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Balance schaffen

Hausmittel gegen Rückenschmerz

Wann hilft Wärme? Ist Bewegung wirklich das beste Rezept? Vollbringen Kräuter tatsächlich Wunder? Die Antworten lesen Sie hier.

Jeder vierte Erwerbstätige hat aktuell „Rücken“. Vor dem Gang zum Arzt setzen dabei viele auf altbewährte Hausmittel. Doch was hilft wirklich und wann sind Mediziner gefragt? Beinahe jeder hat einen guten Ratschlag parat: Die einen schwören auf eine heiße Badewanne, andere empfehlen Bettruhe auf harten Matratzen, Heilerde-Packungen oder einen Mix aus allem. Fakt ist: Hausmittel können oft, aber nicht in jedem Fall helfen.

Ab in die Wanne

Gut 60 Prozent aller Menschen mit Rückenschmerzen vertrauen bei der Eigenbehandlung auf Wärme. Das ergab der DAK-Gesundheitsreport 2018 mit dem Schwerpunkt „Rätsel Rücken“. Laut einer forsa-Umfrage im Rahmen des Reports sollen ein Heizkissen, ein heißes Bad oder auch ein Besuch in der Sauna den Geplagten helfen. Bei den Frauen sind es übrigens sogar 71 Prozent, während nur jeder zweite Mann auf warme Umschläge, Badewannen oder Moorpackungen setzt.

 

 

Noch mehr Wärme

Auch Franzbranntwein, schon Anfang des 19. Jahrhunderts als Einreibe-Mittel gegen Rückenschmerzen genutzt, ist mit seiner Mischung aus Ethanol und Kräuterzusätzen als Wärmemittel beliebt. Ein altes Hausmittel sind Pellkartoffeln, die – zu einem Brei gestampft – in einem Küchentuch als Umschlag genutzt werden. Sicher ist eines: Wärme fördert die Durchblutung und beruhigt gereizte Nerven.

 

 

Auch Kälte kann helfen

Die kleinen Gefäße verengen sich bei Kältereizen spontan, um dann durch das folgende Erweitern ebenfalls die Durchblutung zu fördern. Auch hier gilt: Bei dem einen hilft es, bei dem anderen nicht. Ausprobieren macht Sinn. Vorsicht allerdings: Verstärken sich nach der Behandlung mit Wärme oder Kälte die Rückenschmerzen, sollte der Arzt abklären, ob eine Entzündung vorliegt.

 

 

Das rät der Experte

Auf Bewegung setzen immerhin 42 Prozent. Auch hier sind die Frauen mit 44 Prozent aber ein wenig aktiver als die Männer (39 Prozent). Recht haben sie: „Bereits leichtes Gehen stabilisiert den Rücken“, sagt Sportmediziner Prof. Ingo Froböse von der Sporthochschule in Köln. In den allermeisten Fällen hilft maßvolle Bewegung, weil so die Muskeln trainiert werden und in Schuss bleiben. Jedoch können ein harter Untergrund, eine ungeeignete Dämpfung des Schuhs oder zu schnelle Bewegungen beim Laufen die Bandscheibe wiederum belasten. Das denken wohl auch die zehn Prozent der rückengeplagten Deutschen, die bei Schmerz eine Bewegung komplett meiden. Die Männer sind hier übrigens mit 14 Prozent besonders „bewegungsunfähig“ und verlegen sich mit krankem Rücken aufs Sofa – oftmals keine so gute Entscheidung. Durch die Schonhaltung verspannen sich die Muskeln noch mehr.

Die richtige Matratze muss her

Bettruhe ist also alles in allem keine gute Empfehlung. Auch eine zu harte Matratze kann nicht helfen, ebenso wenig wie eine zu weiche: Wenn der richtige Halt fehlt und sich die Matratze nicht punktuell der Krümmung der Wirbelsäule anpasst, ist das für den Rücken nicht gut.

 

 

Was hilft unterm Strich am besten?

Dafür gibt es leider kein Patentrezept. Neben den genannten Hausmitteln können Entspannungsübungen wie Yoga oder ein spezielles Rückentraining den Rücken ebenfalls erheblich entlasten. Die Präventionskurse der DAK-Gesundheit sind eine gute Lösung, um dem eigenen Körper etwas Gutes zu tun. Sie finden sie unter: www.dak.de/praevention

Rücken@Fit: Online-Coaching bietet individuelle Hilfe

Wenn es im Kreuz zieht, Nacken oder Ischias schmerzen, ist schnelle Hilfe gefragt. Mit Rücken@Fit, unserem kostenlosen Online-Coaching, erhalten Sie auch zu Hause oder mobil ein individuelles Trainings- und Therapieprogramm. So einfach geht’s: Unter www.dak-rueckenfit.de melden Sie sich mit Ihrer DAK-Versichertennummer an. Nach der Registrierung per E-Mail-Adresse und selbst gewähltem Passwort treffen Sie auf Ihren virtuellen Coach. Er geht persönlich auf Ihre Rückenprobleme ein, befragt Sie zu Schmerzen und Lebenssituation und erstellt einen Report zu den Rückenbeschwerden. Danach empfiehlt er passende Übungen: Bewegung, Dehnung und Kräftigung der Muskeln stehen auf dem Plan, aber auch Entspannungsübungen und Tipps für einen guten Umgang mit Stress. Wer mehr über seinen Rücken erfahren möchte, findet Informationen zum Körperaufbau und zu den verschiedenen Schmerzarten. Probieren Sie es aus!