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Energydrinks: riskanter Koffein-Kick

Jedes fünfte Schulkind trinkt regelmäßig Energydrinks – mit negativen Folgen für die Gesundheit. Das zeigt der DAK-Präventionsradar 2019. Die aufputschenden Getränke fördern Übergewicht, Schlafstörungen und Hyperaktivität. Einige Ladenbetreiber reagieren bereits auf das Problem und verkaufen keine Energydrinks mehr an Kinder und Jugendliche, doch noch sind sie in der Minderheit.

15:00 Uhr: endlich Schulschluss. Leon (15) und Jasper (14) haben einen langen Schultag hinter sich und sind etwas müde. Doch fürs Ausruhen haben die Zwei keine Zeit, sie wollen an der Spielekonsole noch ein paar Runden daddeln – darauf freuen sie sich schon den ganzen Tag. Also schnell zum Kiosk und ein, zwei bunte Dosen mit Energydrinks besorgen. Denn auf Müdigkeit haben sie keine Lust. Lieber machen sie es sich vor der Konsole gemütlich und helfen sich mit den süßen aufputschenden Getränken über das Nachmittagstief hinweg. Doch die Wirkung der Getränke lässt nur langsam nach. Abends liegen Leon und Jasper aufgedreht im Bett und finden nur schwer in den Schlaf. Als ihnen endlich die Augen zufallen, ist es schon fast Mitternacht und um halb sieben klingelt schon wieder der Wecker.

Energydrinks fördern Schlafstörungen, Übergewicht und Hyperaktivität

So wie Leon und Jasper geht es vielen Kinder, die regelmäßig Energydrinks konsumieren – das zeigen die Ergebnisse des DAK-Präventionsradars 2019. Rund 14.000 Mädchen und Jungen aus mehr als 900 Schulklassen in 13 Bundesländern wurden im Auftrag der DAK-Gesundheit gemeinsam mit dem Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) befragt. Fast zwei Drittel (63 Prozent) der Jungen und Mädchen, die täglich Energydrinks zu sich nehmen, berichten von Problemen beim Ein- oder Durchschlafen. In der Gruppe derjenigen, die nie oder nur selten Energydrinks trinken, sind Schlafstörungen deutlich seltener (41 Prozent). Auch wird bei der Befragung deutlich, dass Vieltrinker häufiger unter Übergewicht und Konzentrationsproblemen leiden als die Nichttrinker. „Gerade für Heranwachsende sind aufputschende Softdrinks bedenklich“, warnt DAK-Ärztin Claudia Kuever. „Sie enthalten viel Koffein, sind extrem gesüßt und stecken voller synthetischer Zusatzstoffe. Die sogenannten Energydrinks können deshalb zu massiven Gesundheitsproblemen führen.“

Wussten Sie schon, dass …?

Eine Dose mit 250 Milliliter Energydrink enthält bis zu 35 Gramm Zucker, was in etwa zwölf Stück Würfelzucker entspricht und etwa 80 Milligramm Koffein. Der viele Zucker fördert nicht nur Übergewicht, sondern ist auch noch schlecht für die Zähne. Außerdem kann der hohe Zuckergehalt dazu führen, dass weniger gesunde und ausgewogene Nahrungsmittel konsumiert werden, da bereits ein Sättigungsgefühl eintritt. Auch der hohe Koffeingehalt ist problematisch. Kinder und Jugendliche sollten täglich möglichst nicht mehr als drei Milligramm Koffein pro Kilogrammkörpergewicht zu sich nehmen, so die Empfehlung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit.

Werbung macht Kindern Energydrinks schmackhaft

Die aufputschenden Getränke werden insbesondere durch Werbung für Kinder und Jugendliche attraktiv. Die Wahrscheinlichkeit, Energydrinks zu probieren, steigt mit dem Kontakt zur Werbung deutlich an. Konkret heißt das: Bei niedrigem Werbekontakt beginnt etwa jedes dritte Schulkind im Verlauf von zwei Jahren mit dem Konsum von Energydrinks, bei hohem Kontakt ist es mehr als jedes zweite – ein Plus von 42 Prozent.

 

Nina Alpers