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Stress-Resilienz: So funktioniert’s

Beruflicher und privater Stress können uns manchmal aus der Bahn werfen. Ausnahmesituationen, wie wir sie aktuell mit der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Schutzmaßnahmen erleben, können diesen Stress verstärken. Wer resilient ist, geht souveräner durch schwierige Zeiten. Doch wie können wir unsere eigene Widerstandsfähigkeit ausbauen?

„Mir wird das alles zu viel.“ Wer ständig unter Druck steht, dem kann die Situation schon mal über den Kopf wachsen. Nicht immer ist es möglich, Stressfaktoren auszuschalten und sich eine Pause zu gönnen. Für solche Fälle ist es wichtig, an der eigenen Resilienz zu arbeiten und sich so besser gegen Stress zu wappnen. Die gute Nachricht: Resilienz können wir lernen.

Wurde früher noch davon ausgegangen, dass unsere psychische Widerstandsfähigkeit kaum beeinflussbar und genetisch bedingt sei, wissen wir heute, dass sie sowohl von sozialen Faktoren geprägt wird als auch trainierbar ist. Auch wer bisher wenig stressresilient ist, kann daran arbeiten. „Unser Gehirn kann wieder erlernen, mit Belastungen und kritischen Ereignissen umzugehen,“ erklärt Beat Lutz, Direktor des Deutschen Resilienz-Zentrums in Mainz. Unser Umgang mit Stress unterliegt also einem lebenslangen Lernprozess und ist nicht statisch, sondern dynamisch und verändert sich ständig. „Rund 100 Faktoren haben einen Einfluss auf die Resilienz“, weiß Klaus Lieb, der Co-Direktor am Deutschen Resilienz-Zentrum.

5 wichtige Faktoren zur Förderung von Stress-Resilienz

1. Sich selbst vertrauen

Eine große Rolle bei der Stress-Resilienz spielen positives Denken, Optimismus und Selbstwirksamkeit. Wer an sich selbst glaubt und sich zutraut, über die nötigen Kompetenzen zu verfügen, um Probleme zu lösen, der kann in einem Krisenfall aktiv werden und diesen gut überstehen.

 

2. Ein starkes Netzwerk

Sich im eigenen Umfeld zu engagieren und ein stabiles Netzwerk aus Kollegen, Freunden und Nachbarn aufzubauen, gibt uns ein gutes Gefühl im Alltag. Gegenseitige Unterstützung macht uns stark. Denn wer weiß, dass er in jeder Situation auf andere zählen kann, der kann auch im Notfall gelassen bleiben.

 

3. Achtsam mit sich sein

Seien Sie nicht zu streng zu sich selbst, sondern gönnen Sie sich immer wieder Pausen und Phasen der Entspannung und Selbstfürsorge. Das dreckige Geschirr kann auch mal warten, während Sie mit einem spannenden Buch auf dem Sofa liegen. Hören Sie in sich hinein, was Sie gerade brauchen und tun sich selbst regelmäßig etwas Gutes. Oft verschwenden wir auch selbst wertvolle Zeit zur Regeneration, indem wir pausenlos online sind, anstatt mal richtig abzuschalten. Permanenter Nachrichtenkonsum lässt uns nur schwer zur Ruhe kommen.

4. Sport

Sport kann ebenfalls dabei helfen, resilienter zu werden. Denn Sport kann Ausgleich, Kraft und Ruhe bieten. Mannschaftsportarten können darüber hinaus das Gemeinschaftsgefühl stärken. Für welche Sportart Sie sich letztendlich entscheiden, ist ihren individuellen Bedürfnissen geschuldet. Manch einer fühlt sich durch Yoga besonders gestärkt, ein anderer muss sich so richtig beim Joggen auspowern und wieder andere fühlen sich nur in einem Team richtig wohl.

 

5. Veränderungen akzeptieren und proaktiv bleiben

Auch wenn es oft schwerfällt, es hinzunehmen: Die Welt und das eigene Leben ändern sich permanent. Wer das akzeptiert, kann besser neue Chance erkennen und ergreifen. Gleichzeitig gilt es, bei Problemen nicht einfach abzuwarten, sondern sich diesen aktiv zu stellen. So haben Sie es in der Hand, Maßnahmen zur Lösung zu ergreifen.

Was ist Resilienz?

Resilienz nennt man die psychische Widerstandsfähigkeit eines Menschen, auch mit schwierigen Lebensumständen gut umzugehen und diese durch das Zurückgreifen auf persönliche Fähigkeiten als Anlass für Entwicklungen zu nutzen. Das Wort „resilire“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „abprallen lassen“, „zurückspringen“, „Abstand nehmen“. Das Gegenteil von Resilienz wird als Vulnerabilität bzw. Verwundbarkeit bezeichnet.

 

Nina Alpers