Phobien und Panikattacken: Wenn Angst krankmacht
Balance schaffen

Phobien und Panikattacken: Wenn Angst krankmacht

So können Sie sich von Ängsten befreien

Angst ist eines unserer Ur-Gefühle. Sie gehört zum Leben. Trotzdem fühlen sich einige Menschen unwohl mit ihren Angstgefühlen. Wenn Alltagssorgen sich zu Phobien und Angststörungen entwickeln, hilft nur der Weg zum Arzt. Wir zeigen unterschiedliche Formen der Angst auf und geben Ihnen Tipps, wie Sie sich von Ängsten befreien können.

Das Gefühl der Angst ist ein komplexer psychischer und physischer Vorgang. Für unsere Vorfahren war sie lebensnotwendig. Die Emotion hilft uns, Gefahren zu erkennen und entsprechend zu reagieren. Angst versetzt den Körper in Alarmbereitschaft. In der Vergangenheit hieß das: Traf ein Höhlenmensch auf ein bedrohliches Tier, reagierte er mit Flucht oder Angriff. Konkrete Körperreaktionen halfen ihm dabei: Die Muskeln spannten sich an, das Herz schlug schneller und Stresshormone wurden ausgeschüttet. Auch wenn wir heute keinem Säbelzahntiger mehr gegenüberstehen – die physischen Körperreaktionen sind noch dieselben.

Angst kennen wir alle
Jeder Mensch hat Angst. Angst vor Krankheiten, dem Jobverlust oder Angst um die Familie. Laut einer aktuellen DAK-Studie fürchten sich 65 Prozent der Deutschen vor einer Krebserkrankung, 40 Prozent vor einem Schlaganfall und 39 Prozent davor, an Alzheimer oder Demenz zu erkranken. Vor allem junge Menschen zwischen 14 und 29 Jahren (71 Prozent) und Erwachsene zwischen 30 und 44 Jahren (77 Prozent) haben Krebsangst.

Krankhafte Angststörungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen: Sie rangieren hinter Depressionen, Anpassungsstörungen und neurotischen Störungen auf Platz vier. Pro 100 DAK-Versicherte gingen 2014 rund 16 Tage Krankenstand auf das Konto dieser Diagnose. Auffällig: Vor allem junge Frauen sind von Angststörungen betroffen.

Phobie und Panikattacke: verschiedene Formen der Angst
Sorgen und Ängste sind bis zu einem bestimmten Punkt normal. Angst hilft uns, bedrohliche Situationen zu erkennen. Beeinflussen Angstgefühle aber den Alltag, kann Angst krankmachen. Bei Angsterkrankungen unterscheiden Ärzte und Psychologen zwischen Phobien, Panikstörung und der generalisierten Angststörung. Die Phobie bezieht sich konkret auf eine Situation, einen Ort oder eine Begegnung. Populäre Beispiele sind die Flugangst, die Klaustrophobie oder die Spinnen-Phobie.

Die Panikattacke hingegen tritt oft ohne bewusst erlebten äußeren Impuls auf, beginnt abrupt und erreicht innerhalb kürzester Zeit ihren Höhepunkt. Betroffene spüren einen Zustand intensiver Angst: Sie sind unfähig, weiter ihren Alltag zu leben. Nach einer Panikattacke kommt es oft zu der sogenannten Angst vor der Angst. Das heißt: Die Betroffenen leben in einem oft konstanten Angstzustand. Sie fürchten sich vor der nächsten Panikattacke. Die Angst vor der Angst erhöht aber das Risiko einer neuen Attacke. Die Betroffenen fühlen sich in einem Angst-Kreislauf gefangen.

Stefan Suhr

 

So können Sie sich von Ängsten befreien

Versuchen Sie, Ihre Angst zu verstehen

Stellen Sie sich rational Ihren Ängsten. Wann treten sie auf, in welcher Intensität? Ist Ihre Angst begründet? Resultiert Ihre Angst aus einer bestimmten Erfahrung oder tritt sie unvermittelt auf? Sprechen Sie mit Ihrem Partner, Ihrer Familie oder Ihren Freunden über Ihre Ängste. Verbalisieren Sie Ihre Gefühle. Und versuchen Sie, Ihre Angst zu verstehen. Können Sie sich Ihrer Angst nicht rational nähern, konsultieren Sie umgehend einen Arzt.

Suchen Sie Ruhe

Angst ist ein anstrengendes Gefühl für unseren Körper. Geben Sie Ihrem Körper Auszeiten: mit Entspannungstechniken, Yoga oder einem Ausdauer-Sport. Stellt sich keine Besserung ein, gehen Sie schnellstmöglich zum Arzt.

Achten Sie auf Ihren Körper

„Ein gesunder Geist wohnt in einem gesunden Körper“ – so lautet eine alte Weisheit der Römer. Und sie hatten Recht. Achten Sie auf einen gesunden Lebensstil. Vermeiden Sie Alkohol, Nikotin, Industriezucker und raffinierte Kohlenhydrate, wie Weißbrot. Essen Sie Lebensmittel, die reich an hochwertigen Proteinen, Vitaminen und Mineralien sind. Bewegen Sie sich an der frischen Luft und treiben Sie Sport. Verbessert sich Ihr Angstgefühl nicht, kontaktieren Sie einen Arzt.