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Homeoffice XXL – weg mit den Kilos

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Für viele haben Corona und die Arbeit im Homeoffice auch auf der Waage gewichtige Spuren hinterlassen. Aber das neue Jahr ist noch jung, die guten Vorsätze sind frisch: Abnehmen, gesünder essen, Stress abbauen – das klappt auch zu Hause.

Echt, dieses Jahr kriege ich das hin. Ich will mich mehr bewegen, aber vor allem auch gesünder und weniger essen!“ Kommt Ihnen diese Aussage bekannt vor? Haben auch Sie an diesem besonderen Silvester unter Corona-Bedingungen große Pläne geschmiedet, sind mit guten Vorsätzen ins neue Jahr gestartet, untermalt von knallenden Sektkorken?

 

Das Kilo-Konto steigt

Noch ist 2021 frisch und die Motivation, mehr und vor allem Besseres für Körper und Seele zu tun, ist noch hoch. Gut so! Denn 2020 war für jede und jeden von uns eine extrem große Herausforderung, und auch das neue Jahr wird uns voraussichtlich weiter fordern. Die Corona-Pandemie hat uns persönlich, unseren Alltag, unser berufliches und privates Leben verändert: Lockdown, Social Distancing, Homeoffice haben das Leben komplett auf den Kopf gestellt. Mit Folgen auch für die Gesundheit. So geht aus einer Studie hervor, dass die Corona-Einschränkungen „einen deutlichen Effekt auf das Körpergewicht“ haben. Die Berliner nu3-GmbH befragte im April 2020 5.199 Personen in Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien und der Schweiz und bereits 24 Prozent von ihnen hatten innerhalb der wenigen Wochen der Einschränkungen des öffentlichen Lebens an Gewicht zugenommen – jeder Zweite zwischen ein bis drei Kilo und jeder Fünfte sogar drei bis fünf Kilo. In Deutschland wären dies hochgerechnet knapp 20 Millionen Menschen, wobei vor allem Frauen zwischen 35 und 44 Jahren besonders stark betroffen sein sollen.

Mein Freund, der Kühlschrank

Corona, diese globale Krise, schürt Angst und Verunsicherung. Ängste, Frustrationen und Sorgen tragen zu vermehrtem Essen bei – oft ein erlerntes Verhalten, um Stress und Herausforderungen zu begegnen. „Essen ist auch Trost“, erklärt Hanna-Kathrin Kraaibeek, Diplom-Oecotrophologin (siehe Interview), denn „wir erleben gerade eine absolute Veränderung unseres (Arbeits-)Lebens.” Ein Großteil der Beschäftigten arbeitet permanent oder doch zeitweise im Homeoffice – das bedeutet ein Mehr an Eigenverantwortung und Selbstdisziplin. Für viele eine komplett neue Situation mit Herausforderungen, die es gerade während der Lockdowns in sich haben. Da müssen die Kids nebenbei zu Hause beschult oder doch bespaßt werden, die normale Tagesstruktur am Arbeitsplatz innerhalb des Betriebes fällt weg – neue Abläufe am heimischen Schreibtisch sind noch nicht etabliert. Aber der Kühlschrank ist nah, zu nah. Und damit die Möglichkeit, sich immer wieder mal zwischendurch zu belohnen oder abzulenken.

Struktur statt Snacks

„Grazing“ wird dieses Phänomen genannt, eben das beständige Essen (Grasen), ohne dass tatsächlich Hungergefühle vorhanden sind. Viel essen, ungesund essen und dann auch noch wenig Bewegung: Schon schnellt der Zeiger der Waage rasant nach oben. Wobei die Corona-Kilos auch gut von Snacks leben: Im März 2020 stieg nach Angaben des internationalen Süßwarenhandelsverbandes der Verkauf seiner Produkte zweistellig. Struktur ist hier das Zauberwort: „Um ständiges Essen zu vermeiden, ist es notwendig, seinen Rhythmus zu finden“, so Hanna-Kathrin Kraaibeek. Beschäftigten im Homeoffice helfen Strukturen, sich zu organisieren. Ein fester Arbeitsplatz, geregelte Essenszeiten ähnlich denen im Unternehmen und eben nicht immer zwischendurch und bewusste Pausen sind wichtig, um den eigenen Rhythmus und Tagesablauf zu finden. Per Videokonferenz lässt sich im Homeoffice zum Beispiel eine Lunch-Pause mit dem liebsten Kollegen oder der liebsten Kollegin noch netter gestalten und zugleich auch noch die eigene Motivation stärken, den Vorsätzen für 2021 treu zu bleiben: bunt, vielfältig, in Maßen und mit Genuss zu essen. Getreu dem Motto: Du bist, was du isst.

Fit und in Form

Dipl. Oecotrophologin und Geschäftsführerin der Kraaibeek GmbH

Frau Kraaibeek, wie erklären Sie sich die Gewichtszunahme während der Krise?

Während der Zeit im Homeoffice herrscht für viele zu Hause keine Wohlfühlatmosphäre. Die gesamte Situation ist herausfordernd, der eigene Tagesablauf noch nicht strukturiert, man muss mittags selber kochen – und Essen wird zu einem Ersatz. Hinzu kommt weniger Bewegung. Wer Kinder zu versorgen hat, muss auch das noch in seinen Ablauf integrieren. Klar, dass oft auf Fastfood und schnelle Küche zurückgegriffen wird.

Wie gelingt es, sich im Homeoffice auch in Bezug auf das Essen zu disziplinieren und sich gesund zu ernähren?

Wir sind häufig entrhythmisiert. Um ständiges Essen zu vermeiden, muss man einen Rhythmus finden. Man sollte in Ruhe essen und Genuss und Freude dabei nicht unterbewerten. Setzen Sie auf Qualität bei den Lebensmitteln und beachten Sie Ihre Lebenssituation. Was brauche ich, was sind meine Vorlieben? Und gehen Sie schrittweise in die Veränderung, lassen Sie sich Zeit.

Wie kann das Unternehmen seine Beschäftigten unterstützen? 

Führungskräfte sollten wissen, in welcher Situation sich ihre Mitarbeitenden befinden: Leben sie allein, in einer Familie, wie ist die Wohnsituation? Was genau braucht jede und jeder Einzelne zur Unterstützung? Und dann nach Angeboten suchen, die zielführend sind. Das können Einzelgespräche sein, eine Speed-Beratung zur Ernährung oder Ähnliches.

Online Angebote – JOIN IN!

Die DAK-Gesundheit bietet allen Beschäftigten unabhängig von der Krankenkassenzugehörigkeit folgende Online-Seminare zu Bewegung und Ernährung an:

 

 

 

Sigrid Rahlfes