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Schlemmen ohne schlechtes Gewissen auf dem Jahrmarkt

Laura vs. Mirca: Wer stellt das gesündere Jahrmarkts-Menü zusammen?

Gesund essen auf dem Jahrmarkt – ist das möglich? Und schmeckt das überhaupt? Wir haben es für Sie auf dem Hamburger Dom, dem größten Volksfest des Nordens, getestet. Gesucht werden: eine Hauptmahlzeit, ein Dessert und ein Getränk. Unsere Testerinnen Laura und Mirca bewerten den Geschmack und schätzen ein, wie gesund ihr Essen ist. Das finale Urteil der DAK-Ernährungsexpertin Silke Willms könnte Sie überraschen. Los geht’s mit der Schlemmerei!

Pommes, Bratwurst, Bier – so sieht der klassische Speiseplan auf einem Jahrmarkt aus. Viele Kalorien und ungesunde Fette. Das ist im ersten Moment lecker, tut dem Körper aber leider nicht gut. Darum haben wir beschlossen, einen Selbstversuch zu starten und auf dem Jahrmarkt nach gesundem und gleichzeitig schmackhaftem Essen zu suchen. Für unseren Test haben unsere Redakteurinnen Laura und Mirca den Hamburger Dom besucht. Hier locken an jeder Ecke süße Versuchungen. Zuckerwatte, Crêpes, Lebkuchen, Popcorn und Pizza duften verführerisch und ziehen die beiden wie magisch in Richtung der Stände. Doch es gilt standhaft zu bleiben, denn unsere Testerinnen haben eine Mission: In nur einer Stunde soll ein gesundes Jahrmarkts-Menü auf dem Tisch stehen. Dazu brauchen Laura und Mirca jeweils eine Hauptmahlzeit, ein Dessert und ein Getränk. Auf geht’s!

Die Hauptmahlzeit: Kartoffeln und Mais vs. Pita und Gurke

Mirca wird als erste fündig: Kartoffeln! Das klingt im ersten Moment nicht sonderlich spannend, aber diese spanischen Salz-Kartoffeln, auch „Papas“genannt, sind ein echter Knaller. Die kleinen goldfarbenen Köstlichkeiten werden mit Schale in Salzwasser gekocht und bekommen dadurch eine feine Kruste mit Salzgeschmack. Superlecker! Serviert werden sie mit drei Dips: Knoblauch, Kräuter und Paprika – das bringt die perfekte Würze. Und das Beste: Dieses Menü ist sogar vegan und bio. Als Extra zu den Kartoffeln entscheidet sich Mirca für einen Maiskolben – ohne Butter, dafür mit Salz und Pfeffer und richtig schön süß.

Die DAK-Ernährungsexpertin Silke Willms erklärt:
„Kartoffeln sind immer eine gute Wahl. Sie enthalten zum Beispiel viel Stärke, Eiweiß, Vitamin C und Kalium. Sie schmecken lecker und machen satt. Zu den Dips: Wie sie hergestellt wurden und aus welchen Zutaten, bleibt geheim. ‚Vegan‘ und ‚bio‘ sind weder Marken- noch Qualitätsbezeichnungen, deshalb muss es noch lange nicht das Beste sein.

Der Mais ist keine typische, aber eine Ergänzung zu den kanarischen Kartoffeln, die lecker ist. Warum auf Butter verzichten? Die passt doch wunderbar zum Mais. Deutsche Markenbutter ist ein natürliches Lebensmittel, das neben Milchfett (82 Prozent) und Wasser (16 Prozent) Mineralstoffe, Vitamine, Eiweiße und Fettsäuren enthält. Haben die Kühe Gras auf der Weide gefressen, sind sogar besonders große Mengen an Vitaminen und ungesättigten Fettsäuren vorhanden.“

Laura entdeckt ihre Hauptmahlzeit einige Stände weiter: Hier wartet eine große Auswahl an farbenfroh belegten Pitas. Was darf es sein: eine Pita mit Bruschetta, Öl und Basilikum oder lieber belegt mit Paprika und Mais oder doch mit Camembert und Preiselbeeren? Laura entscheidet sich schließlich für die Variante mit Tomatensoße und Oliven und landet damit einen geschmacklichen Volltreffer. Dazu gibt es eine eingelegte Pfeffergurke, die dem Menü nochmal die richtige Würze verleiht.

Silke Willms erklärt:
„Geschmackliche Volltreffer landen ist mit das Beste, was uns passieren kann. Leckeres Essen macht nicht nur satt, sondern auch glücklich. Das Essen sieht nicht nur gut aus, es riecht gut, es fühlt sich beim Abbeißen und Kauen im Mund auch so an, wie wir es gerne haben. Alle Sinne werden angesprochen, das macht auch die Seele satt. Gesünder kann ein Essen nicht sein. Also öfter mal etwas Neues oder Ungewohntes probieren, der Mensch ist allzu oft ein Gewohnheitstier.“

Das Getränk: Kinder-Cocktail mit Orange

Beim Getränk sind Laura und Mirca zunächst ratlos. Ein Mineralwasser würde in der Kalorienbilanz sicher sehr gut abschneiden. Aber ein bisschen mehr Spaß darf es schon sein, schließlich sind die beiden auf einem Volksfest unterwegs. Beim Anblick einer Cocktail-Bar haben sie die rettende Idee: Cocktails gibt es doch auch alkoholfrei. Nur etwas Fruchtsaft, das ist sicherlich gesund. Und so halten unsere Testerinnen nur wenig später einen sommerlich-bunten Kinder-Cocktail in der Hand. Verziert mit einer roten Cocktail-Palme und einer saftigen Orangenscheibe – na, wenn da nicht sogar noch ein paar zusätzliche Vitamine drinstecken. Die Begeisterung ist groß. Gesund kann so lecker sein! Selbst andere Jahrmarkts-Besucher gucken neidisch auf die tollen Drinks. Was drin ist: Ananas- und Orangensaft plus etwas Cranberry-Sirup. Der Cocktail schmeckt sehr süß, passt aber perfekt zur entspannten Jahrmarkts-Atmosphäre.

Silke Willms erklärt:
„Fruchtsäfte und Sirup enthalten wirklich sehr viel Zucker und sind nichts für jeden Tag, sie eignen sich aber prima für den Jahrmarkts-Spaß. Ständiges Kalorienzählen verdirbt die Laune beim Essen und macht Stress – das ist nicht gesund.“

Das Dessert: Eis, Erdbeeren und Sonnenblumenkerne

Bei Mircas Dessert wird es knackig: Ihre Wahl fällt auf gebrannte Sonnenblumenkerne. Die enthalten ganz viel Eiweiß und Vitamine. Bleibt nur die Frage, wie gesund die Kernchen noch sind, wenn sie in einer Hülle aus Zucker stecken. Immerhin wurden sie sonst nur in Wasser und Zimt gewendet. Das klingt gesund genug für ein Jahrmarkts-Dessert – und sie schmecken süß und knusprig.

Laura entscheidet sich für Erdbeeren am Holzspieß mit dunkler Schoko-Glasur. Dunkle Schokolade soll ja gesund und gut fürs Herz sein und Erdbeeren sind auf jeden Fall voller Vitamine, also her damit.

 

 

Eine Ecke später entdecken unsere Testerinnen allerdings noch ein Dessert, das sie unbedingt probieren möchten: Frozen Joghurt mit frischen Heidelbeeren und Erdbeeren. Joghurt-Eis soll ja deutlich weniger Kalorien als Milcheis haben, dazu noch frische Früchte – perfekt! Kurzentschlossen teilen sich Laura und Mirca eine Portion als krönenden Abschluss ihres (hoffentlich) gesunden Jahrmarkt-Menüs.

Silke Willms erklärt:
„Bei Lebensmitteln, die wie Joghurt weniger Fett enthalten, ist oft mehr Zucker drin. Die Industrie versucht so, fehlenden Geschmack durch technologische Verarbeitung auszugleichen. Auf jeden Fall haben die beiden Spaß gehabt auf ihrer kulinarischen Entdeckungsreise auf dem Jahrmarkt. Eine schöne Idee, ein Volksfest, eine Kirmes oder den Weihnachtsmarkt so neu zu entdecken.“

 

 

Hier die (hoffentlich) gesunden Jahrmarkt-Menüs in der Übersicht:

Mirca

Hauptmahlzeit:
Spanische Salz-Kartoffeln mit veganem Kräuter- und Paprika-Dip (alles bio), dazu ein Maiskolben ohne Butter mit Salz und Pfeffer

Dessert:
Gebrannte Sonnenblumenkerne mit Zucker, Wasser, Zimt + Frozen Joghurt mit Heidelbeeren und Erdbeeren

Getränk:
Kinder-Cocktail mit Ananas- und Orangensaft plus Cranberry-Sirup

 

 

Laura

Hauptmahlzeit:
Pita mit Tomatensoße und Oliven, dazu eine Pfeffergurke

Dessert:
Erdbeeren in dunkler Schokolade + Frozen Joghurt mit Heidelbeeren und Erdbeeren

Getränk:
Kinder-Cocktail mit Ananas- und Orangensaft plus Cranberry-Sirup

 

 

Fazit: Wie haben Laura und Mirca ihren Selbstversuch erlebt? Wie gesund schätzen sie ihr Jahrmarkt-Essen ein?

 

Mircas Fazit:
Ich bin überrascht davon, wie lecker so ein anderes Menü auf dem Jahrmarkt sein kann. Wir haben so viele schöne und spannende Sachen entdeckt. Besonders die goldenen Papas-Kartoffeln und die farbenfrohen Pitas mit Gemüse waren klasse. Es lohnt sich absolut, auf dem Jahrmarkt nicht einfach nur die Pommes rot-weiß zu nehmen, sondern stattdessen etwas genauer zu schauen, was die Food-Stände zu bieten haben. Ich habe selten so bunt und kreativ gegessen – gerne wieder! Insgesamt, denke ich, ist mein Menü auch wirklich gesund und eher kalorienarm geworden. Nur der viele Zucker um die Sonnenblumenkerne und der süße Sirup im Cocktail könnten meiner Gesund-Bilanz einen kleinen Strich durch die Rechnung machen.

 

 

Lauras Fazit:
Mein zusammengestelltes Menü war absolut schmackhaft und abwechslungsreich. Die Pita hat mir besonders gut gefallen und der Kinder-Cocktail war die Entdeckung des Tages für mich. Die knusprige Pita enthält zwar Weizenmehl, allerdings ist der Teig dünn und sonst nur mit Tomatensoße und Oliven belegt, weswegen ich sie immer noch für gesund halte. Die Schoko-Glasur um meinen Erdbeerspieß bereitet mir dagegen etwas Sorge, aber zumindest war es die gesündere dunkle Schokolade. Insgesamt war das Essen abseits vom klassischen Jahrmarkt-Fast-Food eine positive Überraschung und es lohnt sich, die Angebote einmal genauer zu betrachten.

Wer hat die Challenge gewonnen? Hier das überraschende Urteil unserer Ernährungsexpertin Silke Willms:

Wir haben hier ganz klar zwei Gewinnerinnen. Laura und Mirca hatten bei ihrer kulinarischen Entdeckungsreise viel Spaß und es hat ihnen gut geschmeckt. Das ist das Wichtigste bei einem Jahrmarktsbesuch. Es ist ein Spaß außerhalb der täglichen Gewohnheit, eine Ausnahmebeschäftigung, deshalb spricht an solchen Tagen auch nichts gegen Cola, Bier, Pommes, Currywurst, Eis oder Zuckerwatte. Das macht weder dick noch krank. Gesunde Lebensweise ist tägliche normale und gute Gewohnheit oder sollte es werden. Jeden Tag zu viele Kalorien, zu viel Fett aus Pommes und Currywurst, zu viel Zucker aus Cola, Limo, Eis und Lebkuchen belasten Körper und Seele.