Novemberblues oder Winterdepression?
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Winterblues adé!

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Ungemütliches Wetter und zu viele Tage ohne Sonne. Zeit, seiner Seele etwas Gutes zu tun – und genau zu beobachten: Ist das ein Winterblues oder schon eine richtige Depression?

Der Dezember mit seiner festlichen Beleuchtung ist vorbei. Nun ist es oft nur noch trüb und dunkel. Vielen Menschen schlägt der Winter auf die Stimmung. Hauptschuld ist das wenige Tageslicht. Das hemmt die Produktion des Wohlfühlhormons Serotonin. Hinzu kommt, dass unser Körper bei Lichtmangel zu viel von dem Schlafhormon Melatonin ausschüttet – und das macht uns müde. Doch es gibt einige Möglichkeiten, um neue Energie zu gewinnen und unserer guten Laune auf die Sprünge zu helfen.

1

In Bewegung bleiben

„Raus an die frische Luft!“ lautet die Devise. Auch wenn der Himmel bewölkt ist: Das natürliche Tageslicht ist deutlich stärker als die Zimmerbeleuchtung. Außerdem kurbelt Bewegung im Freien die Serotonin-Produktion an und bringt unseren Kreislauf in Schwung. Mindestens 30 Minuten sollten wir laut Experten täglich draußen unterwegs sein. Wir wäre es zum Beispiel mit einer Runde Joggen?

2

Für Abwechslung sorgen

Langeweile an trüben Wintertagen und Lust auf etwas anderes als Fernsehen? Auch im Lookdown können wir für Abwechslung sorgen. Buchen Sie doch mal einen Online-Kochkurs, verabreden Sie sich mit Freunden zum Online-Escape-Game oder nehmen Sie an einem virtuellen Schokoladen-Tasting teil – die Auswahl ist groß, um auch auf Distanz in netter Gesellschaft einen unterhaltsamen Abend zu erleben.

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Freunde als beste Medizin

Gemeinsam lachen, feiern, einander zuhören: Ohne liebe Menschen um sich herum ist das Leben nur halb so schön! Nehmen Sie sich bewusst Zeit, um auch auf Distanz den Kontakt zu guten Freunden zu halten. Regelmäßige Videotelefonate oder gar eine kleine virtuelle Feier im Freundeskreis schaffen trotz Entfernung Nähe und Verbundenheit.

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1000 Mal berührt

Wir Kuscheln viel zu wenig! Dabei tut uns Körperkontakt mit unseren Liebsten – nicht nur in der kalten Jahreszeit – so gut. Natürlich immer gemäß der aktuellen Corona-Regeln. Laut Haptikforscher Martin Grunwald von der Universität Leipzig eignet sich schon eine zehnminütige Massage, um unseren körperlichen Zustand positiv zu verändern. Die Folge: Die Herzfrequenz nimmt ab, unsere Atmung wird flacher und ein gutes Gefühl entsteht. Selbst kurze Umarmungen können diese Wirkung hervorrufen. Durch Selbstberührungen lässt sich dieser Effekt jedoch nicht erreichen.

5

Lesen nach Herzenslust

Wenn es draußen stürmt und regnet, ist dies die ideale Zeit, es sich zu Hause so richtig gemütlich zu machen. Am besten mit einem guten Buch – ob Fantasy-Roman, Krimi oder Liebesgedichte. Mit den Figuren mitfiebern, Neues lernen, eigene Sorgen vergessen – das Lesen hat viele tolle Seiten. Forscher fanden zudem heraus, dass Lesen vor Depressionen schützt. Also rauf aufs Sofa, unter die Decke schlüpfen und bis zum letzten Wort in eine andere Welt abtauchen. Lese-Challenges oder Online-Buchclubs sind dabei eine tolle Möglichkeit Neues zu entdecken oder sich mit anderen auszutauschen.

6

Glück geht durch den Magen

Schokolade ist für viele ein Glücklichmacher an grauen, traurigen Tagen. Doch es gibt auch noch einige gesündere Lebensmittel, die unsere Stimmung erwiesenermaßen heben. Ananas, Bananen und Pflaumen sind die „Serotonin-Stars“ unter den Früchten. Außerdem deuten viele Studien darauf hin, dass Kohlenhydrate uns besser mit Stress umgehen lassen. Nudeln, Kartoffeln, Brot und Reis sollten dann ihren festen Platz im Speiseplan haben. Ein weiterer Spaßfaktor in puncto Essen: gemeinsames Kochen! Das kann ein schönes Ritual mit dem Partner und innerhalb der Familie sein.

7

Verstimmt oder schon depressiv?

Der der Winterblues ist laut Experten in der Regel eine harmlosere Variante der sogenannten saisonal abhängigen Depression (SAD). Von einer SAD ist die Rede, wenn Betroffene im Herbst und Winter mindestens zwei Jahre hintereinander unter depressiven Symptomen leiden. Bei schwerer SAD ist meist eine medikamentöse oder psychotherapeutische Behandlung nötig. SAD-Symptome (gedrückte Stimmung, Freudlosigkeit, fehlende Energie oder auch körperliche Beschwerden) gleichen denen anderer depressiver Erkrankungen. Laut Experten geht SAD im Unterschied zu anderen Formen jedoch nicht mit Appetitlosigkeit oder Schlafstörungen einher. Charakteristisch sind hier eher ein gesteigerter Appetit auf Kohlenhydrate und Süßes sowie ein erhöhtes Schlafbedürfnis.

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Licht als Therapie

Wird der Winterblues als sehr stark empfunden, kann eine Lichttherapie helfen. Dabei werden künstliche Lampen eingesetzt, die UV- und Blaulichtanteile herausfiltern. Das Licht wird direkt in die Augen gestrahlt. Die Behandlungszeit beträgt täglich etwa eine halbe Stunde. Da jede Lichttherapie-Lampe unterschiedlich hohe Lux-Werte abstrahlen kann, sollten Sie Ihren Arzt hinsichtlich der genauen Anwendung befragen. Bestimmte Medikamente können die Licht-Sensibilität erhöhen, auch hier empfiehlt sich eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt. Ebenso wird eine vorherige Absprache mit einem Augenarzt bei allen Augenerkrankungen empfohlen.

Anica Ebeling/Nina Alpers