Bild zum Beitrag 'Marmelade selber machen'
Aktuell

Marmelade selber machen

Veröffentlicht am | Schlagwörter: , ,

Wenn viele Obstsorten Hochsaison haben, dann ist auch die Zeit des Einkochens gekommen. Denn kaum etwas schmeckt besser auf dem Frühstücksbrötchen als selbstgemachte Marmelade. Kreieren Sie Ihre Lieblingssorte aus verschiedenen Früchten, Gewürzen, unterschiedlichen Zuckersorten oder sogar komplett ohne Zucker. Wir geben Ihnen jede Menge Tipps und Anregungen, wie Sie den Geschmack des Sommers ins Glas bekommen.

Ob aus dem eigenen Garten oder vom Wochenmarkt – regionales und saisonales Obst eignet sich hervorragend für selbstgemachte Marmeladen. Denn in den frischen Früchten steckt ordentlich Geschmack und den gilt es zu nutzen.

Der Klassiker

Am einfachsten lässt sich Marmelade mit fertigem Gelierzucker aus dem Supermarkt herstellen. Diesen gibt es im Verhältnis 1:1, 2:1 und 3:1. Das bedeutet auf 500 Gramm Früchte kommen entweder ebenfalls 500 Gramm Zucker oder die Hälfte oder sogar nur ein Drittel. Der hohe Zuckergehalt dient der Konservierung und Haltbarkeit der Marmelade. Zusätze wie Pektine und Zitronensäure sorgen dafür, dass die Marmelade geliert.

In 10 Schritten zur eigenen Marmelade

  1. Obst gründlich waschen. Stiele, Kerne und Kerngehäuse entfernen.
  2. Die Früchte zerkleinern, in einen Topf geben und erhitzen.
  3. Nun den Gelierzucker langsam in den Topf einrieseln lassen.
  4. Unter kräftigem Rühren aufkochen, sodass sich keine Klümpchen bilden.
  5. Die Frucht-Zucker-Masse etwa fünf Minuten sprudelnd kochen.
  6. Immer wieder umrühren, damit nichts am Boden anbrennt.
  7. Prüfen Sie mit einer Gelierprobe, ob die Marmelade schon die richtige Konsistenz hat. Geben Sie dafür einen kleinen Kecks der Marmelade auf eine Untertasse. Wenn dieser nach ein paar Minuten fest wird, ist die Marmelade fertig.
  8. Die fertige Marmelade nun möglichst randvoll in die sterilisierten Gläser füllen.
  9. Reinigen Sie den Rand mit einem sauberen Tuch und verschließen Sie den Deckel fest.
  10. Die Gläser anschließend für einige Minuten auf den Kopf stellen. Danach wieder umdrehen und abkühlen lassen.

Gläser sterilisieren – so geht’s!

Egal für welche Marmeladenvariation Sie sich entscheiden, sterilisierte Gläser sind immer ein Muss. Denn sonst könnte aus Genuss schnell Frust werden, wenn der Inhalt schon nach kurzer Zeit schlecht oder schimmlig wird. Nehmen Sie also Ihre Schraubgläser – diese müssen nicht neu sein – und sorgen Sie mithilfe von Hitze dafür, dass Keime und Bakterien abgetötet werden. Das geht zum Beispiel durch Auskochen in einem großen Topf auf dem Herd. Lassen Sie die Gläser und Deckel für etwa zehn Minuten im kochenden Wasser. Alternativ können Sie die Gläser auch mit kochendem Wasser übergießen und dann für etwa 15 Minuten bei 130 Grad in den Backofen stellen. Die Deckel besser nicht mit in den Ofen geben, sondern nur im Wasserbad sterilisieren. Eine weitere Möglichkeit ist der Geschirrspüler. Wählen Sie hier die heißeste Stufe. Reiniger ist nicht notwendig. Jedoch sollte kein schmutziges Geschirr hinzugegeben werden. Nach dem Sterilisieren sollten Sie Ihre Gläser möglichst schnell befüllen.

Alternativen zum fertigen Gelierzucker

Fertige Gelierzucker machen das Einkochen einfach und schnell, doch sie enthalten teilweise Konservierungsstoffe und Palmöl. Alternativ können Sie auch zu Apfelpektin oder Agar Agar greifen. Beides sind rein pflanzliche Geliermittel. Sie sind in vielen Supermärkten oder im Bioladen erhältlich. Zitronensaft fördert den Gelierprozess zusätzlich. Wer auf einen fertigen Gelierzucker verzichtet, kann zudem auch die Art des Zuckers selber wählen. In fertigen Produkten befindet sich in der Regel einfacher Kristallzucker. Dieser kann aber zum Beispiel auch durch Rohrohrzucker oder Birkenzucker ersetzt werden. Bei der Zubereitung Ihrer Marmeladen können Sie auch mit diesen Alternativen genau wie in den oben beschriebenen zehn Schritten verfahren.

Zum Ausprobieren:

Erdbeer-Vanille-Marmelade

  • 1 kg Erdbeeren
  • 500 Gramm Rohrohrzucker
  • 15 Gramm Apfelpektin
  • 1 Limette
  • 2 Vanilleschoten

Zubereitung: Erdbeeren waschen, putzen und zerkleinern, ggfs. pürieren. Vanilleschoten längs aufschneiden und das Mark entfernen. Limette auspressen. Vanillemark, Limettensaft und Apfelpektin zu den Erdbeeren geben und alles mit 100 Gramm Zucker aufkochen. Den restlichen Zucker hinzugeben und unter Rühren weiter erhitzen. Die Mischung etwa drei Minuten sprudelnd kochen lassen und heiß in sterilisierte Gläser füllen.

Pektingehalt von Obst

Wie schnell und gut Ihre Marmelade geliert, hängt auch vom spezifischen Pektingehalt Ihrer Obstsorten ab. Äpfel enthält zum Beispiel viel Pektin, sodass es durchaus empfehlenswert sein kann, zu eher pektinarmen Früchten einen Apfel hinzuzugeben. Hier eine Übersicht über den Pektingehalt verschiedener Obstsorten:

Früchte mit geringem Pektingehalt:
Erdbeeren, Kirschen, Rhabarber und Weintrauben

Früchte mit mittlerem Pektingehalt:
Birnen, Pflaumen, Brombeeren, Himbeeren und Pfirsiche

Früchte mit hohem Pektingehalt:
Äpfel, Heidelbeeren, Stachelbeeren und Zitrusfrüchte

 

Fruchtaufstrich ohne Zuckerzusatz

Bei aller Freude über selbstgemachte Marmelade. Es handelt sich um eine echte Zuckerbombe, die sehr bewusst genossen werden sollte. Doch kann man eigentlich auf zusätzlichen Zucker verzichten? Denn schließlich enthalten die Früchte selbst schon Fruchtzucker. Grundsätzlich dient der Zucker in der Marmelade der Konservierung und Haltbarkeit. Erst durch die Zugabe lässt sich unsere Marmelade auch für einen längeren Zeitraum aufbewahren. Dennoch kann Fruchtaufstrich auch ohne die Zugabe von Zucker hergestellt werden. Entweder als frisches Fruchtmus aus pürierten Früchten oder eingekocht, wie normale Marmelade. Die erste Variante sollte allerdings in wenigen Tagen und die zweite Variante in ein bis zwei Wochen verzehrt werden.

Frisches Fruchtmus

Geben Sie die gewünschten Früchte mit einem Spritzer Zitronensaft in einen Mixer. Falls Sie zusätzliche Süße benötigen, können Sie eine Dattel oder etwas Honig hinzugeben. Etwas Vanillemark, Limettenabrieb, Zimt, Minze oder auch Kakaopulver ohne Zucker können dem Mus das gewisse Etwas geben. Wer seinen Aufstrich eher stückig mag, kann nach dem Mixen noch ein paar per Hand geschnittene Fruchtstücke hinzufügen. Das Obstmus im Kühlschrank aufbewahren und zügig verzehren.

 

Eingekochte Marmelade ohne Zucker

Waschen und zerkleinern Sie Ihr Obst wie gewohnt. Anschließend können Sie es mit etwas Wasser aufkochen. Für zusätzliche Süße können Sie je nach Menge einige Datteln hinzugeben. Für ein besseres Gelierergebnis fügen Sie einen Apfel hinzu oder greifen Sie zu Apfelpektin oder Agar Agar. Die Fruchtmasse nur kurz für 5-15 Minuten kochen und dann entweder zerdrücken oder pürieren. Noch heiß in sterilisierte Gläser füllen. Nach dem Abkühlen im Kühlschrank aufbewahren.

Nina Alpers