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Virtual-Reality-Sport

Eine Alternative zum Fitnesstraining?
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Virtual Reality, VR abgekürzt, ist wohl jedem heute ein Begriff. In vielen Bereichen, wie zum Beispiel der Medizin, Forschung oder Bildung, ist VR nicht mehr wegzudenken. Doch können wir den Trend auch in unserem Alltag für ein tägliches Training einbauen?

Gerade im Fitness- und Sport-Bereich ist Virtual Reality aktuell ein großes Thema. Nicht nur im Leistungssport, wo VR zum Training kognitiver Prozesse genutzt wird, sondern auch für den Otto-Normal-Nutzer im Wohnzimmer. Viele Trainings-Apps versprechen ein individuelles Programm mit unterhaltsamen Übungen. Doch kann ein VR-Training wirklich den realen Sport ersetzen?

Gut zu wissen

Der Begriff Virtual Reality oder kurz VR wurde von dem Autor Damien Broderick geprägt, der ihn erstmals in seinem 1982 erschienen Science-Fiction Roman „The Judas Mandala“ verwendete. 1987 wurde der Begriff erstmals ins Oxford English Dictionary aufgenommen.

Was steckt hinter Virtual Reality?

Durch computergenerierte Technologie wird dem Nutzer über einen Bildschirm oder eine Brille eine reale Situation simuliert. Er kann damit sozusagen virtuell in eine Realität eintauchen, die nicht zwingend zu seiner eigenen aktuellen Wirklichkeit passen muss. Ein Beispiel für Virtual-Reality-Nutzung im Alltag zeigt ein großes Möbelhaus. In einigen Filialen bietet es einen virtuellen Showroom mit VR-Brillen. Kunden wird über die Brille ein eingerichteter Raum gezeigt, in dem Sie nach eigenen Wünschen Möbel, Wand- und Polsterfarben austauschen sowie die Zeit in Tag und Nacht verändern können. Räumliche Vorstellungskraft wird mit dem Simulator ersetzt, Kunden können sich ihre eigenen vier Wände mit der neuen Einrichtung besser vorstellen.

VR für mehr Abwechslung beim Training

Wer also die Umgebung des Laufbands im Fitnessstudio ziemlich langweilig findet, aber trotzdem die natürlichen Witterungsverhältnisse umgehen möchte, ist in der virtuellen Realität genau richtig. Viele Fitnessstudios bieten bereits virtuelle Trainings beim Cycling, Step-up oder Yoga an. In den Kursräumen wird über einen Beamer ein wählbarer Trainer übertragen, der die Studio-Nutzer an einen anderen Ort mitnimmt. Eine weitere Möglichkeit ist die VR-Brille, die das Sport-Training spielerisch gestaltet. Ähnlich wie bei Spiele-Konsolen können reale Sportarten, wie Tennis, Boxen oder Tanzen mit der Brille simuliert werden. Der Nutzer kann von seinem Wohnzimmer aus gegen andere Spieler antreten und sich messen.

Vorteile des VR-Sporterlebnisses

Die virtuelle Realität macht den Nutzer räumlich und zeitlich unabhängig. Es müssen keine Kurszeiten mehr eingehalten werden und ein Tennis-Match mitten in der Nacht ist kein Problem. Das bietet die Möglichkeit, sportliche Aktivitäten in jeden Alltag einbauen zu können. Falls das heimische Wohnzimmer zu langweilig wird, kann die virtuelle Realität das Sporterlebnis an jedem beliebigen Ort stattfinden lassen. Warum nicht einmal am Strand von Malibu die Muskeln trainieren oder durch Paris joggen?

Ein weiterer Vorteil ist die Motivation. Sportmuffeln fällt es oftmals schwer, sich die Laufschuhe anzuziehen, den Schritt nach draußen zu wagen oder ein Fitnessstudio zu betreten. Viele Apps machen das Training zum spielerischen Spaß-Erlebnis. Bewegung soll sozusagen ein Add-on zum Spiel sein. Dabei kann sich der Nutzer mit anderen Sportlern messen, versuchen, eine Highscore zu knacken und durch die Erfolgserlebnisse die Motivation weiter steigern. Zudem muss das eigene Haus zum Sport machen nicht verlassen werden. Ein weiterer Vorteil ist die Verbesserung kognitiver Fähigkeiten und der Hand-Augen-Koordination.

Icaros – ein Beispiel für VR-Sport

Der Nutzer ist auf dem Icaros, einer Art Flugsimulator, in Plank-Position und versucht, das Gleichgewicht zu halten. Mittels VR-Brille und einer segelflugähnlichen Aufhängung durchfliegt man eine virtuelle Landschaft mit dem Ziel, etwa sein Fluggerät durch Ringe zu steuern. Rücken-, Bauch und Schultermuskulatur können so trainiert werden. Zugleich werden Reflexe und Reaktionen verbessert und die Konzentrationsfähigkeit wird geschult. Wie Untersuchungen nachgewiesen haben, wird auch der Kreislauf aktiviert und insgesamt die Rumpfkraft spielerisch trainiert. Verschiedene Spiele-Level sind möglich, angepasst an die jeweils persönlichen Voraussetzungen der Teilnehmer. Das Work-out dauert je nach Schwierigkeitsstufe bis zu 15 Minuten. Einige Fitnessstudios bieten bereits ein Training mit dem Icaros an. Außerdem ist Icaros ein Angebot der DAK-Gesundheit für Azubis, Mitarbeiter und Führungskräfte im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung.

 

Die Kehrseite der Medaille

Es wurde noch nicht umfassend erforscht, in wieweit ein Fitnessprogramm mithilfe von Virtual Reality tatsächlich sinnvoll und zielführend ist. Doch ein ganzheitliches Sport-Training kann die VR nicht ersetzen. Denn dafür ist es wichtig, dass die Übungen korrekt ausgeführt und die richtigen Muskelgruppen angespannt werden. Neben der Virtual Reality wird eine reale Person benötigt, die die Ausführungen kontrolliert und individuell auf den Sporttreibenden eingeht. Ein weiterer Minus-Punkt sind die Geräte selbst. Denn eine VR-Brille oder VR-Fitness-Geräte sind in der Anschaffung sehr teuer. Wer sich also in die virtuelle Realität begibt und sich gegen die Wirklichkeit entscheidet, muss oftmals tief in die Tasche greifen. Eine Begleiterscheinung beim Eintauchen in die virtuelle Realität kann motion sickness sein, vergleichbar mit einer Reisekrankheit. Nutzern kann zum Beispiel schwindelig werden, wenn die real empfundene von der virtuell gesehenen Beschleunigung abweicht.

 

 
 
 
 

 

Karla Belser