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Gesundheit & Fitness

Was Sie für die Gesundheit Ihrer Venen tun können

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Venenleiden sind eine häufig unterschätzte Volkskrankheit. Der jährliche Deutsche Venentag am 24. April hat diese Erkrankungen in den Fokus gerückt und gezeigt, welche wirksamen Vorbeugemaßnahmen es für Venenleiden gibt. Wir haben einige Tipps und Übungen zur Prävention für Sie zusammengestellt.

Venenerkrankungen sind weit verbreitet. Jede fünfte Frau und jeder sechste Mann in Deutschland leidet laut der Deutschen Venen-Liga e.V an einer fortgeschrittenen chronischen Venenerkrankung. Als Venen werden die Blutgefäße bezeichnet, die das Blut aus dem Körper zurück zum Herzen führen. Im Gegensatz zu den auch Schlagadern genannten Arterien, die das Blut vom Herzen in den Körper verteilen. Rund 85 Prozent unserer gesamten Blutmenge befinden sich in den Venen. Im Laufe des Lebens können sich die Blutgefäße verändern und durch die ständige Belastung ausleiern und schwächer werden. Mit unterschiedlich schweren Folgen.

Wie äußern sich Venenleiden?

Venenleiden sind ein weites Spektrum und können hier nur kurz skizziert werden. Sollten Sie Symptome oder Auffälligkeiten bei sich feststellen, ziehen Sie für eine individuelle Diagnose bitte eine Spezialistin oder einen Spezialisten zu Rate.

Erste Anzeichen für eine Venenschwäche, auch Veneninsuffizienz genannt, können geschwollene Knöchel und müde Beine am Abend sein. Während sogenannte Besenreiser in den meisten Fällen harmlos sind und hauptsächlich wegen ihrer bläulich bis rötlichen Optik als störend empfunden werden, sollten Krampfadern unbedingt ernstgenommen werden, da sich die Erkrankung ohne Therapie verschlimmern kann. Krampfadern werden auch als „variköse Venen“ oder „Varizen“ bezeichnet. Am häufigsten finden sich die violett oder bläulich durch die Haut schimmernden Krampfadern an den Waden oder Innenseiten der Beine. Diese wohl häufigste Venenerkrankung entwickelt sich laut Deutscher Gesellschaft für Phlebologie (DGP), weil die Venenklappen nicht mehr vollständig schließen. Das Blut der betroffenen Beinvene fließt dadurch fälschlicherweise in Richtung der Füße, es kommt zu einer Überlastung, die die Venenwände im Laufe der Zeit ausdehnt. Spannungsgefühl, Schwellungen und Schmerzen können die Folge sein. Schreitet ein chronisches Venenleiden fort, kann dies zu Entzündungen, juckenden Hautveränderungen oder gar offenen Wunden an den Beinen (Ulcus cruris) führen.

Eine schwere Erkrankungsform stellen außerdem Thrombosen dar. Diese werden meist durch ein Blutgerinnsel in den tieferen Beinvenen verursacht, das, oft unbemerkt, zeitweilig den Blutstrom behindert. In der Folge sucht sich das Blut seinen Weg über die oberflächlichen Venen. Dadurch werden diese dicker, die Umgebung schwillt an, wird heiß und schmerzt. Unbehandelt kann eine Thrombose zu einer lebensgefährlichen Lungenembolie führen.

Was können Ursachen für Venenleiden sein?

Bewegungsmangel ist einer der häufigsten Gründe für eine Venenerkrankung. Deswegen ist regelmäßiges Sportstreiben eine der besten Präventionsmöglichkeiten. Wer bei der Arbeit viel oder ausschließlich sitzt, sollte zwischendurch die Füße kreisen, die Zehen auf und ab bewegen oder diese krallen, um die Muskulatur anzuregen und nach Möglichkeit häufiger aufstehen und sich bewegen. Ein Spaziergang in der Mittagspause, statt weiterhin nur zu sitzen, kann ebenfalls einen Unterschied machen. Die Deutsche Venenliga empfiehlt daher: „Viel laufen und gehen, wenig sitzen und stehen!”

Weitere Risikofaktoren für Venenschwäche sind das Lebensalter, familiäre Veranlagung und Übergewicht. Außerdem sind Frauen mit einem weichen Bindegewebe häufiger betroffen. Schwangerschaften können das Risiko zusätzlich erhöhen. Zudem können Hormone, Alkohol, Wärme und bestimmte Medikamente zur Erweiterung der Gefäße führen und Krampfadern begünstigen.

9 Tipps für gesunde Venen

Wellness für die Venen

Es gibt viele Möglichkeiten, den Venen etwas Gutes zu tun. Laufen Sie zum Beispiel, wann immer es möglich ist, barfuß und gehen Sie dabei bewusst über unterschiedliche Untergründe. Spüren Sie die weiche Wiese im Kontrast zu harten Steinen, den Sand zwischen den Zehen und den moosigen Waldboden. Versuchen Sie, mit Ihren Füßen einen Grashalm abzurupfen oder einen Stein oder Stock vom Boden aufzuheben. In zahlreichen Parks und Wäldern laden sogenannte Kneipp-Anlagen zum spontanen Wassertreten ein. Das Wassertreten sorgt für eine bessere Durchblutung und trainiert die Wadenmuskeln. Gehen Sie dafür im Storchengang durch das Bassin mit kaltem Wasser. Außerdem freuen sich Ihre Venen über lange Spaziergänge oder das Joggen am Strand, da so die Beinmuskulatur besonders gut gestärkt wird.

Venengymnastik – 3 Übungen

 

Radfahren im Liegen

Legen Sie sich flach auf den Rücken, die Arme seitlich am Körper. Begeben Sie sich dann in die sogenannte Kerze, in dem Sie sich mit beiden Händen an der Hüfte abstützen und die Hüfte und Beine nach oben drücken. Nun fahren Sie mit Ihren Beinen in der Luft Rad – im 90-Grad-Winkel nach oben. Versuchen Sie eine halbe bis eine Minute durchzuhalten. Senken Sie Hüfte und Beine wieder ab, entspannen sich für einen Moment und wiederholen Sie dann die Übung. Wenn Sie nicht in die Kerze kommen, können Sie alternativ den Rücken auch flach am Boden liegen lassen und die Beine nur im Hüftgelenk anheben.

Hacke-Spitze

Gehen Sie abwechselnd zehn Schritte auf den Zehenspitzen und zehn Schritte auf den Fersen. Wiederholen Sie dies mehrmals, jeweils mit einer kurzen Erholungspause zwischen den einzelnen Durchgängen.

 

Fuß-Wippe

Stellen Sie sich aufrecht mit den Füßen nebeneinander auf den Boden. Dann verlagern Sie zuerst das Gewicht auf die Zehenspitzen und dann auf die Fersen. Wiederholen Sie dieses Wippen im Fußgelenk zehnmal und legen Sie dann eine kleine Pause ein. Anschließend können Sie einen zweiten Durchgang starten. Die Arme werden bei dieser Übung seitlich an den Körper gelegt oder auf Schulterhöhe angehoben.

Nina Alpers