Helfen Lebensmittel-Paare gegen Allergien?
Balance schaffen

Helfen Lebensmittel-Paare gegen Allergien?

Drei Fragen an DAK-Ernährungsexpertin Silke Willms

Wie muss man sich die „Entdeckung” von Lebensmittelpaaren vorstellen – durch die Auswertung von quasi zufällig gewonnenen Erfahrungswerten oder durch die gezielte Suche anhand des Wissens um die Wirkstoffe der einzelnen Nahrungsmittel?

Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit beides. Als es noch nicht so viele oder keine industriell hergestellten Lebensmittel gab, haben die Menschen intuitiv die richtigen Nahrungsmittel gegessen, wenn sie ausreichend vorhanden waren. Auch geben bestimmte Ernährungstrends oder -formen Anlass, gezielt nach solchen Lebensmittelpaaren zu suchen, die sich mit ihren Inhaltsstoffen optimal ergänzen.

 

Warum wird noch relativ wenig durch Ärzte und Ernährungsberater über solche Lebensmittel-Kombinationen informiert – oder geschieht dies schon zunehmend?

In der qualifizierten Ernährungsberatung wird mindestens die vollwertige Ernährung empfohlen. Ein bestimmtes Lebensmittel steht normalerweise nicht im Fokus, sondern immer die ganze Mahlzeit beziehungsweise immer alle Mahlzeiten pro Tag. Dadurch werden immer Lebensmittelkombinationen empfohlen.

 

Können diese Lebensmittelpaare möglicherweise einen Beitrag im Kampf gegen Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Allergien leisten?

Bei einer Allergie reagiert der Körper abwehrend auf körperfremde Substanzen. Beschwerden werden am besten verhindert, indem man diese sogenannten Allergene meidet, was natürlich nicht immer möglich ist. Hier können Medikamente, bei bestimmten Allergien auch eine Hypo- oder Desensibilisierung, helfen. Eine gute Kombination von Lebensmitteln kann bei Unverträglichkeiten, wie etwa bei der von Fruchtzucker, schon eher nützlich sein. In diesem Fall sollte Obst, wie zum Beispiel ein Apfel, nicht allein gegessen werden, sondern in Kombination mit Fett – also mit Schmand, einem Käsebrot oder Naturjoghurt.

Interview: Anica Ebeling

 

DAK-Ernährungsexpertin Silke Willms
DAK-Ernährungsexpertin Silke Willms