Was Mann über seine Gesundheit wissen sollte
Volker Wittkamp klärt auf

Was Mann über seine Gesundheit wissen sollte

.... und auch für Frauen interessant ist

Wann muss ich zum Urologen? Woher kommen meine Potenzprobleme? Ab wann darf man Viagra nehmen? Mann hat viele Fragen – und Volker Wittkamp kennt die Antworten. Der Arzt und Buchautor („Fit im Schritt“) bespricht ab sofort jeden Samstag Themen, die Männer (und Frauen) interessieren. Die Videos gibt es hier im Magazin und auf Facebook

1. Geschlechtskrankheiten
Volker Wittkamp erklärt, was Geschlechtskrankheiten sind, warum sie sich so schnell verbreiten und wie man sich schützen kann.

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2. Frühkommer
Was heißt überhaupt zu früh kommen? Und was kann man tun, damit es länger dauert? Volker Wittkamp kennt die Antworten.

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Volker Wittkamp im Interview

Sie treten in der Video-Reihe der DAK-Gesundheit als Männerexperte auf. Wie kam es zu der Zusammenarbeit?
Ich war bereits bei den Live Chats dabei, die von der DAK-Gesundheit angeboten werden. Daraus hat sich eine weitere Kooperation ergeben. Mir macht es einfach Spaß, Fragen zu beantworten und aufzuklären. Noch erfreulicher ist es, wenn man auf neuen, spannenden Wegen helfen kann. Medizinische Themen sind meiner Meinung nach noch zu wenig in den sozialen Medien vertreten.

Auf welche Themen können sich die Zuschauer in Ihren Videos unter anderem freuen?
Zunächst geht es allgemein darum, was beim Urologen passiert. Anschließend widme ich mich konkreten Fragen wie „Warum sind Geschlechtskrankheiten auf dem Vormarsch?“, „Wie taste ich meinen Hoden ab?“ oder „Kann ich meine Erektion kontrollieren?“. Auch die Themen Beschneidung, Viagra und Blasenentzündung werden angesprochen. Das ist nicht nur für Männer, sondern auch für Frauen interessant.

In Ihrem Buch „Fit im Schritt“ erzählen Sie unter anderem kurze Anekdoten und haben den einen oder anderen Witz parat. Sollten wir Ihrer Meinung nach alle etwas lockerer mit dem Thema Urologie umgehen?
Ich denke schon, denn es ist noch mit viel Scham und Angst behaftet. Im Umgang mit den Patienten habe ich gemerkt, dass man mit einer humorvollen Art schneller ihr Vertrauen gewinnt – ohne natürlich bestimmte Grenzen zu übertreten. Hier bedarf es eines guten Feingefühls, das man jedoch sehr schnell im direkten Gespräch mit dem Patienten entwickelt. Entscheidend ist, dass dieser sich verstanden und gut behandelt fühlt.

Welche Botschaft möchten Sie Männern in puncto Gesundheit mit auf den Weg geben?
Das kommt auf das Alter an. Männer ab 45 Jahren sind angesprochen, wenn es um das Thema Prostatakrebs-Vorsorge geht. Für den jungen Mann gilt eher: Er sollte nicht alles glauben, was er von anderen hört oder im Internet liest – weil vieles einfach nicht der Realität entspricht. Das setzt ihn nur unnötig unter Druck.

Warum tun sich Männer Ihrer Meinung nach so schwer damit, zum Urologen zu gehen?
Die Schamgrenze ist bei vielen sehr hoch, und oft ist auch Angst im Spiel: Viele lesen im Internet etwas über Prostatakrebs – und dann entsteht schnell die Sorge, selbst davon betroffen zu sein. Es ist richtig, dass dieser Krebs der häufigste Tumor beim Mann ist. Umso wichtiger ist es, die Erkrankung frühzeitig zu erkennen. Dann sind die Erfolgschancen recht gut. Oft handelt es sich aber auch um gutartige Vergrößerungen. Liegen Probleme mit der Libido oder Erektion vor, entsteht beim Mann schnell das Gefühl, dem Bild des starken männlichen Geschlechts nicht gerecht zu werden. Das kann auch ein Grund sein, warum der Besuch beim Urologen gescheut wird.

Wie erklären Sie es sich, dass Männer bei einer Erkältung häufig wehleidig sind und umsorgt werden möchten, sich aber gleichzeitig wenig um Vorsorgeuntersuchungen kümmern? Oder ist das alles nur ein Vorurteil?
Wehleidigkeit bei Erkältungen erlebe ich bei beiden Geschlechtern. Dass Männer beispielsweise die Krebsvorsorge nicht so ernst nehmen, liegt sicherlich daran, dass man eher ungern zum Arzt geht, wenn keine konkreten Symptome vorliegen. Aber genau das ist das Problem bei Tumoren: Man hat im Frühstadium keine Beschwerden. Die kommen erst später – in der Regel verbunden mit sinkenden Heilungschancen.

Wie findet man einen guten UrologenWie findet Mann einen guten Urologen und was zeichnet diesen aus?
Zum Beispiel durch eine Empfehlung vom Hausarzt oder auch von Freunden. Ergänzend dazu kann man sich im Internet einen kurzen Eindruck von der Praxis durch den Besuch der entsprechenden Website verschaffen. Vor Ort sollte man schauen: Sind Abläufe gut organisiert? Ist das Personal nett? Sind die Räumlichkeiten sauber? Meistens entscheidet nicht nur die fachliche Kompetenz des Arztes darüber, ob der Patient sich wohlfühlt. Vielmehr muss es auch auf der zwischenmenschlichen Ebene harmonieren: Geht der Arzt auf mich ein? Vertraue ich ihm? Man sollte also auf sein Bauchgefühl hören und die Möglichkeit im Hinterkopf behalten, dass immer das Recht auf eine Zweitmeinung besteht.

Welche (Vorsorge-)Untersuchungen sind für Männer ab welchem Alter nötig bzw. empfehlenswert?
Junge Männer sollten sich regelmäßig den Hoden abtasten und schauen, ob Auffälligkeiten bestehen – zum Beispiel Verhärtungen. Die Prostatakrebs-Vorsorge richtet sich an Männer ab 45 Jahren. Neben der Untersuchung der Prostata werden Penis und Hoden angeschaut und ein Urintest gemacht. Im Gespräch geht der Urologe außerdem auf Fragen ein wie „Gibt es Probleme beim Wasserlassen?“, „Wie läuft es mit der Sexualität?“. Eine Sperma-Untersuchung findet in der Regel nur statt, wenn über ein Jahr lang ein unerfüllter Kinderwunsch besteht. Liegen Flankenschmerzen oder Blut im Urin vor, werden zusätzlich die Nieren betrachtet – das gehört jedoch nicht zur typischen Vorsorgeuntersuchung.

Wie erkennen Patienten, ob das Unwohlsein eher ein „Wehwehchen“ ist oder ob sie zum Arzt gehen sollten?
Es kann schon mal im Hoden kurz zwicken oder weh tun. Wenn die Schmerzen jedoch stark sind und anhalten, wenn man Fieber hat und sich allgemein unwohl fühlt oder Blut im Urin hat, dann sollte man das unbedingt vom Arzt abklären lassen.

Was können Männer unabhängig vom Arztbesuch tun, um „fit im Schritt“ zu bleiben?
Jeder weiß, dass Rauchen schädlich ist. Genauso wie Alkohol in großen Mengen. Beides kann sich unter anderem negativ auf die Erektion und Spermienqualität auswirken. Besteht ein Kinderwunsch, sollte außerdem auf regelmäßige Saunabesuche, zu heiße Bäder und die Auto-Sitzheizung verzichtet werden. Insgesamt ist es wichtig, sich gesund und ausgewogen zu ernähren und Sport zu treiben.   

                           Interview: Anica Ebeling

Fit im Schritt – Wissenswertes vom Urologen

Was macht ein Urologe eigentlich genau? – Das ist die häufigste Frage, die Volker Wittkamp jenseits des Krankenhausalltags zu hören bekommt. Um Berührungsängste mit seinem Fachgebiet zu reduzieren und Licht in dieses Dunkel zu bringen, erklärt er Männern (und Frauen) hier, wie sie „untenrum“ funktionieren und was zu tun ist, wenn das mal nicht der Fall sein sollte. Lesen Sie hier doch einfach mal kurz in sein Buch rein…. 

„Der Hoden ist nun wirklich kein Attraktivitätsbolzen, oder würden Sie ihn beim Familienduell, gefragt nach den schönsten Organen des Körpers, an erster Stelle nennen? Außerdem wird er häufig behandelt wie ein Aussätziger, weil er außerhalb des Körpers herumhängen und frieren muss. Dabei ist ihm nicht nur kalt, manchmal bekommt er aufgrund seiner weitestgehend ungeschützten Lage sogar Tritte oder spitze Gegenstände ab. Und wofür die ganze Quälerei? Für den Nachwuchs. Damit die Spermienproduktion ungestört ablaufen kann, braucht der Hoden eine gewisse Kühlung, wie bei einem Motor. Falls es aber doch mal viel zu kalt wird – das kennt sicher jeder männliche Leser –, zieht sich der Hoden in den mollig warmen Körper zurück, um bei höheren Temperaturen wieder in voller Pracht und gut erholt hervorzutreten. Neben der Spermienproduktion und somit der Fruchtbarkeit eines Mannes ist der Hoden auch für die Produktion von Testosteron zuständig, also die Männlichkeit. Wenn von Hoden, Nüssen, Eiern, Gehänge, Sack, Klöten, Kronjuwelen oder ( _____ Platz für Ihr Lieblingswort ) die Rede ist, meinen wir meistens das komplette Gehänge. Anatomisch gesehen ist der Hoden das paarweise vorhandene Organ im Inneren. Die beiden Hoden sind von mehreren Hüllen und dem Hodensack (Skrotum) umgeben. […] Im Inneren seiner Behausung ist der Hoden von mehreren schützenden Schichten umgeben und um ihn schmiegt sich der Nebenhoden. In diesem reifen die im Hoden produzierten Spermien für ihre spätere wichtige Aufgabe. Ein bisschen ist also der Hoden die Kinderstube und der Nebenhoden die Schule.“

Möchten Sie das Buch „Fit im Schritt" gewinnen? Dann rätseln Sie mit: Ab wie viel Jahren sollten Männer zur Prostatakrebs-Vorsorge gehen? Senden Sie die Lösung an fitgewinnspiel@dak.de Einsendeschluss ist der 15. Februar 2018
Volker Wittkamp: Fit im Schritt
Fit im Schritt, Piper Verlag,    15 Euro, ISBN 978-3492060493