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Ohne Sprachkurs: Wie kann ich mein Englisch verbessern?

Unsere Tipps zum Englischlernen im Alltag

Nahezu überall begegnen uns englische Begriffe. Im Büro, in der Werbung und in den digitalen Medien, in Politik und Wirtschaft, im Sport, in der Unterhaltung und auf Reisen. Egal ob Fluch oder Segen, wer im Alltag gut klarkommen will, kommt um Englisch nicht herum und muss seine Sprachkenntnisse laufend ergänzen. Das Angebot an Kursen – online, in Buchform mit Übungs-CD oder als Präsenzveranstaltung – ist groß. Mit ein paar Tricks und den richtigen Werkzeugen können Sie sich aber auch selbst helfen und Ihre Englischkenntnisse erweitern. Wir zeigen Ihnen, wie.

Die folgenden Vorschläge liefern Ihnen einen Katalog an Hilfsmitteln und Techniken, wie Sie Ihr Englisch selbst verbessern können. Ob und in welchem Maße Sie darüber hinaus aktiv werden sollten, hängt davon ab, was Sie erreichen wollen. Geht es Ihnen allein um das Leseverständnis? Wollen Sie Ihr Reise-Englisch auffrischen? Oder brauchen Sie Englisch am Arbeitsplatz? Geht es um das passive Verstehen (Lesen, Hören) oder um den aktiven Gebrauch (Sprechen, Schreiben)? Mit steigendem Anspruch wächst der Bedarf an Impulsen und Rückmeldungen von außen sowie an Interaktion mit anderen Englisch-Sprechern.

Grundprinzipien im Spracherwerb

Los geht's. Unsere 8 Empfehlungen zum Englischlernen ohne Sprachkurs:

1. Bücher im Original lesen

Wer sein Vokabular und die Grammatik auffrischen will, der sollte viel lesen. Egal ob Hemingway, Jack Kerouac oder John Grisham, im Original lesen sich diese Autoren doch anders. Zur eigentlichen Handlung kommt die Ästhetik der britischen oder amerikanischen Sprache hinzu und schafft eine eigene Atmosphäre. Kleine Warnung: Versuchen Sie sich nicht gleich an Shakespeare. Sein Englisch ist etwas älter, und das Vokabular unterscheidet sich erheblich vom modernen Englisch.

Hilfsmittel eReader
Die meisten eReader haben eine integrierte Übersetzungsfunktion mit vorinstallierten Wörterbüchern. Englisch ist eigentlich immer dabei. Die Handhabung unterscheidet sich kaum. Wenn Sie ein Buch auf Englisch elektronisch lesen und einen Begriff nicht verstehen, berühren Sie einfach das Wort auf dem Bildschirm, bis das Wörterbuch startet und die Übersetzung anzeigt. Der entscheidende Vorteil: Sie müssen das Gerät nicht aus der Hand legen, um in einer Wörterbuch-App oder einer Druckausgabe das betreffende Wort nachzuschlagen.

2. Nachrichten online lesen

Wer sich eher für das Tagesgeschehen interessiert und journalistische Meldungen, Reportagen und Kommentare bevorzugt, findet online englischsprachige Zeitungen und Zeitschriften seiner Wahl. Viele Beiträge sind kostenlos. Rufen Sie einfach mal die Web-Auftritte z. B. der New York Times, der Washington Post, von Newsweek, The Guardian, The Times oder The Economist auf. Die Fernsehsender wie BBC und CNN haben natürlich auch ihre eigenen Internetauftritte. Auch die Deutsche Welle präsentiert Nachrichten auf Englisch.

Hilfsmittel eingebundene Online-Wörterbücher
Eine besondere Hilfe bieten einige Online-Wörterbücher wie Leo. Sie können diese Online-Wörterbücher in Ihren Browser integrieren. Dann reicht wie beim eReader ein Klick auf das fragliche Wort, um die Übersetzungshilfe aufzurufen. Wie das geht, erfahren Sie hier.

3. Englischsprachige Nachrichten online ansehen

Wo wir bei den Nachrichten sind: Die gibt es natürlich auch audiovisuell. So können Sie Ihr Hörverständnis trainieren. Gleichzeitig erhalten Sie über die Bilder Informationen, die eventuelle Verständnislücken überbrücken helfen. Unsere Empfehlung: Jeden Tag eine Nachrichtensendung ansehen (fünf bis 15 Minuten). Nützliche Quellen sind wiederum BBC News und CNN. Weitere renommierte Sender wie das französische France24 senden auch in britischem Englisch.

4. Englisch lernen mit ...

… der BBC

Der öffentliche britische Nachrichtensender BBC bietet wohldosierte Sprachportionen verschiedenster Formen und Inhalte. Im Folgenden nur eine Auswahl. Daneben gibt es weitere Rubriken sowie ganze Sprachkurse aller Stufen. Einfach mal reinklicken und stöbern.

• Unter „The English We Speak“ werden wechselnde Redewendungen erklärt.
• Unter „News Review“ bietet BBC Übungen zu Sprachelementen aus den aktuellen Nachrichten
• Unter „6 Minute English“ finden Sie wöchentlich einen Kurzbeitrag zu wechselnden Themen. Darunter findet sich ein Fragenkatalog mit Antworten zur Auswahl. So können Sie Ihr Verständnis gleich überprüfen.

… Voice of America
Voice of America bietet Video- und Audio-Clips und -Nachrichten mit amerikanischer Aussprache auf verschiedenen Niveaustufen.

5. YouTube-Beiträge

Die Anzahl an englischsprachigen Videos zu nahezu allen Themen ist schier unerschöpflich. Rufen Sie YouTube auf und geben Sie ein Suchwort oder einen Ausdruck Ihrer Wahl ein, z. B. „Barking up the wrong tree“. Sie finden eine Reihe von Erklärungsvideos. Finden Sie einen guten Anbieter, gucken Sie sich einfach weitere Erklärvideos von diesem an.

Achtung: Glauben Sie nicht alles, was Ihnen online geboten wird. Zwei Beispiele: Geben Sie einmal „Aussprache tattoo“ oder „Aussprache smoothie“ ein. Hier gibt es auch irreführende Aussprachevorschläge: \tatüü\ oder \smuutje\ sind nicht nachahmenswert. Deshalb gilt: Always double-check. Überprüfen Sie die Vorschläge in einem renommierten Online-Wörterbuch mit Aussprachefunktion, z. B. merriam-webster.com.

Tipp zur Spracheinstellung bei YouTube
Sie können die Sprachvoreinstellung so ändern, dass Ihnen englischsprachige Videos zuerst angezeigt werden. Dazu klicken Sie oben links in das Piktogramm mit den drei horizontalen Linien. Es öffnet sich ein Seitenmenü. Wählen Sie weiter unten „Einstellungen“ und wechseln Sie im unteren Bildschirmbereich Sprache und ggf. auch den Ort.

6. Englischsprachige Hörbücher

Versuchen Sie es einmal mit englischsprachigen Hörbüchern. Diese können Sie über den Buchhandel und online erwerben. Klassiker gibt es online häufig sogar gratis. Einfach stöbern, reinhören, herunterladen. Hier werden Sie fündig:Versuchen Sie es einmal mit englischsprachigen Hörbüchern. Diese können Sie über den Buchhandel und online erwerben. Klassiker gibt es online häufig sogar gratis. Einfach stöbern, reinhören, herunterladen.

Hier werden Sie fündig:
archive.org
librivox.org
gutenberg.org 

Neben den freien gibt es auch kommerzielle Anbieter und Streaming-Dienste wie Spotify oder Audible, über die Sie Hörbücher, Musik und mehr beziehen können.

Sie sehen an den Vorschlägen, wie vielseitig und umfangreich das verfügbare Angebot an Quellen inzwischen ist. Die hier präsentierte Auswahl erhebt deshalb keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es handelt sich um erste Anregungen, um Ihnen den Start zu erleichtern.

Dr. Christoph Prang

7. Radio und Podcasts

Radiosendungen und Podcasts sind weitere gute Gratis-Quellen für das Hörverständnis. Online haben Sie Zugriff auf Radiosender weltweit. Sie können Radiosender direkt aufrufen oder zur Unterstützung eine Online-Plattform nutzen, welche Radiosender nach Kategorien vorsortiert präsentiert. Radiosendungen und Podcasts sind weitere gute Gratis-Quellen für das Hörverständnis. Online haben Sie Zugriff auf Radiosender weltweit. Sie können Radiosender direkt aufrufen oder zur Unterstützung eine Online-Plattform nutzen, welche Radiosender nach Kategorien vorsortiert präsentiert.

Geben Sie im Suchfenster Ihres Browsers „Internetradio“ oder „Webradio“ ein und stöbern Sie ein bisschen. Radiosender einer bestimmten Stadt finden Sie, indem Sie als Suchbegriff „Radio“ und z. B. „New York“ eingeben. Wenn Sie Nachrichten wollen, ergänzen Sie noch „News“ als dritten Begriff. So stoßen Sie dann z. B. auf wnyc.org, einen amerikanischen Sender, der mit der BBC kooperiert. Unter „Topics“ können Sie hier themenbezogen stöbern. Oder Sie wählen eine bestimmte Show wie „All Things Considered“ mit Nachrichten in Kurzform in Zusammenarbeit mit National Public Radio, kurz NPR, dem öffentlichen nicht-kommerziellen Radio- und Fernsehsender der USA.

Live-Stream nennt sich die Ausstrahlung des aktuell laufenden Programms. Die gespeicherte Variante heißt Podcast. Podcasts sind Ausstrahlungen und Beiträge von Radiosendern und anderen Medien, die man häufig kostenlos abonnieren und als Audio- oder Videodatei auf dem Computer, Laptop oder mobilen Endgerät (Smartphone, iPhone, iPod oder Tablet) speichern kann. Einmal gespeichert, lassen sich Podcasts jederzeit auch im Offline-Betrieb abspielen. Die Podcasts von NPR finden Sie beispielsweise unter npr.org/podcasts. Geben Sie im Suchfenster Ihres Browsers „Podcast“ und „English“ ein und stöbern Sie ein bisschen. Auch BBC World Service bietet seine Ausstrahlungen als Podcasts an. Wenn Sie hier unter Search z. B. „The English We Speak“ eingeben, haben Sie direkten Zugriff auf alle bisherigen Episoden und können diese auch herunterladen.

8. Apps

Was es online gibt, gibt es als Apps auch für das iPhone und das Smartphone. Apps sind mobil besonders nützlich. Die bereits genannten Anbieter haben alle ihre eigenen Apps. Sie finden diese unter Google Play (Smartphone, Android) oder im App-Store (iPhone).
Zu empfehlen sind Offline- und Online-Wörterbücher z. B. der bereits genannten Anbieter wie Leo, Merriam-Webster oder Oxford. Sowohl für Android-Systeme als auch für iPhones gibt es eine Vielzahl von Wörterbuch-Apps. Eine Empfehlung lautet QuickDic.