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Zeitumstellung: Gesundheitliche Probleme nehmen zu

Immer mehr Menschen leiden nach der Zeitumstellung an gesundheitlichen oder psychischen Problemen. Das zeigt eine repräsentative Umfrage der DAK-Gesundheit.

29 Prozent der Befragten haben Beschwerden beim Wechsel zur Winterzeit:  ein Höchststand der vergangenen Jahre. Die Zeitumstellung bedeutet für viele Menschen eine enorme körperliche Belastung. Besonders häufig treten nach dem Drehen an der Uhr Schlafstörungen, Müdigkeit und Depressionen auf.

Mehr als drei Viertel der Befragten in der aktuellen Studie, die schon einmal Probleme im Zuge der Zeitumstellung hatten, fühlen sich dabei schlapp und müde (77 Prozent). An zweiter Stelle der Beschwerden kommen mit 65 Prozent Einschlafprobleme und Schlafstörungen, unter denen Frauen mit 70 Prozent besonders häufig leiden. 41 Prozent können sich nach dem Dreh an der Uhr schlechter konzentrieren, fast ein Drittel fühlt sich gereizt. Jeder Achte leidet sogar unter depressiven Verstimmungen. Hierbei sind Männer mit 14 Prozent häufiger betroffen als Frauen (10 Prozent). Mit 18 Prozent kam fast jeder fünfte Erwerbstätige nach der Zeitumstellung schon einmal zu spät zur Arbeit.

Abschaffung geplant

Die Zeitumstellung abschaffen oder beibehalten? Darum ging es auch bei der EU-Umfrage im August 2018 zur Sommerzeitregelung in Europa. 84 Prozent der Teilnehmer sprachen sich damals für eine Abschaffung der Sommerzeit aus. Auch drei Viertel der Teilnehmer der aktuellen DAK-Umfrage sind der Meinung, die Zeitumstellung sei überflüssig und sollte abgeschafft werden. Mit 67 Prozent wünscht sich die große Mehrzahl der Befragten dann im Anschluss eine neue europaweit einheitliche Zeitregelung.

Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker kündigte im Frühjahr 2019 an, den Bürgerwillen schnellstmöglich umzusetzen. Der Verkehrsausschuss des Europäischen Parlaments schlug eine Abschaffung bis zum Jahr 2021 vor. Am 26. März 2019 stimmte das EU-Parlament in Straßburg diesem Vorhaben zu. Damit ist eine wichtige Hürde genommen. Bisher ist jedoch noch unklar, wie dies konkret umgesetzt werden soll. Noch nicht sicher ist zudem, ob dann die Normalzeit oder die Sommerzeit beibehalten wird.

 

Warum gibt es überhaupt die Sommerzeit?

Ohne die Sommerzeit würde die Sonne in Deutschland in der Spitze schon um vier Uhr aufgehen und gegen 21 Uhr wieder untergehen. Mit Sommerzeit verschieben sich Sonnenaufgang und Sonnenuntergang auf etwa fünf und 22 Uhr. Bei einem normalen Tagesablauf beschert uns die Sommerzeit also eine Stunde länger Licht.

In Deutschland wurde die Sommerzeit im Jahr 1980 infolge einer Ölkrise eingeführt. Ziel war es, Energie zu sparen. Der tatsächliche Nutzen in dieser Hinsicht ist allerdings sehr umstritten. Seit 1996 gilt die Sommerzeit in der gesamten EU und beginnt jeweils am letzten Sonntag im März. Am letzten Sonntag im Oktober werden die Uhren dann in allen Staaten der EU wieder auf die Winterzeit zurückgedreht.