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Üppiges Festtagsessen? Das hilft bei Magen-Darm-Beschwerden

Wenn Familie und Freunde zusammenkommen, um zu feiern, wird auch meistens viel gegessen. Ein gehaltvoller Festschmaus mit vielen Kohlenhydraten und Fett stellt den Magen allerdings auf eine harte Probe. Magenschmerzen, Völlegefühl, Blähungen, Sodbrennen oder Verstopfungen können die Folge sein. Wir verraten, wie Sie Ihre Beschwerden mit Hausmitteln lindern können.

An Festtagen ist der Tisch üppig gedeckt und deftige Speisen wechseln sich ab mit süßen Teilchen wie Kuchen und Gebäck. Doch nach dem Genuss kommt oft der Frust – denn der Magen drückt und zwickt und ein Unwohlsein stellt sich ein. Unsere Verdauung ist schlicht überfordert mit der ungewohnten Menge an Lebensmitteln.

Magen-Darm-Beschwerden vorbeugen

Die wirkungsvollste Möglichkeit, Beschwerden nach dem Festessen vorzubeugen, ist maßvoller Genuss. Das gelingt vor allem durch langsames Essen, denn so lässt sich das eigene Sättigungsgefühl besser wahrnehmen. Ganz nach dem Motto „gut gekaut ist halb verdaut“ – denn tatsächlich beginnt die Verdauung schon im Mund. Je besser wir kauen, desto mehr entlasten wir unseren Magen-Darm-Trakt bei seiner späteren Arbeit. Ist die aufgenommene Nahrung zerkleinert und mit Speichel durchmischt, kann der entstandene Speisebrei durch die Speiseröhre in den Magen gleiten. Dort erfolgt der zweite Teil der Verdauung durch die Magensäure. Gründliches Kauen hat zudem den Vorteil, dass wir den Geschmack unserer Speisen intensiver erleben und so das Genusserlebnis steigern. Ebenfalls eine gute Maßnahme zur Unterstützung der Verdauung ist Bewegung. Ein kleiner Spaziergang nach jeder Mahlzeit bringt diese in Schwung und hilft außerdem gegen das Müdigkeitstief nach dem Essen.

Bauchschmerzen

Bauchschmerzen sind meist die Folge von zu schnellem Essen. Denn so gelangt Luft durch den Magen in den Darm und es ziept und drückt. Wärme und eine leichte Bauchmassage können helfen, den gereizten Magen zu entspannen. Gönnen Sie sich etwas Ruhe und legen Sie sich eine Wärmflasche oder ein Kirschkernkissen auf den Bauch. Auch eine Tasse Fenchel- oder Kamillentee kann bei Bauchschmerzen guttun.

Völlegefühl

Wenn die Menge an Essen zu groß ist und wir unser Sättigungsgefühl ignorieren, werden Magen und Darm so stark gedehnt, dass die Magenwände spannen und es zu Schmerzen kommen kann. Außerdem kommt beim Völlegefühl noch Trägheit und Müdigkeit hinzu, da der Magen alle Energie für den Verdauungsprozess benötigt. Kräuter wie Anis, Kümmel und Fenchel, zum Beispiel als Tee, können für Entspannung des Magens sorgen und die Beschwerden lindern. Koffein, Nikotin und Alkohol hingegen verschlimmern die Beschwerden.

Sodbrennen

Nach besonders fettigem oder auch scharfem Essen kann es schnell dazu kommen, dass wir sauer aufstoßen müssen. Es wird zu viel Magensäure produziert, die dann die Speiseröhre hinaufsteigt. Langes Sitzen, enge Kleidung oder der Konsum von Alkohol oder Kaffee können ebenfalls Ursachen sein. Verzichten Sie bei Sodbrennen erst mal darauf, sich hinzulegen, denn das Liegen kann das saure Aufstoßen zusätzlich verschlimmern. Helfen kann ein Glas stilles Wasser oder Milch. Manche Betroffenen schwören auch auf Quark, Haferflocken oder das Kauen von Kaugummi oder einer rohen Kartoffel, denn dadurch wird der Speichelfluss angeregt und die überschüssige Magensäure neutralisiert.

Blähungen

Wenn wir bei Feierlichkeiten mit vielen Menschen am Tisch sitzen, sind Blähungen besonders unangenehm. Sie können entstehen, wenn beim Essen zu viel Luft aufgenommen wird oder bestimmte Lebensmittel im Magen-Darm-Trakt einen Gärungsprozess auslösen und sich Gase bilden. Insbesondere Hülsenfrüchte und Zwiebeln können Verursacher dieser Gasbildung sein. Etwas Bewegung kann die Gasentstehung reduzieren und außerdem helfen, die Gase wieder loszuwerden. Auch viel trinken zum Beispiel Wasser oder lauwarmen Tee aus Fenchel, Kümmel, Anis oder Pfefferminze kann die Beschwerden lindern.

Verstopfung

Feiertage bedeuten meistens einen geänderten Tagesablauf, Routinen werden durchbrochen. Statt wie gewohnt mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren oder unser Sportprogramm zu absolvieren, sitzen wir stundenlang beim Essen. Dieser Bewegungsmangel in Kombination mit zu wenigen Ballaststoffen und zu viel Gebäck und Braten kann stopfend wirken. Versuchen Sie, Vollkornprodukten den Vorzug vor Weißmehlprodukten zu geben und viel Tee und Wasser zu trinken. So bleibt der Speisebrei schön feucht und kann besser durch den Darm transportiert werden. Hat es Sie dennoch erwischt, können Sie Ihre Darmtätigkeit mit Bewegung, getrockneten Pflaumen, Naturjoghurt, eingeweichten Haferflocken und Leinsamen wieder in Schwung bringen.

 

Wann zum Arzt? 

Sollten Sie nicht nur nach einem ungewohnt üppigen Festschmaus, sondern regelmäßig nach dem Essen unter Magen-Darm-Beschwerden leiden, empfiehlt sich ein Besuch beim Arzt. Dieser kann abklären, ob eine Erkrankung oder Unverträglichkeit gegen bestimmte Lebensmittel vorliegt.

Nina Alpers