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Gesundheit & Fitness

Reisefreude statt Reisekrankheit

Ab in den Urlaub!

Ferienzeit ist Reisezeit. Doch bei manchen wird die Vorfreude auf den Urlaub beim Gedanken an die Anreise getrübt. Sie leiden im Auto, Flugzeug oder auf dem Schiff unter der Reisekrankheit. Wir verraten, wie Sie am besten mit Symptomen wie Übelkeit und Schwindel umgehen können.

Die Reisekrankheit ist ein weitverbreitetes Phänomen und äußert sich bei jedem Menschen anders. Schuld an den oft unangenehmen Symptomen wie Übelkeit und Schwindel, die beim Reisen auftreten können, ist unser Gleichgewichtsorgan, das im Innenohr sitzt. Dieses reagiert auf die Bewegungsreize, denen es ausgesetzt ist, von Mensch zu Mensch unterschiedlich empfindlich. Einigen wird im holprigen Reisebus oder auf kurviger Strecke im Auto schlecht, anderen auf dem Schiff und wieder anderen kann das Reisen, ganz gleich mit welchem Fortbewegungsmittel, so gar nichts anhaben.

Reisekrankheit (Kinetose)

Durch ungewohnte Bewegungsreize – etwa in einem Auto, im Flugzeug oder auf hoher See – ausgelöste Beschwerden wie Schwindel und Übelkeit bis zum Erbrechen, Kopfschmerzen und blasse Haut.

Kinder sind am häufigsten betroffen
Frauen sind öfter Leidtragende der Reisekrankheit als Männer. Auch die Hormone spielen dabei eine Rolle. So treten während der Menstruation oder einer Schwangerschaft häufiger Symptome auf. Die Hauptrisikogruppe für Reiseübelkeit sind jedoch Kinder. Es gibt verschiedene Erklärungen dafür, warum gerade die kleinen Passagiere besonders oft betroffen sind. Ein Grund können die noch sehr sensiblen Gleichgewichtsorgane der Kinder sein. Eine weitere Möglichkeit ist, dass das Gleichgewichtsorgan von Kindern noch nicht ausreichend trainiert ist. Auch die noch nicht abgeschlossene Gehirnentwicklung könnte dazu führen, dass die Reaktion auf widersprüchliche Sinneseindrücke bei Kindern heftiger ausfällt als bei Erwachsenen. Fest steht: Bis zum Alter von 12 Jahren tritt die Reisekrankheit besonders häufig auf, danach wird es meist besser.

 

Mögliche Symptome
Eine Reisekrankheit kann sich ganz unterschiedlich äußern. Angefangen bei leichten Kopfschmerzen, Müdigkeit und Blässe, können die Symptome auch stärker ausfallen und in Übelkeit und Erbrechen übergehen. Außerdem kann es zu Schwindel, Herzrasen, Schweißausbrüchen und Hyperventilation kommen. So unangenehm die Symptome sind, so schnell erholen sich die meisten Betroffenen von der Reisekrankheit, sobald sie ihre Sinneseindrücke wieder in Einklang bringen können. In einigen seltenen Fällen kann die Reisekrankheit auch schwerwiegender ausfallen. Zum Beispiel wenn das Erbrechen über mehrere Tage anhält und der Betroffene dadurch große Mengen an Wasser und Salzen (Elektrolyten) verliert. Manche Menschen mit Reisekrankheit fühlen sich so schlapp, dass sie regelrecht apathisch sind. In sehr seltenen Fällen führt die Reisekrankheit bis zum Kreislaufkollaps.

So können Sie der Reisekrankheit vorbeugen

  • Verzicht auf schwere, fettige Gerichte. Essen Sie stattdessen eine leichte fettarme, kohlenhydratreiche Mahlzeit und zwischendurch kleine Snacks.
  • Ingwer kann bei Übelkeit helfen. Geben Sie dafür frische Ingwerstücke in Ihren Tee oder Ihr Wasser.
  • Meiden Sie Alkohol, Kaffee, Nikotin und starke Geruchsreize.
  • Nutzen Sie aus, dass im Schlaf das Gleichgewichtssystem nicht aktiv ist und reisen Sie möglichst nachts.
  • Die Reisekrankheit wird durch psychische Faktoren wie Angst verstärkt. Sollten Sie zum Beispiel unter Flugangst leiden, können spezielle Kurse helfen.

 

Das hilft unterwegs

  • Ablenkung ist sinnvoll. Hören Sie Musik oder ein Hörbuch. Machen Sie Entspannungsübungen.
  • Vermeiden Sie während der Fahrt zu lesen, aufs Handy zu blicken oder viel nach unten zu sehen. Schauen Sie lieber in Fahrtrichtung und fixieren Sie einen festen Punkt am Horizont oder die Straße.
  • Kaubewegungen mildern die Überreaktion des Magens: nicht nur Kaugummi oder Äpfel, sondern auch Möhren können helfen.
  • Bei Übelkeit legen Sie sich nach Möglichkeit flach auf den Rücken oder klappen Sie Ihren Sitz nach hinten. Schließen Sie dann die Augen, um so den Sinneskonflikt zu entschärfen.
  • Auf längeren Reisen hilft es, öfter kleine Pausen einzulegen und frische Luft zu schnappen.

Die richtige Platzwahl ist entscheidend

Im Auto:
Fahren Sie nach Möglichkeit selbst. So nehmen Sie das Steuer im wahrsten Sinne des Wortes in die Hand. Wer selbst Auto fährt, dem wird meist nicht schlecht, da der Fahrer seinen Blick auf den Horizont richtet. Wer mitfährt, sollte es dem Fahrer gleichtun und den Blick geradeaus in die Ferne schweifen lassen. Das geht am besten auf dem Beifahrersitz.

Im Bus:
Im Bus sind Plätze in den vorderen Reihen empfehlenswert. Die Pendelbewegungen sind hier weitaus weniger zu spüren als im hinteren Teil.

Im Zug:
Im Zug auf einen Platz in Fahrtrichtung achten. Auch hier den Blick ins Freie richten und immer mal wieder aufstehen und hin und her laufen.

Auf dem Schiff:
Halten Sie sich möglichst viel an Deck mit dem Blick auf den Horizont auf. Für die Kabine empfiehlt sich die Schiffsmitte, möglichst weit unten im Schiffsrumpf.

Im Flugzeug:
Wählen Sie einen Platz auf Höhe der Tragflächen, möglichst am Gang. So können Sie öfter aufstehen und etwas auf und ab laufen.

Nina Alpers