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Gesund leben

Kohl – das Superfood in Herbst und Winter

Von Blumenkohl bis Wirsing

Chia-Samen, Goji-Beeren oder Spirulina-Algen: Sogenannte Superfoods sind „in“ und können gar nicht exotisch genug sein. Dass diese Lebensmittel schon einmal um die halbe Welt gereist sind, bevor sie auf unserem Tisch landen, wird gern vergessen. Dabei liegt das Gute manchmal so nah und zwar direkt auf unseren einheimischen Feldern: der Kohl. Regional, gesund und auch noch richtig lecker – kein Wunder also, dass sich Kohl immer mehr zum Trendgemüse entwickelt.

In den USA gibt es seit Jahren einen echten Grünkohl-Trend. Egal ob im Salat, als Chips oder im Smoothie – „kale“ ist angesagt. Ein Hype, der sich auch in Deutschland immer mehr verbreitet und das ganz zu Recht, denn kaum eine Gemüsesorte enthält so viele Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe wie Grünkohl. Doch auch die anderen Kohlsorten können mit vielen gesunden Inhaltstoffen punkten. Wir haben dieses regionale Superfood mal genauer unter die Lupe genommen und geben einen Überblick.

Übersicht der verschiedenen Kohlarten

Blumenkohl

Blumenkohl gilt als eine der bekömmlichsten Kohlsorten und enthält die Vitamine C, B und K. Außerdem ist Blumenkohl reich an Eisen und Kalium.

Brokkoli

Die grünen Röschen des Brokkolis enthalten neben Vitamin C, B-Vitaminen und Kalium auch Folsäure. Sie ist zum Beispiel wichtig für die Neubildung von Zellen und den Nervenstoffwechsel. Außerdem ist Brokkoli reich an Glucosinolaten, denen eine krebsvorbeugende Wirkung nachgesagt wird. Dies ist allerdings noch nicht hundertprozentig wissenschaftlich belegt.

Chinakohl

Wie der Name bereits verrät, kommt der Chinakohl ursprünglich aus dem Reich der Mitte. Inzwischen ist allerdings Deutschland der führende Produzent dieser Kohlsorte, sodass er fast das ganze Jahr über erhältlich ist. Chinakohl enthält wertvolle Aminosäuren, B-Vitamine, Vitamin C und Glucosinolate.

Grünkohl

Würzig-herb und mild-süßlich, das ist der typische Geschmack, der Grünkohl auszeichnet. Von Ende September bis in den Februar kommt er frisch vom Feld. Besonders gut schmeckt Grünkohl nach dem ersten Frost, weil die Kälte den Zuckergehalt erhöht und den Geschmack intensiviert. Was den Gehalt an wertvollen Inhaltstoffen angeht, spielt Grünkohl in der Champions League. Schon 100 Gramm Grünkohl genügen, um unseren täglichen Bedarf an Vitamin C zu decken. Darüber hinaus ist Grünkohl reich an knochenstärkendem Kalzium sowie den Vitaminen E und A. Und das Allerbeste: Grünkohl ist kalorienarm, bietet aber dafür viele Ballaststoffe, die lange und nachhaltig satt machen.

Kohlrabi

Dieses knackige Knollengemüse ist oft sogar bei Menschen beliebt, die Kohl sonst nicht so sehr schätzen. Das liegt vermutlich am milden, leicht süßlichen Aroma und der guten Bekömmlichkeit. Der Kohlrabi lässt sich auch sehr gut roh genießen und schmeckt sogar den meisten Kindern. Umso besser, dass er zudem noch richtig gesund ist. Kohlrabi enthält unter anderem Glucosinolate, Vitamin C und K, Folsäure sowie die Mineralstoffe Kalium, Kalzium und Magnesium. Neben der Knolle sind auch die Blätter sehr nährstoffreich.

Rotkohl

Mit dem Rotkohl kommt Farbe auf den Tisch: Als beliebte Beilage peppt er im Winter viele Fleischgerichte auf. Allerdings ist Rotkohl nur ein durchschnittlich guter Vitamin-Lieferant. Der sekundäre Pflanzenstoff Anthocyan verleiht dem Kohl seine charakteristische tiefdunkelrote Farbe und schützt den Körper vor schädlichen Sauerstoffradikalen.

Rosenkohl

Die kleinen, etwas unscheinbaren Röschen werden viel zu oft unterschätzt. Doch Rosenkohl, auch Brüsseler Kohl genannt, ist eine echte Vitaminbombe für den Winter. Sein Gehalt an Vitamin C ist doppelt so hoch wie der von Zitronen oder Orangen. Mit seinem hohen Kaliumgehalt wirkt Rosenkohl zudem entwässernd auf den Organismus. Die vielen Ballaststoffe regen unter anderem die Darmfunktion an und machen lange satt.

Spitzkohl

Der Spitzkohl wird auch „Zuckerhut“ genannt. Das liegt nicht nur an seiner spitzzulaufenden Form, die knackig-zarten Blätter haben auch einen leicht süßlichen Geschmack. Insgesamt zeichnet sich der Spitzkohl durch ein dezentes und feines Kohlaroma aus und ist, im Gegensatz zu einigen anderen Kohlsorten, leicht verdaulich. Außerdem punktet Spitzkohl mit einem hohen Gehalt an Ascorbigen, einer Vorstufe von Vitamin C, und einem niedrigen Kalorien- und Fettgehalt.

Weißkohl

Kaum eine Kohlsorte hat so sehr den Ruf, typisch deutsch zu sein, wie der Weißkohl. Denn aus ihm wird das Sauerkraut hergestellt, das meist als Beilage zu deftigen Fleischgerichten auf den Tisch kommt. Sauerkraut für sich genommen ist reich an Vitamin C, kalorienarm und verdauungsfördernd. Ein Tipp für empfindliche Menschen: Die blähende Wirkung können Sie vermeiden, indem Sie den Kohl kurz in Salzwasser kochen, das Kochwasser wegschütten und den Kohl in frischem Wasser weiterkochen, bis er gar ist.

Wirsing

Wirsing ist nicht nur fein im Geschmack, sondern auch eine weitere Vitaminbombe unter den Kohlsorten. Außerdem punktet der Wirsing mit dreimal so viel Folsäure wie die anderen Kopfkohlarten und liefert dem Körper Glucosinolate.

Was sind Glucosinolate?

Glucosinolate oder auch Senfölglucoside werden aus Aminosäuren gebildet und sind chemische Verbindungen aus Schwefel und Stickstoff. Der Pflanzenstoff verleiht dem Kohl seinen typischen und leicht bitteren Geschmack und ist unter anderem auch in Rettich, Kresse und Senf zu finden. Glucosinolate besitzen antioxidative Fähigkeiten und können dazu beitragen, die Entwicklung einiger Krebsarten zu hemmen. Das Erhitzen von Speisen verringert die Menge der Glucosinolate, das Zerkleinern von Kohlpflanzen erhöht sie. Daher kann es sehr gesund sein, Kohlsorten auch roh zu verzehren.
Hätten Sie das gewusst?

Vier Fakten über Kohl

  • Nach Tomaten ist Kohl das meistangebaute Gemüse der Welt.
  • Das Kohlgemüse gehört zur Familie der Kreuzblütler und ist mit Senf und Radieschen verwandt.
  • Kohl ist weltweit beliebt und kommt in vielen Nationalgerichten vor, zum Beispiel in der brasilianischen Feijoada, im polnischen Bigos oder koreanischen Kimchi.
  • Kohl galt lange als „Arme-Leute-Essen“, da er in Notzeiten viele Menschen vor dem Verhungern rettete.

 

Nina Alpers