Bild zum Beitrag 'Kräuter auf der Fensterbank'
Ernährung & Rezepte

Kräuter auf der Fensterbank

So legen Sie in wenigen Schritten einen eigenen Kräutergarten an

Egal ob Fensterbank, Balkon oder Terrasse – der eigene Kräutergarten lässt sich überall unterbringen. Wir zeigen Ihnen, wie es geht und welche Kräuter auf keinen Fall fehlen sollten.

Frische Kräuter sind nicht nur lecker, sondern auch gesund und geben der Frühlings- und Sommerküche erst so richtig Geschmack. Das Anlegen des eigenen Kräutergartens ist gar nicht schwer und lässt sich wunderbar an die eigenen Platzverhältnisse anpassen. Für den Start braucht man nicht viel mehr als einen Pflanzkasten oder Topf (am besten aus Ton, der in einen Übertopf passt), frische Erde und Kräutersetzlinge vom Wochenmarkt. Es lohnt sich, bei der Auswahl auf Qualität zu achten, damit die Freude am eigenen Kräutergarten lange anhält. Wer etwas mehr Zeit einplant, kann die Kräuter auch selbst ziehen. Ansonsten werden die kleinen Setzlinge einfach aus den Transportbehältern in die frische Erde umgepflanzt und schon nach kurzer Zeit können die ersten Blätter geerntet werden. 

Die Pflege

Damit die eigenen Kräuter gut gedeihen, brauchen sie Pflege. Die meisten Sorten benötigen nicht viel Wasser, sollten aber auch nicht austrocknen. Achten Sie deswegen auf regelmäßiges Gießen. Stellen Sie durch kleine Löcher im Pflanzbehälter sicher, dass das Wasser abfließen kann und kein Wasserstau entsteht. Gießen Sie zu viel Wasser aus dem Übertopf regelmäßig ab.

Die Ernte

Wenn es dann an die erste Ernte geht, sollten Sie möglichst nur kleine Mengen der Blätter entfernen. Als Faustformel gilt: in einer Woche immer nur etwa 15 Prozent der Blätter ernten. Werden zu viele gezupft, können die Pflanzen nicht mehr genug Sonnenlicht aufnehmen und ihnen fehlt die Energie für das weitere Wachstum. In der Folge entwickelt sich ein Kümmerwuchs oder die Kräuter gehen sogar ein. 

Wer etwas mehr Platz im Garten hat, kann sich eine Kräuterspirale (gibt's im Baumarkt) anlegen. Diese ist nicht nur optisch ein echtes Highlight. Sie wird auch Kräutern mit unterschiedlichen Ansprüchen gerecht – oben sonnig und trocken, weiter unten schattig und feucht.

Grün, aromatisch und bärenstark: Diese 8 Sorten dürfen in keinem Kräutergarten fehlen

Oregano

Oregano mag es gerne sehr sonnig und warm, trotzdem ist er winterhart. Er ist als typisches Pizzagewürz bekannt, passt hervorragend in die mediterrane Küche und verleiht jeder Tomatensoße die richtige Würze. Oregano kann auch als Tee zubereitet werden und Husten und Halsschmerzen lindern. Als Öl gilt Oregano dank seines hohen Gehaltes an Phenolen als natürliches Antibiotikum. 

Schnittlauch

Schnittlauch bevorzugt mäßig feuchte Erde und einen sonnigen bis halbschattigen Platz. Er ist in der Regel recht pflegeleicht und winterhart. Das beliebte Küchenkraut schmeckt besonders gut in Salaten und auf Brot. Es enthält viele Mineralstoffe, Vitamine, Folsäure und ätherische Öle. Zudem wirken sich Eisen und Magnesium positiv auf die Zellenenergie des Körpers aus.

Dill

Dill ist eine einjährige Pflanze, die gerne geschützt an einem sonnigen bis halbschattigen Platz steht. Der herb-aromatische Geschmack des Krautes passt besonders gut zu Fisch. Außerdem lässt sich Dill wunderbar zum Einmachen von Gurken verwenden. Die ätherischen Öle der Dillsamen können den Magen beruhigen, wirken krampflösend und fördern die Verdauung.

Minze

Minze ist im Allgemeinen recht pflegeleicht und gedeiht am besten an sonnigen bis halbschattigen Standorten. Sie lässt sich besonders gut für Salate, Soßen und Desserts verwenden. Auch erfrischende Getränke und Tees lassen sich mit Minze zubereiten. Als Tee hilft Minze bei Verdauungsbeschwerden, Blähungen und Übelkeit.

Basilikum

Basilikum liebt es sonnig und feucht. Alle Sorten sind frostempfindlich und müssen im Haus überwintern. Basilikum eignet sich wunderbar für die leichte Küche und wirkt antibakteriell. Außerdem kann er bei Magen- und Verdauungsproblemen helfen. Basilikum enthält viele Spurenelemente, Mineralstoffe und die Vitamine A, C und E sowie sämtliche B-Vitamine.

Thymian

Thymian bevorzugt vollsonnige, warme Standorte, ist winterhart und wächst auch sehr gut in Töpfen. In der Küche verleiht er Fleisch, Fisch und Soßen einen mediterranen Geschmack. Getrocknet kann Thymian als Tee bei Husten, Bronchitis oder Erkrankungen der oberen Atemwege eingesetzt werden, denn er wirkt krampf- und schleimlösend.

Petersilie

Petersilie gedeiht an sonnigen bis halbschattigen Standorten und mag es feucht. Die zweijährige Pflanze ist nur bedingt winterhart. Die zerkleinerten Blätter sollten nicht mitgekocht, sondern möglichst frisch über Kartoffeln, Quark, Salate oder Suppen gestreut werden. Petersilie enthält reichlich Mineralstoffe, Vitamine, Beta-Carotin, Folsäure, sekundäre Pflanzenstoffe, ätherische Öle und Antioxidantien. 

Rosmarin

Rosmarin ist ein typisches Mittelmeergewächs und liebt es sonnig, warm und nur mäßig feucht. In der Küche kann das würzige Kraut zum Verfeinern von Fleisch, Fisch, Gemüse und Kartoffeln verwendet werden. Rosmarin kann Blähungen und Völlegefühl vorbeugen. Die ätherischen Öle des Rosmarins können außerdem die Durchblutung der Haut anregen und so Muskelkater und Rückenschmerzen lindern.

Unser Tipp für echten Kräutergenuss

Wer das volle Aroma der duftenden Kräuter genießen möchte, sollte diese erst kurz vor der Verwendung ernten. Waschen Sie sie mit kaltem Wasser und tupfen Sie sie anschließend trocken. Verwenden Sie zum Zerkleinern ein möglichst scharfes Messer, andernfalls werden die ätherischen Öle aus der Pflanze gequetscht und die Aromen gehen verloren.

Kräuter-Pesto

Zu frischer Pasta und aufs Brot

Zutaten:

  • Kräuter nach Wahl und Geschmack (ca. 30 g)
  • 30 g Sonnenblumen- oder Pinienkerne
  • 1 Knoblauchzehe
  • 60 ml Olivenöl
  • 60 g geriebener Parmesan
  • Salz, Pfeffer und Muskatnuss 

Zubereitung: Die Kerne in einer Pfanne ohne Fett anrösten. Die Kräuter waschen, trocken schütteln und abzupfen. Den Knoblauch schälen, grob hacken und in einen Mixer geben. Öl, Kerne und Parmesan hinzufügen und pürieren, sodass eine cremige Masse entsteht. Zum Schluss mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen.

Kräuterbrötchen

Für das Frühlings-Frühstück

Zutaten:

  • 300 g Mehl
  • 1 Pck. Backpulver
  • 1 TL Zucker
  • 1 TL Salz
  • 1 Ei
  • 150 g Quark
  • 2-3 EL Crème fraîche
  • 8 EL Olivenöl
  • 3 EL Milch
  • Kräuter z. B. Petersilie,
    Schnittlauch und Rosmarin

Zubereitung: Backofen auf 200 Grad vorheizen. Quark, Öl, Milch, Ei, Salz und Zucker verrühren. Mehl und Backpulver mischen, alles mit den Knethaken verrühren. Den Teig kurz mit den Händen kneten, dann Brötchen formen. Die Kräuter fein hacken und mit etwas Olivenöl und der Creme fraîche vermengen. Die Brötchen damit bestreichen. Je nach Größe etwa 15-20 Minuten backen.

Wer mehr Zeit hat, probiert’s mit unserem Hefeteig:

Zutaten:

  • 500 g Mehl
  • 250 ml lauwarmes Wasser
  • 1 Würfel Hefe
  • 1 TL Zucker
  • 1 TL Salz
  • 2-3 EL Crème fraîche
  • Pfeffer, Olivenöl
  • Kräuter z. B. Petersilie,
  • Schnittlauch und Rosmarin

Zubereitung: Die Hefe in warmem Wasser auflösen und zugedeckt stehen lassen. Mehl, Salz, Zucker und etwas Pfeffer vermischen und die aufgelöste Hefe dazugeben. Mit Olivenöl verkneten, bis ein glatter Teig entsteht. Diesen an einem warmen Ort für eine halbe Stunde gehen lassen. In der Zwischenzeit die Kräuter fein hacken und mit etwas Olivenöl und der Creme fraîche vermengen. Wenn der Teig aufgegangen ist, kann er zu Brötchen geformt und mit der Kräutermischung bestrichen werden. Die Brötchen werden je nach Größe für etwa 15-20 Minuten im vorgeheizten Ofen bei 200° Ober- Unterhitze gebacken.

Nina Alpers