Wie viel Salz ist gesund?
Gesund leben

Wie viel Salz ist gesund?

Lebenswichtig oder ungesund - entscheidend ist die richtige Dosierung

Rosa Kristalle aus dem Himalaya, feine Flocken aus England, edles Fleur de Sel von der französischen Atlantikküste – unser beliebtestes Gewürz ist so angesagt wie nie. Gleichzeitig warnen Experten vor der weißen Würze. Prominentestes Beispiel ist der SPD-Politiker Karl Lauterbach, der komplett auf beigefügtes Speisesalz verzichtet.

Der Durchschnittsdeutsche nimmt täglich einen Esslöffel Speisesalz zu sich. Ist das noch gesund? „Salz ist lebenswichtig für unsere Zellfunktion“, erklärt Ernährungsmediziner Dr. Matthias Riedl. „Entscheidend ist aber die Dosierung – zu viel Salz schadet der Gesundheit.“ Die Weltgesundheitsorganisation warnt vor den fatalen Folgen unseres sorglosen Salzgenusses: Der Blutdruck steigt und damit das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle. „Ich empfehle Erwachsenen, nicht mehr als einen Teelöffel Salz pro Tag zu essen“, rät Riedl. Das entspricht etwa fünf Gramm Salz pro Tag – maximal.

Verstecktes Salz
Wichtig zu wissen: Jodsalz versteckt sich in vielen Lebensmitteln. Geräucherter Schinken, Salami aber auch Käse und Brot sind oft kräftig gesalzen. „Fertiggerichte sind die schlimmsten Salzfallen“, sagt Riedl. „Mit einer Tiefkühlpizza nehmen Sie eine komplette Tagesration Speisesalz zu sich.“ Aber auch in Süßem verbirgt sich der Geschmacksverstärker. Butterkekse etwa enthalten so viel Salz wie Kartoffelchips. Auch in Cornflakes und Schokoriegeln versteckt sich das Würzmittel.

Bewusst genießen
Ernährungsmediziner Riedl empfielt eine salzarme Ernährung: „Wenn Sie möglichst viel selber kochen, Fertigprodukte vom Speiseplan streichen und Süßes bewusst und in kleinen Mengen genießen, können Sie täglich einige Prisen Salz sparen. Knoblauch und Kräuter sind übrigens eine leckere Alternative zu Salz. Sie geben ganz viel Geschmack und sind obendrein supergesund.“

Natürliche Geschmacksverstärker

Es muss nicht immer Jodsalz sein. Kräuter sorgen in Ihren Gerichten für tollen Geschmack – so fällt es nicht schwer, die Salzdosis zu reduzieren. Das sind unsere Favoriten:

Basilikum
Kein anderes Küchenkraut duftet so sehr nach Urlaub wie Basilikum. Je nach Sorte schmecken die grünen Blätter zitronig-frisch, süß oder leicht pfeffrig. Basilikum passt zu Salaten, Fisch, Gemüsegerichten und Fleisch. Das Kraut punktet mit einer Extraportion Vitamin K, Vitamin A und Beta Carotin. Gut für Blutgefäße und Verdauung!

Kresse
Würzig, scharf, senfig – so schmeckt Kresse. Das Kraut wächst innerhalb weniger Tage und verfeinert Salate oder Brotaufstriche. Kresse enthält Eisen, Kalzium und Jod und ist somit ein richtiger Fitmacher. Außerdem stärken die zarten grünen Blättchen das Immunsystem und vertreiben Viren und Bakterien.

Petersilie
Das beliebteste deutsche Küchenkraut ist ein wahres Wundermittel: voller Mineralstoffe und vitaminreicher als Zitronen. Es enthält viel Kalium und funktioniert deshalb wie ein natürlicher Blutdrucksenker. Der Geschmack ist herb und würzig. Petersilie passt zu – fast – allem.

 

Dagmar Schramm