Novemberblues oder Winterdepression?
Balance schaffen

Novemberblues adé!

Nebel, Nieselregen und zu viele Tage ohne Sonne: Sein schlechter Ruf eilt dem November voraus. Zeit, seiner Seele etwas Gutes zu tun – und genau zu beobachten: Ist das ein Novemberblues oder schon eine richtige Winterdepression?

Der Oktober hat seine goldenen Tage, der Dezember die Weihnachtszeit. Mittendrin liegt der November, der vielen Menschen auf die Stimmung schlägt. Hauptschuld ist das wenige Tageslicht. Das hemmt die Produktion des Wohlfühlhormons Serotonin. Hinzu kommt, dass unser Körper bei Lichtmangel zu viel von dem Schlafhormon Melatonin ausschüttet – und das macht uns müde. Doch es gibt einige Möglichkeiten, um neue Energie zu gewinnen und unserer guten Laune auf die Sprünge zu helfen.

1

In Bewegung bleiben

„Raus an die frische Luft!“ lautet die Devise. Auch wenn der Himmel bewölkt ist: Das natürliche Tageslicht ist deutlich stärker als die Zimmerbeleuchtung. Außerdem kurbelt Bewegung im Freien die Serotonin-Produktion an und bringt unseren Kreislauf in Schwung. Mindestens 30 Minuten sollten wir laut Experten täglich draußen unterwegs sein.

2

Richtig was erleben

Langeweile an trüben Novembertagen und Lust auf etwas anderes als Fernsehen? „Kultur pur“ ist die Lösung! Theater, Kino, Musicals, Konzerte oder einfach ins Lieblingsrestaurant nebenan – die Auswahl ist groß, um in netter Gesellschaft einen unterhaltsamen Abend zu erleben.

3

Freunde als beste Medizin

Gemeinsam lachen, feiern, einander zuhören: Ohne liebe Menschen um sich herum ist das Leben nur halb so schön! Nehmen Sie sich bewusst Zeit, um mit guten Freunden schöne Momente im Alltag zu erleben. Das schafft wiederum tolle Erinnerungen, die man sich in schwierigen Phasen wieder ins Gedächtnis rufen kann.

4

1000 Mal berührt

Wir Kuscheln viel zu wenig! Dabei tut uns Körperkontakt mit unseren Liebsten – nicht nur in der kalten Jahreszeit – so gut. Laut Haptikforscher Martin Grunwald von der Universität Leipzig eignet sich schon eine zehnminütige Massage, um unseren körperlichen Zustand positiv zu verändern. Die Folge: Die Herzfrequenz nimmt ab, unsere Atmung wird flacher und ein gutes Gefühl entsteht. Selbst kurze Umarmungen können diese Wirkung hervorrufen. Durch Selbstberührungen lässt sich dieser Effekt jedoch nicht erreichen.

5

Lesen nach Herzenslust

Wenn es draußen stürmt und regnet, ist dies die ideale Zeit, es sich zu Hause so richtig gemütlich zu machen. Am besten mit einem guten Buch – ob Fantasy-Roman, Krimi oder Liebesgedichte. Mit den Figuren mitfiebern, Neues lernen, eigene Sorgen vergessen – das Lesen hat viele tolle Seiten. Forscher fanden zudem heraus, dass Lesen vor Depressionen schützt. Also rauf aufs Sofa, unter die Decke schlüpfen und bis zum letzten Wort in eine andere Welt abtauchen.

6

Glück geht durch den Magen

Schokolade ist für viele ein Glücklichmacher an grauen, traurigen Tagen. Doch es gibt auch noch einige andere Lebensmittel, die unsere Stimmung erwiesenermaßen heben. Ananas, Bananen und Pflaumen sind die „Serotonin-Stars“ unter den Früchten. Außerdem deuten viele Studien darauf hin, dass Kohlenhydrate uns besser mit Stress umgehen lassen. Nudeln, Kartoffeln, Brot und Reis sollten dann ihren festen Platz im Speiseplan haben. Ein weiterer Spaßfaktor in puncto Essen: gemeinsames Kochen! Das kann ein schönes Ritual mit dem Partner und innerhalb der Familie sein.

7

Verstimmt oder schon depressiv?

Der November- bzw. der Winterblues ist laut Experten in der Regel eine harmlosere Variante der sogenannten saisonal abhängigen Depression (SAD). Von einer SAD ist die Rede, wenn Betroffene im Herbst und Winter mindestens zwei Jahre hintereinander unter depressiven Symptomen leiden. Bei schwerer SAD ist meist eine medikamentöse oder psychotherapeutische Behandlung nötig. SAD-Symptome (gedrückte Stimmung, Freudlosigkeit, fehlende Energie oder auch körperliche Beschwerden) gleichen denen anderer depressiver Erkrankungen. Laut Experten geht SAD im Unterschied zu anderen Formen jedoch nicht mit Appetitlosigkeit oder Schlafstörungen einher. Charakteristisch sind hier eher ein gesteigerter Appetit auf Kohlenhydrate und Süßes sowie ein erhöhtes Schlafbedürfnis.

8

Licht als Therapie

Wird der Winterblues als sehr stark empfunden, kann eine Lichttherapie helfen. Dabei werden künstliche Lampen eingesetzt, die UV- und Blaulichtanteile herausfiltern. Das Licht wird direkt in die Augen gestrahlt. Die Behandlungszeit beträgt täglich etwa eine halbe Stunde.

Anica Ebeling