel schaltet unser Kopf auf Neuanfang. Gute Vorsätze können aber auch zu jedem anderen Zeitpunkt des Jahres in die Tat umgesetzt werden. Vieles hängt einfach vom richtigen Timing ab. Kurz gesagt: Die Lust, draußen joggen zu gehen, ist im Januar und Februar angesichts von Kälte und Schneeregen eher begrenzt. Warum also nicht mit einem Work-out im Wohnzimmer  beginnen? Mit der ersten Frühlingswärme ziehen sich die ersten Joggingrunden im Park dann fast wie von selbst.

Applaus für Sie!
Wir alle wissen: Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Wenn wir also alte Muster aufbrechen und neuen Schwung in unser Leben bringen, dürfen wir uns dafür auch ruhig mal selbst auf die Schulter klopfen. Erfolge feiern – mögen sie auch noch so klein sein – ist ein wichtiger Motivationsfaktor. Haben Sie zwei Kilo abgenommen? Gönnen Sie sich ein neues Kleidungstück, in dem Sie sich wohlfühlen. Haben Sie Ihre bisherige Trainingszeit noch einmal verbessert? Dann genehmigen Sie sich doch einfach mal das große Stück Schokolade. Manchmal müssen wir unseren inneren Schweinehund einfach ein bisschen überlisten, um neue Wege zu gehen.

„Formulieren Sie Ihren Vorsatz unbedingt alltagstauglich!“

Zum Jahreswechsel fassen wir Pläne für einen gesunden Jahresstart. Warum ist das in Corona-Zeiten schwierig, und wie bleiben wir an unseren Zielen für 2021 dran?

 

 

 

 

Dr. Matthias Hammer (1966) studierte Psychologie in Tübingen, Chicago und New York. Er ist Psychologischer Psychotherapeut und arbeitet als niedergelassener Psychotherapeut und Coach in Stuttgart. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit ist das Stoppen schädlicher und das Etablieren gesunder Gewohnheiten. Sein aktuelles Buch heißt: „Denke groß, fang klein an: Mit Mini-Schritten schlechte Gewohnheiten ablegen und den Alltag meistern. Mit Micro Habits zum Erfolg.“ mvgverlag 2019

Stefan Poetig / Nina Alpers

Interview: Stefanie Maeck