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Nahrung für die Nerven: 7 häufige Ausreden

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„Süßes streichelt die Seele.“ Jeder kennt solche Sprüche. Sie lenken leicht davon ab, was wirklich gesund ist in stressigen Zeiten. Sieben Ausreden – und Tipps für wahre Nervennahrung

Ausrede 1: „Eine Tasse Kaffee genügt mir völlig“ 

Der Chef wartet und die Kinder brauchen noch ihr Schulbrot: Da scheint für mehr als einen Kaffee keine Zeit zu sein. Tatsächlich kostet ein Joghurt mit Obst und Haferflocken nur wenige Minuten, bringt aber ordentlich Kraft. Nur mit Kaffee allein kommt unser Motor irgendwann ins Stottern. Morgens fährt er schon auf Reserve und braucht die Kohlenhydrate aus Flocken und Obst, um wieder in Schwung zu kommen. Joghurt und Flocken bieten zudem den Eiweißbaustein Tryptophan. Er ist Vorläufer des Botenstoffs Serotonin, der als Glückshormon die Stimmung heben kann.

Ausrede 2: „Hauptsache, schnell was in den Bauch bekommen!“

Essen kann mehr als nur satt machen. Das vergessen viele, die an stressigen Tagen nur flott das Loch in ihrem Bauch füllen wollen. Eine leckere Mahlzeit kann helfen, wieder ins Gleichgewicht zu kommen. Das funktioniert besser, wenn man sich Zeit nimmt und sein Essen zelebriert. Eine einfache Suppe vermittelt neben objektiver Wärme auch ein Stück Wohligkeit. Am besten Fernseher und Computer ausschalten, den Tisch schön decken und langsam jeden Löffel genießen. Auch gut: mit Familie, Freunden oder Arbeitskollegen die Mahlzeit teilen. Gemeinsames Essen stärkt das Selbstwertgefühl sowie den Zusammenhalt im Team und der Familie – und die Nerven!

Ausrede 3: „Ich brauche erst mal etwas Süßes“

Süßes sorgt für einen schnellen Kick. Direkt nach dem Genuss steigt der Blutzuckerspiegel an und das Gehirn bekommt neue Nahrung. Leider hält der stimulierende Effekt nur kurze Zeit an, und Bonbons haben außer Zucker kaum etwas zu bieten. Besser ist, sich ein paar süße Trauben zu gönnen oder etwas Trockenobst: Ananas, Mango und Feigen sind lecker und bringen den Spurenelemente- und Mineralstoffhaushalt auf Vordermann. Bei Heißhungerattacken kann gekochtes Getreide helfen, Dinkel- oder Haferflocken zum Beispiel. Die Stärke beruhigt den Körper und gibt ihm neue Kraft.

Ausrede 4: „Ich kann jetzt wirklich nichts essen“

Es gibt Menschen, die bei Stress anfangen, besonders viel zu futtern. Anderen schlägt er auf den Magen. Durch unzureichende Ernährung kann sich Stress allerdings noch verstärken. Wer sich appetitlos fühlt, dem hilft unter Umständen etwas Bewegung. Ein flotter 20-minütiger Spaziergang in der Mittagspause bringt den Kreislauf in Schwung und regt die Lust auf eine leichte Mahlzeit an. Abends können appetitliche Happen zum Essen verführen. Sehr lecker ist Kräuterbrot: Quark mit etwas Petersilie, Schnittlauch, Salz und Pfeffer verrührt auf kleinen Brotscheiben. Wählen Sie ein Brot aus fein gemahlenem Dinkelvollkornmehl, Ihr stressgeplagter Magen wird es besser vertragen.

Ausrede 5: „Kochen muss vor allem fix gehen, wenn viel ansteht“

Die Verpackung vom Tiefkühlgericht abreißen und einfach die Aluschale in den Herd stellen: Wer ansonsten viel zu tun hat, mag nicht lange in der Küche stehen. Nur: Auch eine Tiefkühllasagne braucht Zeit, bis sie im Ofen Farbe annimmt. Derweil lässt sich auch eine knackige Gemüsepfanne kochen mit duftendem Basmatireis. Fertigprodukte sind im Schnitt teurer und man isst viel Unnützes. Frisches Gemüse hingegen enthält jede Menge Vitamine, Enzyme und Mineralien für eine ausgeglichene Psyche. In Kohlgemüse steckt zum Beispiel der Anti-Stress-Mineralstoff Magnesium.

Ausrede 6: „Ich habe gerade gar keinen Durst“

Haben Sie wirklich keinen Durst oder nur keine Zeit, sich ein Glas Wasser zu holen? 1,5 Liter alkohol- und zuckerfreie Flüssigkeit empfehlen Ernährungsexperten pro Tag. Kleine Portionen über den Tag verteilt, lassen sich leichter trinken als große. Morgens kann ein Glas sprudelndes Mineralwasser beleben. Die Kohlensäure regt das Nervensystem an und bringt den Kreislauf in Schwung. Tagsüber ergeben mit kochendem Wasser übergossene Ingwerscheiben ein erfrischendes Getränk, das den Geist oft wacher macht als noch mehr Kaffee.

Ausrede 7: „Grünzeug – nein danke!“

Essen soll schmecken und nicht noch zusätzlich Stress verursachen. Wer sich zu Grünzeug zwingt, obwohl es ihm nicht schmeckt, der sucht anschließend unter Umständen weiter nach Befriedigung und isst mehr als nötig. Nicht jeder muss ein Salatfreund sein. Auch für Pommes- und Pizza-Typen gibt es Alternativen: Statt Pommes frites empfiehlt sich zum Beispiel eine Backkartoffel mit etwas Sour Cream plus Brokkoliröschen. Und probieren Sie mal Vollkornpizza mit viel Gemüse. Nach dem Backen mit frisch geriebenem Parmesan würzen und mit etwas Olivenöl beträufeln, herrlich! Vollkornprodukte und auch Kartoffeln enthalten wertvolle B-Vitamine, die als wahre Nervenvitamine gelten.

Bausteine für gute Nerven

Bei der Nervennahrung spielen der Eiweißbaustein Tryptophan und das Vitamin B2 in der ersten Liga.
Ideal sind Kombis, in denen viel von beidem steckt. Hier ein paar Rezeptideen

 

Fisch & Kohl
Brokkoli-Lachs-Salat: Gekochte Brokkoliröschen mit Räucherlachs und einigen Blättern Endiviensalat auf einem Teller anrichten. Kefir mit einem Löffel Öl verrühren, mit Curry, Salz, Pfeffer und Honig würzen und als Soße darüberträufeln. Mit gerösteten Mandelblättchen und Dill garnieren.

 

Vollkorn & Banane
Frühstücksbecher mit Knuspermüsli: Magerquark mit etwas Schmand (24 % Fett) oder saurer Sahne (10 % Fett) und Mineralwasser glatt rühren, zusammen mit Bananenscheiben und Knuspermüsli in eine Schüssel füllen, mit etwas Ahornsirup und einem Klecks Preiselbeeren aus dem Glas garnieren.

 

Joghurt & Fleisch
Ciabattabrötchen mit Schweinefilet: Etwas Salatgurke und eine halbe rote Zwiebel in feine Scheiben schneiden. Ein Ciabattabrötchen aufschneiden, mit dünnen Filet-, Gurken- und Zwiebelscheiben sowie einem Salatblatt belegen. Gewürzten Joghurt (Petersilie, Schnittlauch, Salz, Pfeffer) daraufgeben.