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Zecken auf dem Vormarsch: Impfschutz beachten!

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Mit Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) haben sich im Jahr 2018 mehr Menschen in Deutschland infiziert als je zuvor. Die Viruserkrankung wird vor allem durch Zecken übertragen – und die breiten sich hierzulande immer weiter aus. Eine Impfung und einfache Vorsichtsmaßnahmen können schützen.

Was haben Zecken mit dem Klimawandel zu tun? Eine ganze Menge! Weil die kleinen Biester vor allem wärmere Temperaturen mögen, steigt ihre Population in Deutschland kontinuierlich – mit unerwünschten Folgen. Für das Jahr 2018 meldete das Robert-Koch-Institut hierzulande 583 Fälle der Viruserkrankung Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), die meist durch Zecken übertragen wird. Das sind fast 100 FSME-Fälle mehr als im Vorjahr. Seit dem Start der Meldepflicht im Jahr 2001 ist das ein neuer, trauriger Rekord.

5 neue FSME-Risikogebiete in Deutschland
Zudem breitet sich der FSME-Erreger auch flächenmäßig immer weiter aus in Deutschland. Für das Jahr 2019 hat das Robert-Koch-Institut fünf weitere Landkreise zu FSME-Risikogebieten ernannt. Darunter ist erstmalig sogar ein Gebiet in Norddeutschland. Ansonsten sind vor allem der Süden und der Südosten Deutschlands betroffen (siehe Risikokarte). Erschwerend hinzu kommt, dass unsere heimischen Zecken auch noch Unterstützung aus dem Ausland bekommen: Seit einigen Jahren trifft man hierzulande die tropische Hyalomma-Zecke an. Sie ist wesentlich größer und übertragt noch weitere Krankheiten.

Was ist FSME genau?
Das FSME-Virus kann zu einer Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute führen – und damit zu einer gefährlichen Erkrankung. Die meisten Krankheitsfälle treten im Frühjahr und im Sommer auf. Übertragen wird der Erreger hauptsächlich durch Zecken. Wenn ein befallenes Tierchen einen Menschen beißt, können die Viren über die Blutbahn in den Körper gelangen. Ganz selten kann man sich auch über Nahrungsmittel anstecken: Verunreinigte, nicht pasteurisierte Milch kann FSME-Erreger enthalten. Menschen, die das Virus in sich tragen, sind allerdings keine Gefahr für ihre Mitmenschen.

Lähmungen und Sprechstörungen in schweren Fällen
Der Großteil der Infizierten bleibt beschwerdefrei. Wenn FSME zum Ausbruch kommt, tritt es typischerweise in zwei Phasen auf. In Phase 1 fühlen sich Betroffene wie bei einer Grippe – Beschwerden sind vor allem Fieber und Kopf- und Gliederschmerzen. Ein Teil der Infizierten erlebt anschließend Phase 2: Es kommt zu Entzündungen der Hirnhäute und des Gehirns, teilweise auch des Rückenmarks. In schweren Fällen können Lähmungen, Schluck- und Sprechstörungen sowie große Müdigkeit auftreten. Eine konkrete Therapie gegen FSME gibt es nicht, es können lediglich die Beschwerden geheilt werden.

Wer ist besonders gefährdet?
Gefährdet sind Menschen, die in den Risikogebieten leben. Besonders, wenn sie viel in der Natur unterwegs sind oder intensiven Kontakt mit freilebenden Tieren haben. Das trifft natürlich auch auf Reisende zu, die sich in einer solchen Region intensiv im Freien aufhalten. Bestimmte Berufsgruppen wie zum Beispiel Förster haben ebenso ein höheres Risiko, von einer – möglicherweise infizierten – Zecke gebissen zu werden. Für all diese Personen wird ein regelmäßiger und frühzeitiger Impfschutz empfohlen. Die DAK-Gesundheit übernimmt die Kosten, wenn Sie in einem Risikogebiet leben oder dieses besuchen.

 

 

 

So funktioniert die FSME-Impfung

Um eine Grundimmunisierung gegen FSME zu gewährleisten, sind drei Impfungen nötig. Nach der ersten Impfung sollte die zweite innerhalb von ein bis drei Monaten erfolgen; die dritte Impfung ist dann, je nach Impfstoff, nach weiteren fünf bis 12 Monaten erforderlich. Für Menschen, die einem ständigen Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind, ist eine erste Auffrischimpfung nach drei Jahren sinnvoll. Abhängig vom Alter sind die folgenden Auffrischimpfungen dann alle drei oder fünf Jahre angesetzt. Genaue Infos findet man im Impfpass oder auf der Internetseite der Ständigen Impfkommission STIKO.

 

 

 

Wie kann ich Zeckenstiche vermeiden?

Zecken tummeln sich am liebsten im Unterholz, Gebüsch und hohen Gras. Dort lauern sie auf vorbeiziehende Menschen und Tiere. Wenn Sie sich in einem solchen Gebiet bewegen, sollten Sie also ein paar Dinge beherzigen:
  • Tragen Sie möglichst geschlossene und lange Kleidung. Die Strümpfe können Sie ganz einfach über die Hosenbeine ziehen.
  • Ziehen Sie tendenziell hellere Kleidung an. Dort kann man die kleinen Tierchen schneller und besser erkennen.
  • Benutzen Sie vor dem Ausflug in die Natur (und ggf. währenddessen) zeckenabweisende Mittel. Hierbei beachten: Die Wirkung ist zeitlich begrenzt.
  • Berühren Sie keine wilden Tiere, etwa einen Igel. Häufig sind sie Wirte von Zecken.
  • Trotz aller Prävention: Suchen Sie im Anschluss an den Ausflug Ihren Körper gründlich ab. Die Blutsauger lieben vor allem warme und weiche Orte wie Achseln, Kniekehlen oder Ohren.
  • Sollten Sie eine Zecke entdecken: Entfernen Sie diese möglichst zeitnah mit einer Pinzette oder einem dafür vorgesehenen Instrument. Packen Sie den Parasiten möglichst nah an der Haut (also am Kopf) und ziehen Sie ihn langsam und gerade heraus. Die kleine Wunde muss gut desinfiziert werden.

Thomas Corrinth